Warnstreiks im Nahverkehr

Wieso wird in Aachen am Montag nicht gestreikt?

Aktualisiert am 02.02.2026 – 07:09 UhrLesedauer: 2 Min.

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Aseag-Bus mit Verdi-Fahnen (Archivbild): In Aachen wird am Montag nicht gestreikt. (Quelle: IMAGO/Wassilis Aswestopoulos)

In ganz Deutschland ruft die Gewerkschaft Verdi zum Streik im Nahverkehr auf. Auch Busse und S-Bahnen in NRW sind betroffen – allerdings nicht in Aachen.

Für diesen Montag hat die Gewerkschaft Verdi bundesweit zu Streiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber machen, wie Verdi am Freitag in Berlin mitteilte. Es sei davon auszugehen, dass in den betroffenen Verkehrsbetrieben der öffentliche Nahverkehr „zum Erliegen kommt“.

Die Aachener Verkehrsbetriebe (Aseag) sind als eine der wenigen Ausnahmen in Nordrhein-Westfalen nicht betroffen. Wie Aseag-Pressesprecher Paul Heesel auf Anfrage der Aachener Lokalredaktion von t-online erklärt, gebe es für die Mitarbeiter des Busunternehmens einen „eigenen Haustarifvertrag“.

Dieser sei nicht Gegenstand der derzeitigen Tarifverhandlungen. „Daher dürfen die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitenden im Rahmen dieser Tarifrunde nicht streiken“, so Heesel. Am Montag fahren somit die Busse in der Stadt wie gewohnt.

Auf Fahrgäste in Bussen und Bahnen in anderen NRW-Städten kommen hingegen gravierende Ausfälle zu. Unter anderem die Rheinbahn in Düsseldorf und die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) sind davon betroffen. Im Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr will Verdi NRW den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und schließt Warnstreiks noch vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde am 2. März nicht aus.

Verdi NRW fordert konkret, die wöchentliche Arbeitszeit von 39 Stunden bei vollem Lohnausgleich zu verkürzen. Auf welche Stundenzahl das erfolgen soll, wird noch konkretisiert. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.

Ohne spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen werde es nicht gelingen, den Personalmangel im Nahverkehr zu beheben, so Verdi. Die Gewerkschaft fordert deutlich mehr Investitionen in die Infrastruktur und das Personal.