Mit dem Zusammenschluss des Roten Kreuz Krankenhauses Bremen (RKK) und der Roland Klinik wollen die beiden freigemeinnützigen Kliniken angesichts der Krankenhausreform ihre Kompetenzen bündeln und Arbeitsplätze sichern. Walter Klingelhöfer und Martin Langenbeck übernehmen die Leitung beider Standorte.
Die beiden freigemeinnützigen Häuser Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) und Roland Klinik führen ihre Strukturen zusammen. Wie das RKK mitteilt, habe man am 28. Januar nach rechtlicher und kaufmännischer Prüfung beschlossen, dass die Roland Klinik künftig Träger des RKK sein soll. Walter Klingelhöfer und Martin Langenbeck übernehmen gemeinsam die Leitung beider Standorte, ebenfalls bleiben sie Geschäftsführer des RKK.
Hintergründe der Fusion
Hintergrund der Zusammenführung sei einerseits das geplante altersbedingte Ausscheiden aus der Roland Klinik der beiden Geschäftsführer Petra Wehrmann und Hans-Joachim Bauer, deren Väter die 1948 gegründete Klinik bereits ab 1956 gemeinsam leiteten. „Die Roland Klinik ist unser Baby. Wir möchten, dass die Klinik weiterhin leistungsstark und konkurrenzfähig weiterentwickelt wird, wenn wir uns aus Altersgründen im Laufe dieses Jahres zurückziehen. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem RKK geprüft, in welcher Form wir die Weichen für zukunftsfähige Strukturen in der medizinischen Versorgung in Bremen stellen können“, so Bauer.
Andererseits seien die Krankenhausreform und die damit einhergehenden Veränderungen sowie Vorgaben die Gründe, den Betrieb der beiden einzelnen Standorte, Roland Klinik und RKK, in ihrer jetzigen Größe auf Dauer nicht zukunftsfähig möglich machen. „Die Veränderungen, die auf die Kliniken zukommen, sind tiefgreifend. Sie müssen auf mehrjährige Sicht geplant werden. Unsere Häuser werden zusammenrücken, sie müssen strukturiert und zukunftsfähig weiter ausgerichtet werden“, erklärt Klingelhöfer, Geschäftsführer des RKK. Der Betrieb soll in beiden Häusern wie gehabt weiterlaufen und im Zuge der Leistungsgruppen-Zuordnung entsprechend der Krankenhausreform und Landeskrankenhausplanung weiterentwickelt werden.
Arbeitsplätze sichern, Versorgung fortsetzen
Das RKK und die Roland Klinik sind als freigemeinnützige Kliniken bereits Kooperationspartner und haben während der Corona-Zeit – auch dank ihrer engen Nachbarschaft – zusammengearbeitet. „Wir haben eine sehr gute und vertrauensvolle Basis mit dem RKK und dessen Geschäftsführung. Es ist uns sehr wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Roland Klinik wie bisher einen sicheren Arbeitsplatz haben. Wir werden alles dafür tun, dass die Leistungen und Versorgungsangebote der Roland Klinik ungeschmälert in dem Zusammenschluss aufgehen und auch weiterhin die qualitativ hochwertige Versorgung unserer Patientinnen und Patienten gewährleistet ist“, betont Petra Wehrmann. Die Patientenversorgung in der Roland Klinik läuft wie gewohnt ohne Einschränkungen weiter. Mitarbeitende der Roland Klinik und des RKK sind – und werden weiter – fortlaufend informiert.
Bündelung von Kompetenzen schafft neue Spielräume
Die Bündelung von Kompetenzen schaffe neue Spielräume – gerade auch im Kontext der Vorgaben der bundesweiten Krankenhausreform. „Das Leistungsspektrum der Roland Klinik, beispielsweise mit dem Zentrum für Handchirurgie und Rekonstruktive Chirurgie und dem Wirbelsäulenzentrum, ergänzt unser orthopädisches und unfallchirurgisches Versorgungsangebot am RKK. Umgekehrt wird unsere Intensivstation wichtig für die Patientenversorgung der Roland Klinik. Mit dem Zusammenschluss können wir Kompetenzen bündeln, Doppelstrukturen überdenken und besser verzahnen. Wir werden unsere Fachabteilungen optimal und zukunftsfähig ausrichten können und damit unseren Patientinnen und Patienten eine noch bessere Versorgung anbieten“, fasst Martin Langenbeck, Ärztlicher Geschäftsführer des RKK, zusammen.
Weitere Vorteile sind die Möglichkeiten der Bündelung administrativer Ressourcen sowie bessere Konditionen bei Einkauf, Energieverträgen, Vorratslagerung, Medizintechnik – Kündigungen seien nicht geplant, heißt es weiter. Im Gegenteil: Der Zusammenschluss könnte neue Karriereperspektiven, Entwicklungsmöglichkeiten und Mitgestaltungsprozesse eröffnen.
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