
Mit einem Heimsieg gegen den FC St. Pauli hat der FC Augsburg in der Fußball-Bundesliga seinen Auswärtscoup beim FC Bayern München veredelt. Durch das 2:1 (1:1) am 20. Spieltag gegen die „Kiez-Kicker“ verschafft sich der FCA im Tabellenkeller weiter Luft.
„Winterpausen-Rückkehrer“ Michael Gregoritsch (41., 59. Minute) bescherte nach dem Rückstand durch Daniel Sinani (32., Foulelfmeter) mit seinen ersten Treffern Augsburg nach dem 2:1-Erfolg in München den zweiten Sieg in Folge. „Das waren wichtige drei Punkte. Wir sind jetzt vier Spiele ungeschlagen und das haben wir uns erarbeitet“, stellte Matchwinner Gregoritsch am Sportschau-Mikrofon fest.
Mit jetzt 22 Punkten hat der FCA auf Platz zwölf erst einmal acht Punkte Luft auf einen direkten Abstiegsplatz. Trotzdem war Augsburgs Trainer Manuel Baum im Sportschau-Interview nicht ganz zufrieden: „Zwei Sachen waren herausragend: das Ergebnis und dass wir das Spiel gedreht haben. Aber über den Rest müssen wir Montag sprechen, weil die Leistung war nicht die, die wir uns vorstellen.“
Der FC St. Pauli (14 Punkte), der erneut mit seiner Abschlussschwäche (ein Elfmetertor bei xGoal-Wert 3,29) zu kämpfen hatte, bleibt im Jahr 2026 ohne Sieg und hat als Vorletzter schon eine Lücke von vier Zählern auf den Relegationsplatz. „Eigentlich müssen wir zwei, drei Tore mehr schießen und haben dann auch eine Chance, das Spiel zu gewinnen“, haderte St.-Pauli-Trainer Alexander Blessin im Sportschau-Gespräch: „Wir waren in manchen Situationen – auch bei den Gegentoren – zu schlafmützig.“
Sinani schießt aus sieben Metern FCA-Torwart Dahmen an
Dabei hatte St. Pauli zu Beginn zunächst die spielerisch besseren Momente nach vorne und nach 13 Minuten die große Chance zur Führung. Ricky-Jade Jones entwischte auf links in den Rücken der Abwehr und legte klug quer vors Tor. Dort stand der mitgelaufene Sinani völlig frei, bekam den Ball aber aus sieben Metern nicht klar platziert und scheiterte an FCA-Keeper Finn Dahmen.
Die Aktion schien ein Weckruf für die Gastgeber zu sein. Fast im Gegenzug erspielte sich Augsburg seine erste dicke Chance. Alexis Claude-Maurice lief von halblinks alleine auf das Tor zu, schoss den Ball an Schlussmann Nikola Vasilj vorbei – traf aber nur den Pfosten (15.). Wenig später musste Vasilj gegen Gregoritsch retten (18.).
St. Pauli nimmt Elfmeter-Geschenk an
Die Partie hatte Fahrt aufgenommen, weil sich St. Pauli nie versteckte und Augsburg etwas selbstbewusster wurde. Die nächste dicke Möglichkeit hatten die Gäste. Dieses Mal verschaffte Joel Chima Fujita auf links mit einem Dribbling Platz und legte nach innen. Jones stand vier Meter vor dem Tor frei, wusste aber offensichtlich in der Kürze der Zeit nicht, wie er den halbhohen Ball verarbeiten sollte und drückte ihn schließlich mit der linken Schulter Richtung Tor. So konnte Arthur Chaves noch dazwischenspringen und für Augsburg retten (29.).
Für die Führung brauchte St. Pauli schließlich die Unterstützung des Schiedsrichters. Als Augsburgs Marius Wolf im Strafraum klar vor Manolis Saliakas wegrutschte, fiel der Grieche in der Anschluss-Aktion über Wolfs Bein. Stegemann entschied auf Elfmeter. Und da auch der VAR nicht eingriff, bekam Sinani seine Chance vom Punkt.
Torwart Dahmen ahnte zwar die Ecke, aber der Ball schlug halbhoch neben dem rechten Pfosten zum 1:0 für die Gäste ein. Das zog Augsburg erst einmal den Stecker. In den nächsten Minuten kam von der Mannschaft von Trainer Manuel Baum nichts. Ein Schuss von Fabian Rieder (38.), der aus 18 Metern aber klar über das Tor ging, konnte man noch am ehesten als Abschluss bezeichnen.
Augsburgs Gregoritsch trifft erst per Kopf und dann nach Solo
So brauchten auch die Augsburger einen Standard für ihren Treffer. „Winterpausen-Rückkehrer“ Gregoritsch antizipierte die Flugbahn einer Ecke von Claude-Maurice am besten und köpfte aus fünf Metern zum 1:1 ein.
In Halbzeit zwei wurde die Partie zäher. Beide Teams gingen die Zweikämpfe energisch an. Spielerisch gelang nicht viel, wobei sich St. Pauli deutlich mehr bemühte. Doch wie man seine Chancen effektiv nutzte, zeigte dann Augsburgs Gregoritsch. Schön nahm die Leihgabe von Bröndby Kopenhagen einen Ball über halblinks mit in den Strafraum und schloss überlegt zum 2:1 ins lange Eck ab.
St. Pauli harm- und glücklos im Abschluss
St. Pauli mühte sich redlich, war aber Richtung Tor fürchterlich harm- und auch glücklos. So hatte Mathias Rasmussen (72.) nach einem weiteren ordentlichen Spielzug die nächste gute Abschlussposition im Strafraum – und traf nur FCA-Verteidiger Keven Schlotterbeck.
Die Gäste ackerten weiter. In den letzten Sekunden der fünfminütigen Nachspielzeit hatten die eingewechselten Jackson Irvine und Abdoulie Ceesay noch eine Doppelchance. Doch ein Block und ein schwacher Schuss unterstrichen noch einmal, dass das Team von Trainer Alexander Blessin einfach nicht zum Toreschießen in Augsburg war.
Augsburg in Mainz, St. Pauli gegen Stuttgart
Für Augsburg steht am 20. Spieltag das nächste wichtige Kellerduell an. Am Samstagnachmittag (07.02.2026, 15.30 Uhr) ist der FCA bei Mainz 05 zu Gast. St. Pauli spielt zunächst am Dienstag (20.45 Uhr) im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Bayer 04 Leverkusen und empfängt dann in der Bundesliga am Samstagnachmittag den VfB Stuttgart.