Die Europäische Union erwägt ein Einfuhrverbot für strategische Metalle aus Russland, um dessen Kriegsfinanzierung zu treffen, was jedoch auch die eigene Industrie vor Herausforderungen stellt.

Die Europäische Union erwägt ein Einfuhrverbot für russisches Kupfer und Platin. Damit will sie Moskaus Kriegskasse weiter austrocknen.

Brüssel – In den Büros der Europäischen Kommission laufen die Vorbereitungen für ein neues Sanktionspaket auf Hochtouren. Der Plan: Die Einfuhr strategisch wichtiger Metalle aus Russland zu stoppen. Konkret im Fokus stehen Kupfer sowie Metalle der Platingruppe wie Platin, Iridium und Rhodium. Eine Einigung der 27 Mitgliedstaaten könnte noch im Februar folgen.

Warum diese Metalle so wichtig sind

Für Europas Schlüsselindustrien sind die betroffenen Rohstoffe unverzichtbar. Kupfer fließt in jede Leitung, jedes Elektroauto und jede Windkraftanlage. Platin ist ein zentraler Bestandteil von Auto-Katalysatoren und wird in der Hochtechnologie benötigt. Ein Importstopp wäre ein schwerer Schlag – vor allem für den russischen Bergbauriesen Norilsk Nickel, einen globalen Marktführer.

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Doch die EU würde sich damit auch selbst treffen. Die globalen Märkte sind bereits angespannt. Die Kupferpreise klettern auf Rekordhöhen, das Platinangebot ist knapp. Ein Verbot würde diesen Druck weiter verschärfen und europäische Unternehmen zwingen, schnell neue Lieferanten zu finden. Könnte das den grünen Umbau der Industrie ausbremsen?

Märkte in Alarmbereitschaft

Die Drohung aus Brüssel ist nicht das erste Signal. Seit April 2024 dürfen russisches Kupfer, Aluminium und Nickel nicht mehr an den wichtigen Börsen in London und Chicago gehandelt werden – eine gemeinsame Aktion der USA und Großbritanniens. Der Londoner Edelmetallmarkt schloss russische Raffinerien bereits vor zwei Jahren aus.

Viele europäische Abnehmer meiden die Ware aus Russland schon jetzt. Sie fürchten die Risiken zukünftiger Sanktionen und Lieferkettenbrüche. Die Unsicherheit ist längst auf den Weltmärkten angekommen.

Der Balanceakt der EU

Die internen Verhandlungen in Brüssel sind heikel. Sie erfordern Einstimmigkeit. Während einige Länder, darunter die baltischen Staaten und Polen, auf maximale Härte drängen, haben andere Bedenken. Vor allem Industrienationen wie Deutschland fragen sich: Schaden wir mit diesem Schritt unserer eigenen Wettbewerbsfähigkeit mehr als dem Kriegsgegner?

Die Europäische Kommission, die den Vorschlag ausgearbeitet hat, hält sich mit öffentlichen Kommentaren zurück. Die Entscheidung wird ein Lehrstück darüber, wie die EU zwischen geopolitischer Druckausübung und wirtschaftlicher Selbstbehauptung navigiert.

Was jetzt auf die Industrie zukommt

Für Unternehmen in der Automobil-, Elektro- und Bauindustrie beginnt eine Phase der Unsicherheit. Sie müssen ihre Lieferketten überprüfen und alternative Bezugsquellen erschließen – von Afrika über Südamerika bis nach Asien. Das wird Zeit kosten und den Kostendruck erhöhen.

Die kommenden Wochen sind entscheidend. Die EU-Botschafter und Minister müssen abwägen: Ist der wirtschaftliche Schaden für Europa der politische Nutzen wert? Ihre Entscheidung wird nicht nur in Moskau, sondern auch in den Chefetagen der deutschen Industrie mit größter Spannung erwartet. Sie könnte die globalen Handelsströme für kritische Rohstoffe neu ordnen.

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