Eine Familie, sieben Kinder – und dann das böse Erwachen. Familie Truba aus der Ukraine lebt seit Oktober 2025 in einer Wohnung im Westen in Dortmund. 155 Quadratmeter sollten es laut Inserat sein. Eigentlich genügend Platz für zwei Erwachsene und sieben Kinder. Doch die Realität sieht ganz anders aus: Schimmel, Kälte, kaputte Ausstattung – und am Ende sogar die Kündigung.

„Wir haben vorher in Duisburg gewohnt, die Wohnung war voller Schimmel“, erzählt Vater Vitalii Truba. Der Umzug nach Dortmund sollte ein Neuanfang sein. „Nach kurzer Zeit in der neuen Wohnung haben wir wieder Schimmel an den Wänden entdeckt.“ Jetzt kommt es noch schlimmer: Sie wurden rausgeworfen.

Dortmund: Familie lebt in Schimmel-Wohnung

Besonders schlimm ist es laut den „RuhrNachrichten“ im Wohnzimmer. Dort ist der Schimmel nämlich so massiv, dass die Familie den Raum kaum nutzen kann. Und trotz voll aufgedrehter Heizung bleibt es eisig kalt. Eine Außenwand ist spürbar nass, die Tapete wellt sich. Auch andere Zimmer sind betroffen: Schimmel im Kinderzimmer, Zugluft an Fenstern und Türen, kalte Räume trotz Dauerheizens. Dazu kommen weitere Mängel: unebener Boden, ein beschädigter Wasserhahn, eine kaputte Klingel, kein Schlüssel für den Briefkasten. Von fünf Wohnräumen werden nur zwei wirklich warm.

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Mehrfach wandten sich Vitalii und Tetiana Truba an den Vermieter, die urban co-living GmbH, vertreten durch die Dortmunder Wohnen GmbH. Doch geholfen wurde nicht. „Doch es wurde nichts unternommen. Es wurde sogar gesagt, dass kein Cent mehr in die Wohnung investiert wird“, sagt Vitalii Truba. Statt Hilfe gab es Vorwürfe: Der Schimmel sei angeblich durch Möbel aus der alten Wohnung entstanden. Am 21. November kam der Schock: eine fristlose Kündigung. Begründung: Mietrückstände in Höhe von 3400 Euro sowie 3900 Euro Kaution

Fristlose Kündigung – Familie soll binnen sieben Tagen raus

Die Familie ist auf Leistungen des Jobcenters angewiesen. Durch den Umzug habe sich die Zahlung verzögert. Die Rückstände wurden am 21. und 22. November beglichen – damit war die fristlose Kündigung unwirksam. Doch der Vermieter kündigte zusätzlich ordentlich zum 28. Februar 2026. Unterstützung bekam die Familie von Ivan Gerner, der sich in der Gemeinde engagiert. Gemeinsam legten sie Widerspruch ein und reichten eine Mängelanzeige ein.

Gerner betont: „Die Vertragsparteien verzichten ohne Einschränkung und ohne Vorbehalt für eine Dauer von zwei Jahren auf das Recht zur ordentlichen Kündigung.“ Eine erste Reaktion des Vermieters kam spät: „Wir versichern Ihnen, dass wir uns um alle genannten Punkte kümmern werden.“ Am 19. Dezember folgte dann die nächste Mail: „An der ordentlichen Kündigung werden wir leider festhalten.“ Logisch, dass die ganze Situation die ganze Familie schwer belastet. Mutter Tetiana leidet unter anderem an Asthma – der Schimmel verschlimmert ihre Beschwerden. Die Kinder klagen über Erkältungen, Bronchitis und Kopfschmerzen.

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Ivan Gerner will nun einen Anwalt einschalten, außerdem den Mieterschutzbund und das Gesundheitsamt informieren. Gerner und die Familie vermuten sogar System: Die Wohnung wurde über Facebook angeboten – ausdrücklich für eine ukrainische Familie.

Jetzt hoffen die Trubas auf einen Neuanfang – egal wo. Dortmund oder eine andere Stadt, Wohnung oder Haus. Wer der Familie helfen will, kann sich unter folgender Nummer bei ihnen melden: 0152-53916506