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Eine Woche nach den Ausschreitungen beim Ostduell zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden ist jetzt FCM-Präsident Dr. Jörg Biastoch in die Offensive gegangen. Er fand am Rande des Heimspiels gegen Hannover (1:2) klare Worte.

Biastoch: „Bei diesen Gewaltexzessen sind rote Linien überschritten worden. Es ist schlimm, was in dieser Dynamik entstanden ist. Aber ich rufe jetzt keinen populistischen Maßnahmenkatalog aus.“

Denn: Der FCM wollte erst mit allen Seiten sprechen. Dazu gehörte neben der Polizei und dem Innenministerium auch die Fanszene und die Sicherheitsleute.

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Biastoch erklärte: „Wir haben mit allen Beteiligten geredet, mit der aktiven Fanszene, mit der Polizei und mit den Sicherheitsdiensten. Was wir ausschließen können, ist, dass es eine geplante Aktion war. Wir haben dabei festgestellt, das es Fans auch aus der aktiven Fanszene gab, die versucht haben, zu deeskalieren. Aber die Dynamik ist so extrem geworden, dass keiner mehr durchgedrungen ist. Die Leute waren vollkommen von der Rolle.“

Stadionverbote werden in Magdeburg ausgesprochen

Und der FCM-Präsident stellte klar: „Jeder Täter, der ermittelt wird, muss mit weiterführenden Konsequenzen rechnen. Da wird es Stadionverbotsverfahren geben. Das ist auch der aktiven Fanszene und Fanhilfe klar, dass da enstprechend der Vorgaben entschieden wird.“

Beim Spiel gegen Hannover wurde über die volle Spieldistanz keine Werbung auf der LED-Bande geschaltet, sondern zum friedlichen Fußball aufegrufen.

Beim Spiel gegen Hannover wurde über die volle Spieldistanz keine Werbung auf der LED-Bande geschaltet, sondern zum friedlichen Fußball aufegrufen.

Foto: Ronny Hartmann

Auch mit Konsequenzen gegenüber dem Verein rechnet der Vereinsboss. Der DFB hat eine Untersuchung angeordnet, eine Stellungnahme vom Verein wurde eingefordert, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren und ein Sportgerichtsverfahren wird kommen.

Biastoch: „Wir rechnen mit einer empfindlichen Geldstrafe. Wir hoffen nicht, dass es Geisterspiele gibt. Wenn ich es aber mit anderen Vorfällen vergleiche, da kann es durchaus sein, dass es mal zu einer Blocksperre kommt.“

FCM-Kritik an der DFL

Und was kann der Verein für Maßnahmen ergreifen, um eine neuerlich solche Gewaltaktion zu verhindern?

Magdeburg-Präsident Jörg Biastoch mit klaren Worten.

Magdeburg-Präsident Jörg Biastoch mit klaren Worten

Foto: Ronny Hartmann

Biastoch: „Wir sind am Überlegen, welche Möglichkeiten wir noch haben. Eines steht fest, dass wir weiter an dem Konzept der Deeskalation und Kommunikation festhalten werden. Gewalt spielte jahrelang keine Rolle in unserem Stadion. Dass jetzt der Ausbruch kam, hat uns erschüttert. Wir loten auch bauliche Maßnahmen aus, dass solche versuchten Blockstürme verhindert werden können.“

Eine Kritik an der DFL konnte sich der Präsident jedoch nicht verkneifen. Mehrfach hatte der FCM darauf hingewiesen, dass eine Ansetzung am Samstagabend nicht förderlich sei.

Biastoch: „Ich kann nicht verstehen, dass so ein Hochrisikospiel an einem Samstagabend angesetzt wird. Man wusste vorher, dass sich die Fan-Seiten nicht lieben. Warum gehen ich da nicht in ein Nachmittagspiel rein. Da sind bestimmte Ausgangslagen anders.“