Ende Dezember waren die etwa 40 deutschen Gasspeicher noch zu rund 57 Prozent gefüllt. Mittlerweile ist der Füllstand auf 32,9 Prozent gesunken, was deutlich unter dem Niveau der Vorjahre liegt. Zum Vergleich: Am 1. Februar 2025 betrug der Füllstand noch 56,4 Prozent. Jeden Tag werden es 0,7 Prozentpunkte weniger.
Der Gasspeicherfüllstand in Deutschland lag Anfang November 2025 mit rund 75 % deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im Krisenjahr Mitte Oktober 2022 wurde ein Füllstand von über 95 Prozent erreicht.
Die Speicher von enercity in der Region Hannover haben sich im Laufe des Januar von 1.987.060.190 auf 1.299.060.858 kWh verringert. Bleibt es bis in den März kalt in Deutschland wird das vielleicht knapp.
Die Bundestagsfraktion der Grünen sieht die aktuelle Entwicklung kritisch. Gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio erklärte Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Partei: „Wir gehen mit Unsicherheit durch diesen Winter.“ Er wirft der Bundesregierung mangelnde Vorbereitung vor und fordert Wirtschaftsministerin Reiche dazu auf, die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Gas zu bewegen, um weitere Engpässe zu verhindern. Kellner war zuvor Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium in der Ampel-Regierung.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht die Situation deutlich entspannter. Laut eigener Aussage besteht trotz der gesunkenen Speicherstände kein Anlass zur Beunruhigung: „Wir beobachten die Entwicklung täglich – es besteht kein Grund zur Sorge“, erklärte sie während ihres Aufenthalts in Saudi-Arabien. Reiche hob die vielfältigen Möglichkeiten hervor, Flüssiggas aus dem Ausland zu beziehen, und zeigte sich zuversichtlich, dass Deutschland den Winter gut überstehen werde.
Auch Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, äußerte sich ähnlich: Zwar seien die Erdgasspeicher weiterhin relevant, aber sie allein bestimmten nicht mehr die Sicherheit der Gasversorgung. Die vorhandene Infrastruktur für Flüssiggas an den Nord- und Ostseeküsten sei derzeit nicht ausgelastet, „das bedeutet: Hier gibt es noch Reserven“.
Problem dabei: Die Gaspreise steigen zurzeit massiv. Während im Dezember der Gaspreis auf sehr niedrigem Niveau war, sind die Preise im Januar von 30 auf um die 42 EUR/MWh gestiegen. Jetzt muss also ohne Not zu teuren Preisen nachgekauft werden.
Als in 2022 die Gaslieferungen aus Russland gestoppt wurden, hat Wirtschaftsminister Habeck einen Notfallplan entwickelt, der Deutschland gut durch die nächsten Winter gebracht hat. Dafür musste er sich Kritik von der CDU in der Opposition, der fürchterlichen Springerpresse und dem Foodinfluencer aus Bayern anhören.
Fakt dabei war allerdings, dass viele Staaten, die USA ganz vorne dabei, die Lage ausnutzten. Wirtschaftsminister Robert Habeck warf den Lieferstaaten vor, von Deutschland überhöhte Preise zu fordern. „Einige Länder, auch befreundete, erzielen teils Mondpreise. Das bringt natürlich Probleme mit sich, über die wir sprechen müssen“, sagte Habeck der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die EU-Kommission müsse darüber auch mit den befreundeten Staaten sprechen.
Und die als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD will allen Ernstes immer noch Gas aus Russland kaufen. Ein absoluter Irrsinn.