Jubel bei den Braunschweigern

Stand: 02.02.2026 00:00 Uhr

Ganz wichtiger Sieg für Eintracht Braunschweig: Die „Löwen“ kämpften sich beim 1:0 (1:0) zum Dreier gegen den Karlsruher SC – das gibt Luft im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga.

Goldener Torschütze bei den Gastgebern war Verteidiger Kevin Ehlers, der in der 19. Minute einen haarsträubenden Fehler in der KSC-Hintermannschaft zum Treffer des Tages nutzte. Mit dem Sieg verschaffte sich Braunschweig Luft im Abstiegskampf, rückte vor ins Mittelfeld. Dort verharrt Karlsruhe – jetzt nur noch zwei Punkte vor den Braunschweigern.

„Wir wissen um die Situation in der Liga und lassen uns nicht von einem Mittelfeldplatz blenden“, sagte KSC-Trainer Christian Eichner nach Abpfiff im Sportschau-Interview. „Deswegen hätte uns ein Punkt gut getan, um die Eintracht auf Distanz zu halten. Aber dafür hätte es eine andere Leistung benötigt.“

Backhaus streicht seinen Kapitän aus dem Kader

Braunschweigs Trainer Hainer Backhaus wiederum hatte Grund zur Erleichterung und schrie nach Abpfiff alles aus sich heraus. „Ich bin eben emotional“, sagte er anschließend am Sportschau-Mikrofon. „Wir haben verdient gewonnen, denke ich. Und trotzdem haben wir es sehr unnötig spannend gemacht.“

Backhaus setzte schon vor dem Spiel ein Zeichen. Zur Überraschung aller hatte sein Kapitän Sven Köhler in der Woche seinen sofortigen Wechselwunsch bei den Eintracht-Verantwortichen hinterlegt. Reaktion: Der 29-Jährige stand nicht im Spieltagskader.

Mutige Eintracht – Braunschweigs Ehlers bestraft KSC-Patzer

Aber auch ohne den vermeintlichen Team-Leader begann die Eintracht mutig und entschlossen. Nach elf Minuten die erste echte Möglichkeit: Der athletische Erencan Yardimci wurde steil geschickt, sein Abschluss aus 14 Metern halbrechter Position wurde aber Beute von KSC-Keeper Hans-Christian Bernat. Nur sechzig Sekunden später legte der Mittelstürmer gut ab für Robin Heußer, dessen Abschluss aber nur am Außennetz landete.

In der 19. Minute die verdiente Führung: Nach einem langen Flankenball von Mehmet Aydin rasselte KSC-Verteidiger Marcel Franke mit Keeper Bernat zusammen – den abprallenden Ball verwandelte Braunschweigs aufgerückter Verteidiger Ehlers per Kopf aus acht Metern zum 1:0. Ein frühes Tor – was der Partie im eiskalten Eintracht-Stadion eine Menge Würze verlieh.

Tolles Offensivspektakel zwischen Braunschweig und KSC

Karlsruhe reagierte und drängte seinerseits mächtig nach vorn. Der agile Louey Ben Farhat, mit seiner Wendigkeit nur schwer zu fassen, jubelte nach einer guten halben Stunde für die Badener – doch vergeblich. Vorlagengeber Meiko Wäschenbach hatte bei der Einleitung des Treffers knapp im Abseits gestanden. Auf der anderen Seite musste gleich wieder Bernat sein ganzes Können zeigen: Nach einem schönen Schlenzer von Johan Gomez machte sich der KSC-Keeper ganz lang und fischte die Kugel stark aus dem linken unteren Eck (32.).

Insgesamt blieb die Eintracht Herr im eigenen Haus: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hätte Sidi Sané eigentlich das 2:0 machen müssen. Doch der jüngere Bruder von Nationalspieler Leroy Sané brachte die Kugel aus elf Metern halblinker Position freistehend auch nicht am famosen KSC-Torwart vorbei.

Karlsruhe gefordert

Für den KSC war klar: Im zweiten Abschnitt musste er endlich die Intensität der Braunschweiger annehmen und mit gleicher Münze heimzahlen. Und das funktionierte auch. Karlsruhe kam mit erheblich mehr Engagement aufs Feld zurück. Spielmacher Marvin Wanitzek – der im ersten Abschnitt auf der linken Außenbahn gar nicht gut aufgehoben war – rückte mehr ins Zentrum und übernahm die Regie.

Die Gäste machten viel Druck, ohne allerdings zu echten großen Möglichkeiten zu kommen. Erst in der 71. Minute endlich die erste Großchance: Fabian Schleusener kam nach einem halbhohen Zuspiel von links im Zentrum frei an den Ball, traf die Kugel aber 13 Meter vor dem Tor nicht richtig und schlug eher ein Luftloch, als dass er einen Schuss aufs Tor brachte.

KSC lässt Chancen liegen

Zehn Minuten vor dem Ende hätte der Ausgleich fallen müssen: Der erst 17-jährige Eymen Laghrissi – erst drei Minuten zuvor eingewechselt – hatte den Ball zwölf Meter vor dem Tor frei vor den Füßen liegen, schaufelte das Spielgerät aber tatsächlich über die Querlatte. Kein Vorwurf von den erfahrenen Kollegen auf dem Feld an den extrem jungen Mann – aber der hätte natürlich drin sein müssen. Und auch die letzte KSC-Chance blieb ungenutzt: In der letzten Minute der Nachspielzeit köpfte Roko Simic an den rechten Pfosten.

So blieb es beim knappen Braunschweiger Sieg – den die „Löwen“ unheimlich gut gebrauchen können.

Braunschweig in Bielefeld, Karlsruhe gegen Düsseldorf

Die nächsten Spiele für beide: Braunschweig ist am Sonntagmittag bei Arminia Bielefeld zu Gast (13.30 Uhr). Karlsruhe empfängt am Sonntagmittag Fortuna Düsseldorf (13.30 Uhr).