Nicht nur Paris erlebt einen Taufboom: Seit fünf Jahren ist in Frankreich ein deutlicher Anstieg junger Menschen und Erwachsener zu beobachten, die um die Taufe bitten. Anfang 2025 sind die Zahlen erneut deutlich angewachsen. Dies hat Erzbischof Laurent Ulrich von Paris dazu veranlasst, die Einberufung einer grossen Provinzsynode vorzuschlagen.
(woz/cna) Allein in der Erzdiözese Paris wurden zu Ostern 2025 laut der Catholic News Agency 2’652 Erwachsene getauft. Gemäss einer jährlichen Umfrage des Nationalen Dienstes für Katechumenen der französischen Bischofskonferenz stieg die Zahl der Erwachsenentaufen landesweit auf 17’800. Während der Osternacht am 19. April 2025 wurden allein 10’384 Erwachsene und mehr als 7’400 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren getauft.
«Äusserst erfreulich und motivierend»
«Das Thema ist äusserst erfreulich und motivierend», betonte der Generalsekretär der neuen Provinzsynode, Priester Maximilien de La Martinière, gegenüber OSV News. Er berichtete weiter: «In meiner Gemeinde haben wir in den letzten Jahren während jeder Osternacht etwa 15 Jugendliche oder junge Erwachsene getauft. Aber letztes Jahr waren es 23, und wir haben jetzt 50 Katechumenen von 800 Menschen, die sonntags zur Messe kommen».
«Verändert die Gemeinde»
Zudem betonte der Priester, dass «dies die Gemeinde verändert. Viele Gemeinden erleben ähnliche Situationen.» Das Ausmass dieser Bewegung «beginnt sich wirklich auf das Leben der Katholiken in Frankreich auszuwirken», sagte er.
In die Provinzssynode sollen auch Jugendbewegungen wie die Pfadfinder, Schulseelsorger und katholische Universitäten eingebunden werden. Nach der Konsultationsphase werden am 31. Mai insgesamt 400 Personen einen einjährigen Prozess beginnen.
Keine Altersgrenze für die Taufe
In den darauffolgenden Monaten werden die Bischöfe nach Rom reisen, um ihre Schlussfolgerungen und Empfehlungen vorzustellen. Die Umsetzung der Beschlüsse soll zu Allerheiligen 2027 beginnen.
«Wir sind uns seit langem bewusst, dass es keine Altersgrenze für die Taufe gibt», so der Priester weiter. «Aber bis jetzt waren die Taufvorbereitungsgruppen sehr klein. Ich erinnere mich, dass es zu meiner Kindheit manchmal höchstens ein oder zwei Taufen während der Osternacht gab. Heute sind es Dutzende», betonte er.
Eine besondere Rolle spielten nach seinen Worten Grosseltern, deren Glaubenspraxis für viele junge Taufbewerber prägend sei. «Viele von ihnen sprechen darüber, wie wichtig ihre Grosseltern für sie waren», fügte er hinzu. Diese Generation sei häufig noch kirchlich verwurzelt, während die Elterngeneration den Glauben oft nicht weitergegeben habe.
In der Schweiz haben Taufen abgenommen
Nach wie vor werden Kinder von Eltern, die einer Kirche angehören, mehrheitlich auch getauft. Im Jahr 2024 wurden in den Schweizer Bistümern ca. 13›500 Personen katholisch getauft (2019: 17’707) laut dem Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut SPI. In den letzten Jahren hat die Zahl der Taufen abgenommen.
© Katholisches Medienzentrum, 31.01.2026
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