Herbert Reul
NRW-Innenminister unter Druck: Vorwurf der Veruntreuung
02.02.2026 – 01:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Herbert Reul (Archivbild): Der NRW-Innenminister steht in der Kritik. (Quelle: Socrates Tassos/imago)
NRW-Innenminister in Bedrängnis: Die Innenrevision prüft Reuls Vorgehen bei Mietverhandlungen. Auch die Staatsanwaltschaft ist längst eingeschaltet.
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) steht wegen eines Immobilienvorgangs im Fokus hausinterner Ermittlungen. Das WDR-Magazin Westpol deckte auf, dass die Innenrevision den Fall untersucht. Parallel dazu beschäftigt sich die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mit dem Vorgang, wie diese bestätigte.
Auslöser ist ein Streit um Sanierungskosten für Polizeiräume in Wuppertal. Die Gebäude an der Müngstener Straße gehören dem landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB). Das Land zahlt derzeit etwa 4 Millionen Euro pro Jahr an den BLB. Nach einer geplanten Modernisierung soll sich dieser Betrag auf knapp 30 Millionen Euro erhöhen. Das Innenministerium wies diese Preisvorstellung zurück, woraufhin der BLB eine Beendigung der Verträge androhte.
Reul und Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) versuchten, den Konflikt durch eine Absichtserklärung zu lösen. „Dann haben der Finanzminister und ich entschieden, dass wir einen neuen Weg wählen, nämlich dass wir uns selber einbringen: Einmischen, auf Deutsch gesagt“, erklärte Reul im Westpol-Interview.
Westpol konnte Einblick in vertrauliche Papiere nehmen. Demnach bot Optendrenk an, ab 2030 insgesamt eine Milliarde Euro für Polizeibelange bereitzustellen – unter der Bedingung, dass 650 Millionen davon für die Wuppertaler Baumaßnahme an den BLB gehen. Mitarbeiter in Reuls Ministerium kritisieren diesen Vorstoß. Sie verweisen auf ein juristisches Gutachten, das Sanierungskosten von höchstens 173 Millionen Euro für vertretbar hält.
Die Innenrevision prüft nun, ob Reul sich zum Schaden der Polizei der Veruntreuung schuldig gemacht haben könnte. Der Vorwurf: Der Minister habe die deutlich höhere Summe zugesagt. Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte, gehen dort laufend neue Anzeigen ein, „die jeweils im Hinblick auf das Vorliegen eines Anfangsverdachts überprüft werden“.
Reul zeigte sich gelassen. „Man weiß nie, ob man nicht auf der Strecke auch mal Fehler macht. Das kann man ja nie ausschließen, denn ich habe mich persönlich eingemischt in die normalen Abläufe“, sagte er. „Ich will das Problem lösen“, betonte der Minister, der das Innenressort seit 2017 führt.
