Nach der Ankündigung, dass die Freilichtbühne dieses Jahr überraschend geschlossen werden muss, will die Stadt in die Zukunft gerichtet agieren und hat die Gründung eines Runden Tischs angekündigt. Ziel ist es, gemeinsam mit Künstlern, Veranstaltern und weiteren Akteuren Perspektiven für einen Kultursommer in Augsburg zu entwickeln.

Die Idee, das Gaswerk als alleinigen Ausweich-Ort für die womöglich mehrjährige Schließung zu etablieren, stieß in Reihen der Rathausopposition auf mäßige Begeisterung. Generation Aux und SPD forderten alternative Spielorte in der Innenstadt statt einige alleinige Versteifung aufs Gaswerk. Auch der Verein „Theaterviertel jetzt“ machte Druck. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) zeigte sich sofort nach dem Anlaufen der Diskussion offen für weitere Spielorte, am Wochenende kündigte die Stadt dann die Gründung des Runden Tischs mit dem Namen „Eine Stadt, viele Freilichtbühnen“ an.

„Die Schließung der Freilichtbühne braucht jetzt kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander“, so Weber. „Jetzt besteht die Chance, Sommer-Kultur dezentral an überraschende Orte zu bringen und unserer Stadt einen frischen Impuls zu geben.“ Kulturreferent Jürgen Enninger (Grüne) sagte: „Was uns jetzt passiert ist, haben wir uns nicht ausgesucht.“ Gleichzeitig entstehe dadurch die Chance, neu zu denken, Kräfte zu bündeln und pragmatische Lösungen zu entwickeln. Ziel sei, dass Kunst und Kultur in Augsburg in diesem Sommer noch vielfältiger ihre Plätze finden. So könne Kultur zum Motor einer lebendigen Innenstadtentwicklung werden.

Ohne verlässliche Alternative drohen Kartenrückgaben

Offen blieb zunächst, ob mit dem Runden Tisch das Gaswerk als Ausweichspielort zur Diskussion gestellt wird oder ob es bei der Innenstadt-Bespielung um zusätzliche kleinere Angebote geht. Das Gaswerk ist bisher als alleiniger Ausweichort gesetzt für Musical-Aufführungen und Konzerte. Theaterintendant André Bücker hatte sehr deutlich klar gemacht, dass eine Musical-Inszenierung mit wenigen Monaten Vorlauf vor großem Publikum aus seiner Sicht nur am Gaswerk machbar sei, weil dort schon Theater-Infrastruktur in der Interimsspielstätte im Ofenhaus vorhanden ist. Kulturreferent Enninger wies darauf hin, dass man sich zunächst voll aufs Gaswerk fokussiert habe, um innerhalb weniger Tage eine verlässliche Alternative auf die Beine zu stellen. Könne man eine solche nicht bieten, sprängen Ticketinhaber schnell ab und kämen nicht wieder.

„Kraftvoller Impuls für das Theater und die Innestadt“: SPD will in die Fuggerstraße gehen

Die SPD will vom Gaswerk weggehen und setzt voll auf die Fuggerstraße als alternativen Spielort – angesichts des gedrängten Zeitplans ein ambitioniertes Vorhaben, zumindest für dieses Jahr. „Was im ersten Moment ungewöhnlich erscheinen mag, kann bei genauer Prüfung einen kraftvollen Impuls für das Theater und die Innenstadt geben“, so SPD-Vize-Vorsitzende Lara Hammer. Die SPD will über ihre Stadtratsfraktion eine detaillierte Prüfung der Fuggerstraße als Ausweichort beantragen. Man wisse, dass die Fuggerstraße als Standort komplexer als das Gaswerk sei, es sei aber an der Zeit, Neues zu probieren. Auch die Frage des Nahverkehrs müsse Gegenstand der Prüfung sein, gibt die SPD zu. Vermutlich könnte, sofern sich die Fuggerstraße überhaupt als Aufführungsort eignet, zu Zeiten von Aufführungen keine Straßenbahn fahren. Man fordere eine ergebnisoffene Prüfung mehrerer Alternativen, so die SPD.

  • Stefan Krog

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • SPD

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • Freilichtbühne

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis