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Hamburg – Das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit! Nach dem tödlichen Drama an der U-Bahn-Haltestelle Wandsbek Markt haben Unbekannte nun die Blumen geklaut, die an die 18-Jährige erinnern, die am Donnerstagabend vor eine U-Bahn gerissen wurde. Sie waren ein Zeichen stiller Trauer. Wie BILD erfuhr, sahen Mitarbeiter der Hochbahnwache die Tat in der Leitstelle auf Überwachungsbildschirmen live mit an. Mit Bahnhofsdurchsagen versuchten sie, die Täter aufzuhalten, vergeblich.

Eine Hochbahn-Sprecherin bestätigt BILD: „Die Blumen wurden von Fremden in der Nacht zu Samstag entwendet. Auch auf Durchsagen der Hochbahn-Leitstelle in Hamburg ließen die beiden Personen nicht davon ab.“

Beide starben bei dem Vorfall am Bahnsteig

Beide starben bei dem Vorfall am Bahnsteig

Foto: ddp/NIBOR

Hochbahn-Leitstelle sah alles mit an

Die beiden Unbekannten ließen sich von den Durchsagen aber nicht aufhalten. Der Grund für den geschmacklosen Diebstahl ist nicht bekannt. Laut BILD-Informationen wurde die Gedenkstelle nicht verwüstet, die Blumen wurden einfach weggenommen. Die Polizei hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis von dem Vorfall, wie die Leitstelle auf BILD-Nachfrage mitteilt.

Hamburg: Einen Tag später waren die Blumen weg. Sie waren ein Zeichen stiller Trauer

Hamburg: Einen Tag später waren die Blumen weg. Sie waren ein Zeichen stiller Trauer

Foto: Thomas Knoop

Der Blumendiebstahl geschah nur einen Tag nach dem unfassbaren Tötungsdelikt an gleicher Stelle. Am Donnerstagabend hatte ein Mann (25) eine junge Frau (18) am Bahnsteig gepackt und sich mit ihr vor eine einfahrende U-Bahn geworfen. Beide starben.

Frau (18) floh vor häuslicher Gewalt

Nach Polizeiangaben stammt der Mann aus dem Südsudan, die getötete Frau hatte die iranische Staatsangehörigkeit. Zu möglichen Beziehungen zwischen Täter und Opfer gibt es laut Polizei keine Erkenntnisse.

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Wie BILD berichtete, war der Mann den Behörden bereits als Gewalttäter bekannt. Nur zwei Tage vor der Tat soll er Polizisten angegriffen haben. Trotz eines Ermittlungsverfahrens kam er wieder frei. Die 18-Jährige lebte nach BILD-Informationen zuletzt in einem Frauenhaus. Sie war vor häuslicher Gewalt geflüchtet.

Depressiv? Hier bekommen Sie umgehend Hilfe

BILD berichtet grundsätzlich nicht über Suizide. Ausnahmen gelten bei gesellschaftlich relevanten Umständen oder wenn der Suizid im Zusammenhang mit einem Verbrechen steht, bei dem auch andere Menschen zu Schaden kamen oder getötet wurden. Wenn Sie selbst depressiv sind oder Selbstmordgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.