Andrej Kramaric jubelt

Stand: 31.01.2026 17:26 Uhr

Der entscheidende Unterschied zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem 1. FC Union Berlin war am Samstag die Effizienz. Bei ihrem 3:1 (2:0)-Sieg in der Fußball-Bundesliga nutzte die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer ihre wenigen Chancen wie eine Spitzenmannschaft. Die Kraichgauer nehmen Kurs auf die Champions League.

Die ersten beiden Hoffenheimer Tore erzielte Andrej Kramaric per Elfmeter (42. Minute) und Kopfball (45.), das 3:0 fiel durch ein Eigentor des Berliners Diogo Leite (47.). Für Union traf Rani Khedira in der 68. Spielminute.

„Ein perfekter Jänner“, freute sich Ilzer mit seinem typisch österreichischen Dialekt. „Der Schlüssel war, dass wir kurz vor der Pause zwei Tore gemacht haben.“

Die beiden Teams mit den meisten Fouls der Liga waren zuvor ihrem Ruf von Anfang an gerecht geworden. Sofort warfen sie sich auf einem seifigen Platz in Hoffenheim mit vollem Körpereinsatz in die Zweikämpfe. So entstand dann auch die erste Großchance des Nachmittags.

Nach einem kurz ausgeführten Hoffenheimer Abstoß liefen die Berliner so hartnäckig an, dass sie Torhüter Oliver Baumann zu einem Fehlpass zwangen. Nach seiner Balleroberung versuchte Khedira den Nationalkeeper zu überlupfen, aber scheiterte beim Abschluss, weil sich Baumann trotz eines Ausrutscher gerade noch rechtzeitig ausreichend aufgerappelt hatte (8.).

Elfmeter bringt Hoffenheim ins Spiel

Hoffenheim brauchte bis zur 28. Minute für den ersten Torabschluss. Kramaric versuchte es aus der Distanz, aber der Ball verfehlte das Tor um zwei Meter. Weil die Hoffenheimer Versuche auch danach ähnlich harmlos blieben, war es zwangsläufig, dass das Führungstor nach einem Elfmeter fiel. Nach einem Querschläger von Unions Diogo Leite kam Fisnik Asllani in der Mitte zuerst an den Ball, aber wurde von Leopold Querfeld abgeräumt. Schütze Kramaric verlud Frederik Rönnow und verwandelte gewohnt sicher.

Union-Trainer Steffen Baumgart hatte genau das vor dem Spiel befürchtet: „Wir wollen dem Gegner nicht mit einem Elfmeter einen Vorteil verschaffen.“ Er wusste, dass die Berliner so schon das Hinspiel gegen Hoffenheim (2:4) und vergangene Woche die Partie gegen Borussia Dortmund (0:3) aus der Hand gegeben hatten.

Vielleicht wusste er auch, wie verunsichert seine Mannschaft reagieren würde: Nur zwei Minuten nach der Führung flankte Bazoumana Touré unbedrängt von der linken Seite in den Berliner Strafraum und fand Kramaric. Dessen Kopfball landete unhaltbar in der linken Ecke des Tores. Union sei nach dem Rückstand angestürmt, analysierte Ilzer, aber: „Meine Mannschaft hat das dann super gespielt und gut die Seite verlagert.“

Eigentor von Union nach Wiederanpfiff

Wer glaubte, dass die Berliner die Halbzeitpause dafür nutzen würden, um sich zu sammeln, lag falsch. Zumindest dauerte es nach Wiederanpfiff nur zwei Minuten, bis sich der schnelle Touré erneut auf der linken Seite durchsetzte. Seine scharfe Flanke bugsierte Leite beim Rettungsversuch ins eigene Tor.

Nun stand es nach zwei Hoffenheimer Schüssen aufs Berliner Tor 3:0. Und dabei blieb es auch nach der 60. Minute, als der eingewechselte Andras Schäfer die große Chance auf den Anschlustreffer vergab. Sein freier Schuss aus der Strafraummitte war zu unplatziert, um Baumann zu überwinden.

Khediras Anschluss für Union nach VAR-Check

Weil Khedira mit 60-minütiger Verspätung doch noch das Tor traf, schöpfte Union noch mal Hoffnung – aber erst nachdem der Schiedsrichter Robin Braun das Tor am Spielfeldrand noch mal überprüft hatte. Nach Ansicht der Bilder stellte er aber zu Recht fest, dass ein Körperkontakt von Ilyas Ansah im Vorfeld nicht für ein Foul ausreichte. An der Niederlage der Berliner änderte das aber nichts.

Baumgart lobte trotz allem den „Charakter“ seiner Mannschaft: „Nach einem 0:3 kann man gegen eine Mannschaft in dieser Form auch ganz andere Sorgen bekommen.“

Seine Berliner empfangen am kommenden Freitag im eigenen Stadion Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr). Für Hoffenheim steht dagegen das Topspiel am Sonntagabend bei Tabellenführer FC Bayern München an (17.30 Uhr).