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Klartext aus Köln. FC-Trainer Lukas Kwasniok (44) fand nach dem Heimsieg Freitag gegen Wolfsburg (1:0) ehrliche Worte, die man so von einem Trainer auch nicht alle Tage hört in der Bundesliga.

„Wenn ich heute TV-Zuschauer gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich eher ausgeschaltet“, gesteht Kwasniok vor allem aufgrund der 2. Halbzeit, in der seine Jungs trotz 1:0-Führung (Maina/29.) und des extrem schwachen Auftritts der Wölfe vor der Pause am Ende doch noch fast um den Ausgleich gebettelt und nicht viel mehr als Kampf und Krampf zu liefern hatten. Kwasniok: „Ich weiß, dass man gerne in jedem Spiel guten Fußball sehen will. Aber wir sind Aufsteiger und es war hart, und dann gehört das schon mal dazu.“

Was Kwasniok besonders beeindruckte

Kampf-Klub Köln. Kwasniok hatte seine Mannschaft schon mit der Aufstellung eher auf Fußball-Arbeit statt Fußball-Kunst eingestellt und mit Özkacar, Sebulonsen, Martel, Krauß und Lund gleich fünf brutale Abräumer und Defensiv-Spezialisten aufgeboten. „Wenn die Menschen bei der Ausrichtung ins Stadion kommen und Zauberfußball sehen wollen, müssen sie in ein anderes Stadion gehen“, gesteht der Trainer. „Aber sie werden von diesen Jungs einfach eine unfassbare Aufopferungsbereitschaft bekommen. Und genau die war heute zu sehen.“

Kwasnioks Plan ging auf. Seine Mannschaft überzeugte mit Leidenschaft, Einsatz und dem unbedingten Willen, den Heimsieg gegen einen direkten Konkurrenten am Ende auch festzumachen. Nicht immer schön anzusehen. Am Ende aber effektiv.

Köln-Kämpfer Ragnar Ache (27) schmeißt sich mit allem was er hat in den Ball

Köln-Kämpfer Ragnar Ache (27) schmeißt sich mit allem was er hat in den Ball

Foto: Getty Images

Kwasniok: „Unsere WM ist der Klassenerhalt“

Klartext Kwasniok: „Ich bin Trainer dieser Mannschaft und dann macht mich das extrem stolz, weil es eben auch Attribute sind – zu fighten, füreinander dazusein und sich in Bälle reinzuwerfen – die vielleicht ein bisschen unsexy sind, aber zur Art dieses Vereins dazugehören, zu dieser Mannschaft und zu meiner persönlichen Identität. Das sind Attribute, die im Fußball erlaubt und vielleicht ein bisschen in Vergessenheit geraten sind. Aber Deutschland ist auch meistens Weltmeister geworden, wenn sie über die Leidenschaft, Laufbereitschaft und Widerstandsfähigkeit gekommen sind, über Zweikampfstärke und Mentalität. Und unsere Weltmeisterschaft ist eben der Klassenerhalt. Deshalb werden wir uns weiter dafür aufopfern.“

Denn Kölns Rettungs-Rechnung bleibt bestehen. Mindestens 4 Siege müssen noch her für den Klassenerhalt. „Ich habe es nach dem Leverkusen-Spiel mal gesagt. Man wird in etwa 10 Siege brauchen diese Saison. Da sind wir auf einem guten Weg“, sagt Kwasniok und grinst: „Vier Siege aus den nächsten 14 Spielen wird zwar ein hartes Brot. Aber mit einem Schluck Wasser kannst Du auch hartes Brot ordentlich verdauen.“