Stand: 31.01.2026 09:14 Uhr
Wer bei diesem Chor mitmachen möchte, braucht weder Talent und noch Notenkenntnisse. In Hannover kommen zum „Sunday Singing“ Menschen, die einfach Spaß am Singen haben – ohne Verpflichtungen.
„Dubadubadubadubaduuu“, singen 120 Menschen und wärmen damit ihre Stimmen auf. Diesen Sonntag wird das Lied „Happy Ending“ von Mika gesungen. Chorleiter Mirko Schelske hat dafür das Lied extra so angepasst, dass auch absolute Gesangs-Anfänger Spaß und ein Erfolgserlebnis damit haben können. Das „Sunday Singing“ ist wie eine Art Chor, nur anders, sagt Schelske. Denn: Es gibt keine verbindlichen Termine, kein Vorsingen und man braucht auch keine Erfahrungen im Singen. Schelskes Motivation dahinter: „Jeder kann singen und ich hoffe, dass am Ende alle rausgehen, einen Ohrwurm haben, den Song zu Hause nochmal singen und für sich selbst sagen, ich hab Bock auf mehr.“
Ein „Safe Space“ für Spaß am Singen – ohne Druck

Chorleiter Mirko Schelske ist mit Leidenschaft dabei und lässt die verschiedenen Stimmen klingen.
So wollte Schelske ein möglichst niedrigschwelliges Angebot schaffen. Viele Menschen trauen sich nicht zu singen, oder singen nur dort, wo sie nicht gehört werden – zum Beispiel unter der Dusche oder im Auto, sagt er: „Die Idee war, einen Safe Space zu schaffen, in dem alle zusammen ohne Druck oder Ansprüche gemeinsam singen können.“ Und das scheint gut anzukommen. Als das Projekt 2024 gegründet wurde, kamen zu den Terminen etwa 20 Menschen. Schon zwei Jahre später sind es inzwischen jedes Mal mehr als 120 Personen.
Der etwas andere Chor in Hannover
Mirko Schelske sagt, dass vor allem das niedrigschwellige Angebot für die Teilnehmenden interessant sei. Das bestätigt auch die 23-jährige Anna-Lena Schaller: „Man kann einfach drauflossingen und es ist auch gar nicht schlimm, wenn man mal einen falschen Ton singt. Es ist so schön, dass kein Druck dahinter ist.“ Maximilian Henke (32) ist zum ersten Mal dabei und singt aus der letzten Reihe mit: „Es ist natürlich super-komfortabel, weil man etwas untergeht, sonst wäre es schon eine größere Überwindung für mich.“
Spontaner Chor ohne Verpflichtungen
Der Sonntags-Singtreff findet zwar regelmäßig ein- bis zweimal im Monat statt, aber teilnehmen können Interessierte so oft wie sie möchten. Verbindlich bedeutet hier freiwillig. Anna-Lena Schaller findet dieses spontane Angebot auch besonders gut: „Man hat keine Verpflichtung, muss nicht jedes Mal kommen und kann es einfach sehr spontan entscheiden. Das finde ich cool.“ Während der einstündigen Probe singen die Teilnehmenden in der Stimmlage, auf die sie am meisten Lust haben. Auch währenddessen können sie wechseln und sich ausprobieren: ob Bass, Tenor, Alt oder Sopran.
Beim Singen neue Freunde kennenlernen

Mirko Schelske organisiert das „Sunday Singing“ seit etwa zwei Jahren in Hannover.
Das „Sunday Singing“ bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen – von Grundschulkindern bis Senioren. „Obwohl es keine festen Gruppen gibt, entsteht jeden Sonntag sofort ein Gemeinschaftsgefühl bei den Leuten. Und das, obwohl sich viele noch gar nicht kennen“, sagt Mirko Schelske. Dabei haben sich auch schon Freundschaften gefunden. „Für mich ist es hier besonders interessant auch Kontakte knüpfen zu können. Als ich das erste Mal hier war, war ich danach noch mit jemandem einen Kaffee trinken. Auch heute haben wir noch Kontakt“, sagt Tobias.
„Pay what you want“-Prinzip
Wer beim „Sunday Singing“ teilnehmen möchte, kann sich ab einer Woche vorher online anmelden. Die Veranstaltung beruht auf dem „Pay what you want“-Prinzip: Am Eingang hat Schelske eine Box aufgestellt, in die die Teilnehmenden so viel Geld geben können, wie sie möchten.

Seit Mittwochabend erklingen in der Christuskirche die Stimmen. Ab 22 Uhr soll das große Finale erklingen – mit Star-Besetzung.

Menschen von 7 bis 83 Jahren haben sich in Krelingen getroffen, um zum Chor für das Musical „Bethlehem“ in Hannover zu werden.
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