Widersprüchliche Entwicklung
Mehrwertsteuer sinkt: Preise in der bayerischen Gastronomie steigen
31.01.2026 – 09:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Kind beißt in einen Burger (Symbolbild): Kunden profitieren kaum von der gesunkenen Mehrwertseuer. (Quelle: IMAGO/Komuso Colorsandia/imago-images-bilder)
Der Bund hat die Mehrwertsteuer für Essen im Restaurant zum Jahreswechsel gesenkt. Verbraucher in Bayern spüren das allerdings nicht in ihrem Geldbeutel.
Gastronomen zahlen seit dem Jahreswechsel deutlich weniger Mehrwertsteuer als davor. Der Steuersatz auf Speisen in der Gastronomie wurde von der schwarz-roten Bundesregierung von 19 auf sieben Prozent gesenkt. Bekommen das auch die Gäste der Restaurants in Bayern zu spüren?
Die Antwort ist im Durchschnitt ein deutliches Nein. Die Inflationsrate stieg im Januar in Deutschland auf 2,1 Prozent an, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das statistische Bundesamt am Freitag berichtete. Im Dezember 2025 lag sie demnach noch bei 1,8 Prozent.
Preistreiber seien weiterhin hauptsächlich Dienstleistungen, sie verteuerten sich laut den Reuters-Informationen um 3,2 Prozent. Auffällig: In Bayern verteuerten sich demnach die Preise für Restaurants, Cafés und Straßenverkäufe und Ähnliches um 3,9 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 – trotz der Mehrwertsteuersenkung.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) verteidigte die Entwicklung auf Nachfrage der Nachrichtenagentur: „Preissenkungen sind keine Frage des Wollens, sondern des Könnens.“ Weiter veriwes der Branchenverband auf deutlich gestiegene Lebensmittel-, Energie- und Personalkosten.
Eine Rolle spiele etwa auch die Erhöhung des Mindestlohns auf 13,90 Euro zum 1. Januar. Die Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie helfe den Betrieben überhaupt wirtschaftlich zu arbeiten. „Soweit Spielräume vorhanden sind, werden unsere Gastronominnen und Gastronomen diese auch für preisattraktive Angebote nutzen“, so der Verband.
