
Gegen den 1. FC Heidenheim lief für Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga viel schief. Dann gab Kapitän Nico Schlotterbeck seinem glücklosen Mitspieler Serhou Guirassy den Ball für einen Elfmeter – und alles wurde anders.
Der zuletzt viel gescholtene Stürmer lief an und traf zum 2:2 (68. Minute). Wenig später markierte er auch noch das 3:2 (70.) und rettete dem BVB am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga den knappen Heimsieg gegen Schlusslicht 1. FC Heidenheim. Dass er dann einen weiteren Elfmeter vergab (85.), spielte zu seinem und Dortmunds Glück keine Rolle.
Die Gäste hatten zunächst den 0:1-Rückstand durch Waldemar Anton (44.) durch zwei Tore von Julian Niehues (45.+5, 48.) kurz vor und kurz nach der Pause gedreht. Und gingen doch als Verlierer vom Feld. „Wir haben sehr gut gespielt heute. Das war eine Topleistung, wenn das Ergebnis nicht gewesen wäre“, stellte Heidenheims Trainer Frank Schmidt am Sportschau-Mikrofon fest und ordnete den Sieg als „sehr glücklich für den BVB“ ein.
Dortmund robbt sich an die Bayern heran
Dortmunds Trainer Niko Kovac nahm im Sportschau-Interview vor allem eines mit: „Die Reaktion der Mannschaft auf den Rückstand war gut. Ich finde, wir haben ein gutes Gesicht gezeigt. Wir haben auch ordentlichen Fußball gespielt.“
Während Heidenheim (13 Punkte) nach jetzt sieben sieglosen Spielen am Tabellenende das rettende Ufer immer mehr aus den Augen verliert, dürfen sie in Dortmund von ganz Großem träumen. Nachdem Tabellenführer Bayern München mit dem 2:2 beim Hamburger SV erneut Federn gelassen hatte, liegt der BVB (45 Punkte) auf einmal nur noch sechs Zähler hinter Platz eins.
Serhou Guirassy zunächst glücklos
Die Partie brauchte ein wenig, um sich zu sortieren. Heidenheim war in der Defensive von Beginn an hellwach, lief das Dortmunder Aufbauspiel mutig an und zog sich schnell tief zurück, wenn das Pressing überspielt war. So hatte der BVB nicht viel Platz – aber die erste gute Chance.
Guirassy (14.) setzte sich auf links gegen Patrick Mainka durch und zog Richtung Tor los. Doch statt vor dem Tor den komplett freistehenden Jobe Bellingham zu bedienen, versuchte der BVB-Angreifer einen Abschluss aus spitzem Winkel, um seine Ladehemmung wegzuschießen. Aber FCH-Torwart Diant Ramaj stand gut und parierte.
Serhou Guirassy versucht es selbst und scheitert an Ramaj.
Dortmunds Nico Schlotterbeck köpft knapp drüber
Auch in der Folge tat sich der BVB schwer, Abschlüsse zu generieren. Wenn es gefährlich wurde, dann nach Standards. Schlotterbeck (22.) köpfte einen ersten guten Versuch drüber. Stück für Stück traute sich dann auch Heidenheim mehr zu. Nach 24 Minuten lag der Ball erstmals im Borussia-Tor, aber Mainka hatte bei einem langen Ball in der Luft Torwart Gregor Kobel zuvor im Fünfer aus dem Gleichgewicht gebracht.
Kurz darauf hätten die Gäste aber zuschlagen müssen. Doch Winter-Rückkehrer Eren Dinkci brauchte elf Meter vor dem Tor zu lange, um den Ball zur verarbeiten. Sein hektischer Schussversuch wurde dann leichte Beute von Kobel. Dortmund attackierte jetzt etwas mehr in die Tiefe und wurde fast belohnt, doch Guirassys (38.) Lupfer nach einem guten Lauf landete nur an der Latte.
Dormtund jubelt nur kurz, Heidenheim kontert
Als es nach einer torlosen ersten Halbzeit aussah, platzte der Torknoten doch noch – erst beim BVB und natürlich nach einem Eckball. Torwart Ramaj verlor im Gedränge in der Luft die Kontrolle über den Ball. Das herunterfallende Geschenk nahm Anton an und jagte den Ball aus fünf Metern zum 1:0 ins Tor.
