Der neue Dokumentarfilm „Melania“ über First Lady Melania Trump machte bereits vor seinem Start am letzten Wochenende Schlagzeilen: US-Medien berichteten von Kinovorstellungen, in denen kaum oder gar keine Plätze reserviert waren – auch in Ländern wie Deutschland oder Großbritannien gab es leere Kinosäle. Für Spott sorgte auch deshalb Ehemann Donald Trumps Behauptung, wonach die Tickets für das Startwochenende fast ausverkauft seien. Doch zum Teil war die Häme aus dem demokratischen Lager wohl verfrüht: Ein Flop ist „Melania“ bisher nicht.
Im Gegenteil: Der Dokumentarfilm übertraf bei seinem Kinostart in den USA sogar die Erwartungen. Der vom US-Konzern Amazon finanzierte Film spielte laut Schätzungen des Unternehmens Exhibitor Relations am Startwochenende sieben Millionen Dollar (rund 5,9 Millionen Euro) ein. Der Film landete damit auf Anhieb auf Platz drei der US-Kinocharts. Damit sei „Melania“ der erfolgreichste Dokumentarfilm seit einem Jahrzehnt, berichtet „CNN“.
Ein Umstand, der womöglich auch mit dem ungeheuer hohen Marketing-Budget zusammenhängt: 35 Millionen Dollar gaben Amazon und damit auch Tech-Milliardär Jeff Bezos für TV-Werbespots, Plakatwände und 25 zeitgleiche Vorführungen während der Premierenfeier in Washington aus. Zusammen mit der 40 Millionen Dollar teuren Produktion – Melania Trump erhielt davon allein 28 Millionen Dollar – verzeichnet „Melania“ Ausgaben in Höhe von 75 Millionen Dollar. Die Doku ist also noch weit davon entfernt, schwarze Zahlen zu schreiben.

„Melania“: 99 Prozent positive Bewertungen von Zuschauern
An den Kinokassen wurde „Melania“ von dem Science-Fiction-Streifen „Iron Lung“ auf Platz zwei und dem Horrorfilm „Send Help“ auf Platz eins getoppt. Für einen Dokumentarfilm sei dies „ein hervorragender Start“, sagte Analyst David Gross von Franchise Entertainment Research. Später soll der Film nur noch exklusiv auf Amazon Prime zu sehen sein.

US First Lady Melania Trump speaks during the world premiere of Amazon MGM Studios‘ „Melania“ at the Kennedy Center in Washington, DC, on January 29, 2026. (Photo by Brendan SMIALOWSKI / AFP)
© AFP | BRENDAN SMIALOWSKI
Während der Film in herkömmlichen Medien überwiegend als Propaganda und langweilig verrissen wurde, sind die Rezensionen von Zuschauern fast ausschließlich positiv. Im CinemaScore, einer branchenüblichen Umfrage unter Kinobesuchern, erhielt „Melania“ die Bestnote A. Das liegt allerdings wohl auch daran, dass „Melania“ als Zielgruppe die Fans von US-Präsident Trump hat – und die dem Film auf Bewertungsportalen zum Erfolg verhelfen. Dazu passt auch, dass der Film besonders gut in republikanisch geprägten Bundesstaaten besucht war. Wie „CNN“ berichtet, hätten Städte in Florida und Texas viele Zuschauer verzeichnet.
Auf der Online-Plattform „Rotten Tomatoes“, wo Rezensionen von professionellen Kritikern den Zuschauerbewertungen gegenübergestellt werden, wurde das besonders deutlich. Während nur elf Prozent der Kritiker die Doku positiv bewerteten, fällten 99 Prozent der Nutzer ein positives Urteil.
Trump-Gage von 28 Millionen Dollar: Korruption durch die Hintertür?
Bei der Premiere im John F. Kennedy Center am Freitag zeigte sich Donald Trump demonstrativ angetan. Er sagte Reportern, er sei stolz auf seine Frau; der Film sei „wirklich gut“ und „sehr glamourös“. Man benötige „etwas Glamour“, fügte er hinzu. Melania Trump sagte bei der Premiere, der Film sei keine Dokumentation. Vielmehr handele es sich um ein „kreatives Erlebnis“, das Perspektiven, Einblicke und Momentaufnahmen biete, berichtete unter anderem die „New York Times“.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.

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Die Dokumentation schildert die 20 Tage vor der zweiten Amtseinführung von US-Präsident Trump im Januar 2025 aus der Perspektive seiner Frau. Der Film zeigt seltene Momente öffentlicher Sichtbarkeit von Melania, die sich in ihrer bisherigen Amtszeit weitgehend aus dem politischen Tagesgeschäft herausgehalten hat. Zuletzt trat sie öffentlich vor allem auf, um für ihre Memoiren zu werben. Die hohe Summe, die Amazon in den Film steckte, löste eine Debatte darüber aus, ob sich der Konzern von Jeff Bezos damit die Gunst des Präsidenten erkaufen wollte.