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Relana Schmidt und Manfred Schulz an einem Haupteinsatzort, dem Mainufer. © Rolf Oeser
Die Leute von „#Cleanffm“ haben im vorigen Jahr fast 10 000 Menschen angesprochen. Der nächste Cleanup steht im März bevor.
Ging es um Frankfurt, hörte Manfred Schulz früher von seiner Oma: „Pass uff, gefährlisch unn dreggisch!“ Spricht er heute mit Menschen auf der Straße, bekommt er oft „super Feedbacks – die Leute sagen: So sauber in Frankfurt!“
Manfred Schulz (75) kommt oft mit Leuten ins Gespräch, wie auch seine Kollegin Relana Schmidt. Beide sind Sauberkeitsbotschafter und -botschafterin bei der Frankfurter Kampagne #Cleanffm und zogen am Montag Bilanz ihrer Arbeit im vergangenen Jahr. Die insgesamt 21 Teilzeitkolleginnen und -kollegen waren 259-mal im Einsatz, am häufigsten (78-mal) am Main und im Hafenpark. Sie führten 9368 Gespräche – gut 2000 mehr als im Vorjahr. Thema stets: Stadtsauberkeit und Wegwerfverhalten.
Taschenaschenbecher als Geschenk
„Wir wachsen, wir bewirken was“, sagt Relana Schmidt. Nicht belehrend, sondern informierend seien sie in Zweierteams unterwegs. Ein Raucher habe seine Kippe einfach fallen lassen, berichtet die junge Frau. Sie schenkte ihm einen Taschenaschenbecher. „Der Mann war beschämt und hat die Kippe selbst aufgehoben.“
Schulz und Schmidt sind seit fünf Jahren beim 2017 gegründeten Team. Mission: Bewusstsein fördern, auf Menschen zugehen. „Wir schaffen es nicht mit Plakatkampagnen, nur im direkten Gespräch“, sagt Klimadezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Grüne). Es gebe zwar keine Zahlen darüber, was die Botschaft im Park oder auf der Straße bewirke, sagt Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, Basisstation der Leute in den grünen Shirts. Aber subjektiv habe sich seit dem Start vor sieben Jahren viel getan. Das zeigten die vielen Gespräche, die ausgewertet und an die Fachstellen weitergemeldet würden. „Aufklärung braucht Wiederholung“, sagt Gabriel.
KI wacht über die Hotspots
„Sauberkeit gewinnt man nur im Team“, liefert Benjamin Scheffler den nächsten Leitsatz. Der Geschäftsführer der Frankfurter Entsorgungs- und Service-GmbH (FES) betont, für das Sicherheitsgefühl der Menschen sei ein hohes Maß an Stadtsauberkeit von enormer Bedeutung. „Unerlässlich ist ein Maximum an bürgerlichem Engagement.“ Scheffler zitiert aus einer Studie, wonach Frankfurt die sauberste Stadt Deutschlands sei. Ein Rückgang der Abfallmenge sei messbar: neuerdings auch mit KI-basierten Kameras.
Als Gesicht der Kampagne präsentiert #Cleanffm am Montag den MMA-Kampfsportler und Geschäftsführer des Lokals „Pik Dame“, Max Coga. „Wir wollen alle ein sauberes Zuhause“, sagt er, „und das beginnt auf der Straße.“ Es sei wichtig, dem öffentlichen Raum Respekt entgegenzubringen. Die nächste große Gelegenheit dafür bietet sich am 20. und 21. März beim gemeinsamen Aufräumen, dem „Frankfurt Cleanup“. Tausende werden erwartet.
Wer Sauberkeitsbotschafterin oder -botschafter werden möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein, verdient 16 Euro pro Stunde und wird freudig erwartet. Infos dazu und zum Cleanup: www.cleanffm.de