Aber das bedeutete keineswegs die Pausenführung. Beim letzten Vorstoß der Gäste setzte sich Mathias Honsak über die linke Seite gegen Youngster Filippo Mané durch, der sich dabei verletzte. Die Hereingabe nahm Niehues direkt, wurde allerdings geblockt. Doch der Ball fiel dem Heidenheimer noch mal vor die Füße uns aus kurzer Distanz stocherte er ihn im Liegen zum 1:1 über die Linie.
Julian Niehues belohnt den mutigen Heidenheimer Auftritt kurz vor der Pause mit dem Ausgleich.
Julian Niehues besorgt mit Doppelpack Heidenheimer Führung
Und es kam noch dicker für die Schwarz-Gelben: Direkt nach der Pause setzte sich der gerade erst eingewechselte Arijon Ibrahimovic stark mit einem Solo gegen drei Verteidiger durch. Den Rückpass nahm Niehues aus 20 Metern mit vollem Risiko, leicht abgefälscht durch Svensson schlug der Ball mit 120 km/h zum 1:2 im BVB-Tor ein.
Der BVB wackelte bedenklich. Dinkci (51.) stand bei einem Standard von links am rechten Pfosten völlig blank und köpfte drüber. Noch klarer war die Möglichkeit von Marvin Pieringer, doch auch er bekam einen freien Kopfball aus fünf Metern nicht im Tor unter. Auf den Rängen machte sich Unruhe breit. Es gab erste Pfiffe der BVB-Fans.
BVB-Kapitän Schlotterbeck schenkt Guirassy Elfmeter
Zu diesem Zeitpunkt lebte Dortmund vom Glück. Und das brauchten die Gastgeber auch, um zurückzukommen. Bei einer Flanke sprang Niklas Dorsch der Ball an den Ellbogen. Nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck auf Elfmeter. Schlotterbeck nahm erst Guirassy den Ball weg und gab ihn dem schwächelnden Torjäger doch noch zurück.
Schlotterbeck überlässt dem zuletzt schwächelnden Guirassy den wichtigen Elfmeter.
Guirassy lief an und traf etwas glücklich zum 2:2, weil Torwart Ramaj den Ball eigentlich richtig erahnt hatte. Aber damit war irgendwie der schwarz-gelbe Knoten geplatzt, vor allem bei Guirassy. Keine zwei Minuten nach seinem Ausgleichstreffer zog der Angreifer über rechts in den Strafraum, bekam den Pass vom eingewechselten Maximilian Beier und bugsierte den Ball unter Bedrängnis aus spitzem Winkel zum 3:2 ins Tor.
Guirassy nimmt zweites Elfmetergeschenk nicht an
Auf einmal war der BVB wieder obenauf und jetzt wackelte Heidenheim. Mit den aufgeweckten Fans im Rücken machte Dortmund Druck und hatte in der Schlussphase die Chance zur Vorentscheidung. Nach Foul an Guirassy gab es einen weiteren Elfmeter für die Borussia.
Wieder schnappte sich Schlotterbeck den Ball. Wieder gab er ihn an Guirassy weiter. Doch dieses Mal wollte es der Stürmer zu gut machen und visierte den rechten Winkel an. Der Ball sauste über die Latte. In der achtminütigen Nachspielzeit versuchte Heidenheim alles, um doch noch einen Punkt mitzunehmen. Ibrahimovic (90.+2) hatte tatsächlich den Ausgleich auf dem Fuß, verzog aber aus kurzer Distanz.
Auch Mikkel Kaufmann (90.+5) bekam das Leder aus vier Metern nicht unter. So blieb es beim Happy End für Borussia Dortmund und für Serhou Guirassy.
Dortmund in Wolfsburg, Heidenheim gegen den HSV
Dortmund ist am kommenden Spieltag am Samstagnachmittag (07.02.2026, 15.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg zu Gast. Heidenheim empfängt parallel den Hamburger SV zum Abstiegsduell (15.30 Uhr).