Vorfall zwischen Hauptbahnhof und AZ

Linke Aktivisten und Polizei werfen sich gegenseitig Gewalt vor

Aktualisiert am 30.01.2026 – 15:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Der Eingang des Autonomen Zentrums: In der Hackländerstraße kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen linken Aktivisten und der Polizei.Vergrößern des Bildes

Der Eingang des Autonomen Zentrums: In der Hackländerstraße kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen linken Aktivisten und der Polizei. (Quelle: Privat)

Am Autonomen Zentrum kommt es zu einem Tumult. Eine Beamtin wird laut Polizeiangaben von Aktivisten verletzt. Diese erheben wiederum schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag (25. Januar) ist es am Aachener Hauptbahnhof in der Nähe des Autonomen Zentrums (AZ) zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen linken Aktivisten und der Polizei gekommen.

Nach Angaben der Polizei sollen mehrere Beamte von 25 bis 30 vermummten Personen umringt worden sein, nachdem sie einen mehrere Meter großen Antifa-Schriftzug an einer Hauswand in der Hackländerstraße entdeckt und infolgedessen die Gegend abgesucht hatten. Daraufhin sei es zu einem „kleinen Tumult“ gekommen, bei dem eine Beamtin leicht verletzt worden sei, hieß es vom WDR.

Das AZ, ein Treffpunkt der linken Szene in Aachen, widerspricht dieser Darstellung. „Die Eskalation der Situation erfolgte durch das unangemessene Verhalten der PolizeibeamtInnen“, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Mehrere Gäste des AZs hätten eine Personenkontrolle durch die Polizei „beobachtet“, woraufhin es einen „Angriff der Polizei“ gegeben habe.

Die Aktivisten erheben dabei schwere Vorwürfe gegen die Beamten. Diese sollen mit „Tasern, einer Schusswaffe und Einsatzhunden“ die anwesenden Gäste bedroht haben. Eine Polizistin habe dabei ihre Waffe auf die „Eingangstür und auf die dort stehenden Menschen“ gerichtet, heißt es weiter.

Zudem soll die Polizei unter „massiven Einsatz von Pfefferspray und Teleskopschlagstöcken“ mehrere Aktivisten verletzt haben. Einem Gast sei „anlasslos von einer Polizistin ins Gesicht gespuckt“ worden, einem anderen sei die Brille zerbrochen worden. Mehrere Aktivisten sollen verhaftet worden sein. „Farbe an einer Hausfassade steht in keinem Verhältnis zu diesem Polizeiaufgebot und Einsatz von Gewalt“, so das AZ.

Am Freitag teilte das Autonome Zentrum außerdem mit, dass es am Mittwoch vier Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem Antifa-Schriftzug gegeben habe. Das AZ warf den Behörden zudem vor, diese teilweise ohne Durchsuchungsbeschluss durchgeführt zu haben.

Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts bestätigte die Durchsuchungen am Freitag auf Anfrage der Aachener Lokalredaktion von t-online. Diese seien „zum Teil mündlich seitens der Staatsanwaltschaft, in einem Fall schriftlich, beantragt und von dem Amtsgericht in Aachen mindestens mündlich im Rahmen des Eildienstes erlassen worden“. Es habe in jedem Fall ein Durchsuchungsbeschluss vorgelegen.

Die Oberstaatsanwältin schilderte den Ablauf der Geschehnisse aus Sicht der Polizei. Zudem äußerte sie sich zu den konkreten Vorwürfen des AZs.

Eine Gruppe von 20 bis 30 Aktivisten, die der linksautonomen Szene zuzuordnen seien, sei auf die Beamten „zumarschiert“ und hätten den polizeilichen Anweisungen nicht Folge geleistet, schreibt die Oberstaatsanwältin. Ein Polizist habe daraufhin mit dem Einsatz eines Teleskopschlagstocks und eines Distanzelektroimpulsgerätes (Taser) gedroht. Eine Beamtin habe Pfefferspray gegen Aktivisten eingesetzt, da eine Androhung „situationsbedingt nicht möglich“ gewesen sei und sich eine „weitere Personengruppe formierte“.