Berlin ist am Montag in eine weitere eisige Winterwoche mit konstanten Minusgraden gestartet. Temperaturen, die sich auch an den zahlreichen Seen und Gewässern der Hauptstadt bemerkbar machen werden. Zugefrorene Wasserflächen üben dabei seit jeher eine besondere Faszination auf den Menschen aus, obwohl bekannt ist, wie riskant das Betreten des vermeintlich sicheren Eises ist. Es herrscht Lebensgefahr!

Von Schlittschuhfahrten und Spaziergängen von Ufer zu Ufer rät die Wasserschutzpolizei daher ganz grundsätzlich ab. In Berlin gibt sie generell keine Eisflächen frei, um das Risiko von Menschengruppen und Ausflüglern zu minimieren. In den vergangenen Jahren setzte die Polizei teilweise sogar Hubschrauber ein, um Uneinsichtige im Tiefflug von den zugefrorenen Gewässern zu vertreiben.

Informationen dieser Redaktion zufolge ist die Polizei auch in dieser Woche mit sogenannten Eiswagen unterwegs, kontrolliert gefährliche Wasserstellen und misst die Eisdicke. Eiswagen sind speziell für mögliche Rettungsaktionen ausgerüstet. Dazu gehört zum Beispiel ein Kälteschutzanzug, mit dem die Rettungsteams in das eiskalte Wasser gehen können.

Risse im Eis sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen

Die Senatsumweltverwaltung warnt ebenfalls: Damit eine Eisfläche auf einem See eine Person sicher tragen kann, brauche es mindestens 15 Zentimeter Eisdecke und damit mehrere Wochen anhaltenden Dauerfrost. Was bisher nicht der Fall gewesen ist. Zudem müsse das Wasser eines Sees in Gänze auf vier Grad abkühlen, was bei den eher flächengroßen Berliner Seen eine gewisse Zeit dauere. Umso tückischer sei es, dass sich an einigen Uferstellen dennoch eine vermeintlich sichere Eisdecke gebildet habe. „Das ist trügerisch“, so ein Experte. „Bäume und Pflanzen sorgen für Risse, die man mit bloßen Auge nicht erkennt.“

Die Stärke des Eises werde durch viele weitere Faktoren beeinflusst, wie die Fließgeschwindigkeit des Wassers, einfließende Abwässer, die Sonneneinstrahlung oder die Schifffahrt, heißt es von der Senatsumweltverwaltung.

Polizei rät dazu, fließende Gewässer zu meiden

Wer trotzdem aufs Eis geht, tut dies auf eigene Gefahr – und sollte laut Berliner Polizei einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beachten. „Gehen Sie niemals alleine, in der Dunkelheit oder bei schlechter Sicht auf das Eis!“, lauten die wichtigsten Regeln. Zudem sollten fließende Gewässer sowie Eisflächen unter Brücken gemieden werden.

Auch die Berliner Feuerwehr rät dringend von einem Betreten der Eisflächen ab. Wenn man selbst einbricht, gelte es, nicht in Panik zu geraten, so ein Feuerwehrsprecher auf Nachfrage: „Versuchen Sie, den Kopf über Wasser zu halten, sich wieder auf ein möglichst breites Stück Eis zu ziehen und vorsichtig bis zum Ufer zu robben.“

Wenn jemand anderes ins Eis eingebrochen ist, sollten Helferinnen und Helfer bei Rettungsversuchen darauf achten, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Zuallererst sollten die Feuerwehr über den Notruf 112 oder die Polizei über 110 verständigt werden.

Berliner Feuerwehr: Schon ein Todesfall

„Versuchen Sie nach Möglichkeit die Rettung vom Ufer, zum Beispiel mit einer Stange, Rettungsleiter, einem Seil oder einem Rettungsring“, rät die Feuerwehr den Betroffenen. Bisher verhält sich der Großteil der Hauptstädter aber glücklicherweise vernünftig. Wie die Feuerwehr mitteilt, musste sie in den vergangenen, extrem kalten Woche nur zweimal zu Einsätzen ausrücken, um eingebrochene Menschen zu retten.

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Einmal mit tragischem Ausgang: Während eine Person am Montag lebend aus dem Wannsee gezogen werden konnte, konnte eine weitere am Donnerstag nur noch tot aus dem Biesdorfer Baggersee geborgen werden.

Die Staatsanwaltschaft Berlin leitete ein Todesermittlungsverfahren ein. Ziel sei es, die konkrete Ursache und den Hergang des Todes zu ermitteln, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Identität des Verstorbenen sei bislang nicht bekannt.