– Am Montag nahmen die Schneefälle kein Ende, am Dienstag türmt es sich überall weiß auf. Zahlen des bayerischen Landesamtes für Umwelt zeigen, wo es besonders viel geschneit hat in der Region – auch rekordverdächtig?

Am Montag (26. Januar) wollten die Schneefälle in weiten Teilen Frankens kein Ende nehmen. Die Folge: Vielerorts kam das öffentliche Leben zum Erliegen, Präsenzunterricht fiel aus und im öffentlichen Personennahverkehr ging gar nichts mehr.

Am Dienstag stellt sich sukzessive Normalität ein, wenngleich es weiterhin zu Schulausfällen und Einschränkungen im ÖPNV kommt, und es ist Zeit die Meterstäbe herauszuholen. Die Schneeberge rechts und links der Straßen lassen es bereits erahnen: Mancherorts fiel so viel Schnee wie schon lange nicht mehr.

Der Hochwassernachrichtendienst vom Bayerischen Landesamt für Umwelt erfasst die Schneehöhen. Stand Dienstagmorgen wurden folgende Höhen gemessen:

  • Adelsdorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt): 27 cm
  • Georgensgmünd (Landkreis Roth): 12 cm
  • Gräfenberg-Kasberg (Landkreis Forchheim): 31 cm
  • Haundorf-Obererlbach (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen): 17 cm
  • Langenzenn (Landkreis Fürth): 15 cm
  • Lauf/Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land): 30 cm
  • Markt Bibart (Lankreis Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim): 35 cm
  • Neumarkt/Oberpfalz: 13 cm
  • Nürnberg-Netzstall: 35 cm
  • Parsberg (Neumarkt/Oberpfalz): 14 cm
  • Pleinfeld (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen): 18 cm
  • Pommelsbrunn (Landkreis Nürnberger Land): 33 cm
  • Thalmässing (Landkreis Roth): 8 cm
  • Schlüsselfeld (Lankreis Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim): 16 cm
  • Roth: 11 cm
  • Gremsdorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt): 26 cm
  • Hersbruck (Landkreis Nürnberger Land): 20 cm
  • Pretzfeld-Hagenbach (Landkreis Forchheim): 28 cm
  • Gräfenberg-Rangen (Landkreis Forchheim): 31 cm
  • Herzogenaurach-Burgstall (Landkreis Erlangen-Höchstadt): 18 cm
  • Kalchreuth (Landkreis Erlangen-Höchstadt): 33 cm
  • Nürnberg-Krottenbach: 32 cm
  • Schwarzenbruck (Landkreis Nürnberger Land): 28 cm
  • Zirndorf (Landkreis Fürth): 25 cm
  • Forchheim: 28 cm
  • Möhrendorf-Kleinseebach (Landkreis Erlangen-Höchstadt): 32 cm

Am Dienstag strahlt die Sonne vom Himmel. So schnell wie die Schneehöhen empor geklettert sind, dürften sie nun auch wieder fallen.

Vergleich von Wetterdaten zeigt: Hier in der Region fiel rekordverdächtig viel Schnee

Doch welche Schlüsse lassen die Schneemengen im Vergleich zu den Vorjahren zu? Fielen zwischen dem 26. und dem 27. Januar Rekord-Mengen in Franken? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erfasst seit Jahrzehnten die Rekord-Schneestände pro Jahr. Der Vergleich mit Zahlen aus der Vergangenheit zeigt, 2026 wird mancherorts als eines der Rekord-Jahre in Sachen Schneefall in die Statistiken eingehen.

In Möhrendorf-Kleinseebach (Landkreis Erlangen-Höchstadt) fielen im Februar 1942 seit Beginn der Aufzeichnungen die meisten Flocken. Der Schnee türmte sich 36 cm hoch. 2026 sind es nur vier Zentimeter weniger.

In Zirndorf im Landkreis Fürth fielen bis Dienstagmorgen (27. Januar) 25 Zentimeter Schnee. Nur in einem Jahr, nämlich 2010, wurde laut den Daten des DWD mehr Schnee gemessen. Damals waren es im Dezember 26 Zentimeter.

28 Zentimeter Schnee in Pretzfeld-Hagenbach (Landkreis Forchheim) sind im regionalen Vergleich für 2026 zwar ordentlich, aber immer noch weit vom in der Fränkischen Schweiz jemals gemessenen Rekord entfernt. 2001 und 2002 fielen jeweils 41 Zentimeter Schnee in der Spitze und auch in den Jahren 2004 bis 2006 kamen nochmal 30 bis 35 Zentimeter zusammen.

Der Vergleich der Schneedaten für Nürnberg funktioniert nur eingeschränkt. Die Messstellen des Hochwassernachrichtendienstes für die aktuellen Schneemengen sind in Netzstall und Krottenbach. Die Messstelle des DWD für die Schneemengen der Vergangenheit befindet sich in der Nähe des Flughafens. Bei der Messstelle des DWD ist die höchste je gemessene Schneemenge 35 Zentimeter im Jahr 1895. Das ist in den Daten des DWD für Nürnberg aber ein absoluter Rekord. Sonst lagen die Mengen maximal im mittleren 20er-Bereich. Dementsprechend sind die Schneemengen von Montag beziehungsweise Dienstag für Nürnberg durchaus als rekordwürdig zu betrachten.