Jubel bei Philipp Hofmann und Koji Miyoshi

Stand: 31.01.2026 15:52 Uhr

Der VfL Bochum hat den ersten Sieg im Jahr 2026 gefeiert – und das ausgerechnet im kleinen Revierderby gegen den FC Schalke 04.

Die Luft für den FC Schalke 04 an der Tabellenspitze wird immer dünner. Das 0:2 (0:2) am Samstag beim VfL Bochum war für die Gelsenkirchener bereits das vierte sieglose Spiel in Folge. Am Sonntag könnten sowohl Darmstadt als auch Paderborn die Schalker vom Platz an der Sonne verdrängen. Die Bochumer dagegen setzen ihre Aufholjagd in der der 2. Liga unermüdlich fort.

Bochum trifft nach 42 Sekunden

Die Hausherren erwischten gegen Schalke einen Blitzstart, führten nach gut 40 Sekunden bereits mit 1:0. Maßgeblichen Anteil daran hatte Bochums Trainer Uwe Rösler, der bei der Aufstellung ein goldenes Händchen bewies. Denn es waren ausgerechnet die drei neuen in der Startelf, die für das frühe Tor sorgten. Callum Marshall schickte Gerrit Holtmann auf der linken Seite. Seine scharfe Hereingabe ins Zentrum verwertete Koji Miyoshi aus kurzer Distanz.

Jubel bei Philipp Hofmann und Koji Miyoshi

Der Rückstand schockte die Gelsenkirchener nur kurz. Schließlich hatten sie auch im Hinspiel eine Bochumer Führung noch gedreht. So versuchten sie nun auch selbst vermehrt offensive Akzente zu setzen, was durch Nikola Katic und Soufiane El-Faouzi auch gelang. Wirklich gefährlich wurde es für Timo Horn im Bochumer Tor aber nur selten.

Es entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, in dem Bochum jedoch das gefährlichere Team blieb. Vor allem Holtmann machte auf seiner Seite ordentlich Dampf. Folgerichtig fiel auch der zweite Treffer der Hausherren kurz vor der Pause über links: Vorausgegangen war ein Schalker Ballverlust am Bochumer Strafraum. Anschließend hatte Holtmann auf seiner Seite viel Platz, den er für einen punktgenauen Pass zu Philipp Hofmann nutzte. Der nagelte den Ball aus rund 12 Metern an die Unterkante der Latte, von wo aus er über die Torlinie sprang.

Zwei Schalker Tore nicht gegeben

Offenbar hatte Schalkes Trainer Miron Muslic in der Halbzeit aber die richtigen Worte gefunden, denn sein Team kam mit deutlich mehr Schwung und Spielkontrolle aus der Kabine. Das hätte sich nach 52 Minuten fast ausgezahlt, doch Kenan Karaman scheiterte mit seinem Versuch am stark reagierenden Horn. Drei Minuten später zappelte dann der Ball tatsächlich im Bochumer Kasten, doch der Treffer zählte nicht. Der Schiedsrichter hatte zuvor ein Foul von Katic an Horn gesehen – eine umstrittene Entscheidung.

Die Bochumer suchten nun kaum noch den Weg nach vorne, überließen den Gästen fast vollständig das Feld. Nur selten gab es Entlastungsangriffe. Doch den Schalkern fehlte es heute auch am Spielglück. Denn nach 76 Minuten hatte der Gelsenkirchener Anhang erneut den Torschrei auf den Lippen – Karaman hatte den vermeintlichen Anschluss erzielt. Doch auch dieser Treffer wurde letztlich nicht gegeben, da der zur Halbzeit eingewechselte Edin Dzeko den Ball beim Pass auf den Bosnier mit der Hand berührt hatte. Nicht nur wegen der zwei nicht gegebenen Tore forderte Karaman im Anschluss: „Wir müssen das Spiel schnell abhaken.“

Der VfL nutzte in den letzten Minuten jede Möglichkeit, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Eine Taktik, die letztlich aufging. Zwar rannten die Königsblauen nochmal an, ein Treffer aber gelang nicht mehr. So blieb es beim 2:0-Erfolg, den sich die Bochumer durch ihre starke erste Hälfte auch verdient hatten. „Es war eine super erste Halbzeit. Die Führung war total verdient und hätte eigentlich noch höher ausfallen können“, sagte Rösler nach der Partie. Er musste allerdings auch zugeben, dass man beim nicht gegebenen Treffer durch Katic „ein bisschen Glück“ hatte.

Für Bochum war es das siebte ungeschlagene Spiel in Serie – und der erste Sieg gegen Schalke seit Februar 2009. Oder wie es Hofmann ausdrückte: „Ein sehr wichtiger Sieg für die Moral.“

NRW-Wochen für den VfL Bochum

Beim VfL Bochum geht es nach dem Revierderby gleich mit zwei weiteren NRW-Duellen weiter. Am kommenden Freitag ist die Rösler-Elf bei Preußen Münster gefordert, an Karnevalssonntag empfängt Bochum den SC Paderborn. Für die Schalker steht als nächstes ein Heimspiel gegen Kellerkind Dynamo Dresden auf dem Programm. Anpfiff ist kommende Woche Sonntag um 13 Uhr.

Unsere Quellen:

  • Zweitliga-Spiel Bochum gegen Schalke am 31.01.2026 (Live-Übertragung bei Sky)

Sendung: WDR.de, „Abgezockte Bochumer schlagen Schalke – die Audio-Highlights“, 31.01.2026, 15:07 Uhr

Westdeutscher Rundfunk