Augsburgs Michael Gregoritsch (r.) nach einem Treffer gegen St. Pauli

AUDIO: St.-Pauli-Trainer Blessin: „Da müssen wir zwei, drei Tore mehr schießen“ (4 Min)

Stand: 31.01.2026 18:17 Uhr

Der FC St. Pauli hat am Sonnabend im Auswärtspiel beim FC Augsburg eine unnötige 1:2 (1:1)-Niederlage kassiert und bleibt in der Fußball-Bundesliga akut abstiegsgefährdet. Die Hamburger standen sich dabei einmal mehr selbst im Weg.

von Hanno Bode

Denn an guten Torchancen mangelte es dem Team von Trainer Alexander Blessin nicht. Doch nur Danel Sinani brachte den Ball im Gehäuse unter. Und der Treffer des Luxemburgers (32.) fiel auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern war ein Elfmeter-Geschenk von Schiedsrichter Sascha Stegemann.

Augsburg, das in der Vorwoche sensationell mit 2:1 beim FC Bayern München gewonnen hatte, war hingegen effizient und hatte in Doppeltorschütze Michael Gregoritsch (41., 59.) einen Mittelstürmer alter Schule in seinen Reihen, der dem Kiezclub so gut zu Gesicht stehen würde.

„Für heute ist es sehr, sehr deprimierend.“

St. Paulis Trainer Alexander Blessin

„Wir müssen einfach zwei, drei Tore mehr schießen, und dann haben wir sogar die Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen“, sagte Blessin im Interview mit der ARD. „Wir waren in manchen Situationen – gerade bei den Gegentoren – schon ein bisschen schlafmützig. Das darf uns einfach nicht passieren. Jetzt gilt es, sich zu schütteln und zu sagen: Wir müssen dranbleiben und gucken, dass wir den Bock umstoßen.“

Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick.

St. Pauli forsch und mit Führungstor

St. Pauli ging beflügelt durch den Last-Minute-Punktgewinn im Nachholspiel am vergangenen Dienstag gegen RB Leipzig (1:1) forsch in das Duell mit den bayerischen Schwaben. Sinani (14.) und Ricky-Jade Jones (28.) ließen hochkarätige Chancen für die Hamburger aus, bevor Schiedsrichter Stegemann nach einem Foul von Marius Wolf an Manolis Saliakas auf den Elfmeterpunkt zeigte.

Eine sehr streitbare Entscheidung, hatte der frühere Nationalspieler doch ganz klar zuerst den Ball gespielt, bevor er den Griechen zu Fall brachte. Sinani waren die Proteste der Hausherren herzlich egal. Der Luxemburger verwandelte den Strafstoß sicher.

Gregoritsch trifft gegen Ex-Club

Augsburgs Michael Gregoritsch nach einem Treffer gegen St. Pauli

Augsburgs Michael Gregoritsch schnürte einen Doppelpack gegen St. Pauli, für das er in der Serie 2013/2014 spielte.

Die Führung der Blessin-Elf war durchaus verdient, auch wenn der FCA zuvor durch Alexis Claude-Maurice (15./Pfosten) sowie Gregortisch (18.) ebenfalls zwei gute Gelegenheiten gehabt hatte.

Jener Gregoritsch war es dann auch, der kurz vor der Halbzeit nach einem Eckstoß von Claude-Maurice per Kopf den Ausgleich erzielte. Der Österreicher, einst selbst für St. Pauli auf Torejagd, setzte sich im Luftduell gegen Eric Smith durch.

Blessin-Team mit Chancenwucher, Augsburg eiskalt

Der zweite Abschnitt begann wie der erste mit einem Fehlschuss von Sinani. Abermals tauchte der 28-Jährige frei vor Finn Dahmen auf, diesmal scheiterte der Offensivmann aber nicht am Keeper, sondern setzte den Ball überhastet über das Torgestänge. St. Pauli und der Chancenwucher – es entwickelt sich zu einer Neverending Story.

Und wer vorne seine Möglichkeiten nicht nutzt, der wird im Fußball zumeist hinten dafür bestraft. So auch an diesem Nachmittag in Augsburg: Nach einem Pass in die Tiefe von Claude-Maurice hatte Gregoritsch freie Schussbahn und bezwang Keeper Nikola Vasilj mit einem platzierten Abschluss ins lange Eck.

St. Pauli blieb eine Antwort auf den zweiten Treffer des Österreichers schuldig. Der Tabellenvorletzte rannte ideenlos an und konnte sich in der verbleibenden Spielzeit keine Ausgleichschance mehr erarbeiten.

Stürmer Hara nächster Japaner am Millerntor

Für mehr Torgefahr bei den Hanseaten soll künftig Stürmer Taichi Hara sorgen. Der Japaner wechselt aus seiner Heimat vom Erstligisten Kyoto Sanga an die Elbe. Das hatte der Kiezclub wenige Stunden vor Spielbeginn in Augsburg mitgeteilt. der 26-Jährige verkörpere einen Spielertyp, „den wir bislang nicht in unserem Kader hatten“, so Sportchef Andreas Bornemann.

Hara, der bisher zweimal für Japans Nationalteam auflief, wurde ablösefrei verpflichtet und trifft am Millerntor auf seine Landsleute Tomoya Ando und Joel Chima Fujita.

St. Paulis Martijn Kaars (M.) und seine Mitspieler jubeln.

Bundesliga

Die Hamburger zeigten sich gegenüber dem Stadtderby stark verbessert und verdienten sich den Zähler gegen den Champions-League-Aspiranten.

St. Paulis Hauke Wahl (l.) und HSV-Angreifer Fabio Baldé

Der HSV kann mit dem Remis besser leben als der FC St. Pauli, für den die Lage im Bundesliga-Abstiegskampf prekär bleibt.

20. Spieltag, 31.01.2026 15:30 Uhr

Dahmen – Chaves (46. Keitel), K. Schlotterbeck, Banks – Fellhauer, Massengo, Rexhbecaj (77. Zesiger), Marius Wolf (77. M. Pedersen) – Rieder (60. Kade), Claude-Maurice – Gregoritsch (84. Essende)

2

Vasilj – Ando, Smith, Mets – Saliakas (84. Ceesay), Sands, Rasmussen, Pyrka – Sinani (63. Kaars), Fujita (71. Irvine) – Jones (63. Pereira Lage)

1

Tore

  • 0:1 Sinani (32., Foulelfmeter)
  • 1:1 Gregoritsch (41.)
  • 2:1 Gregoritsch (59.)

Weitere Daten zum Spiel