In Berlin findet im Sommer die fünfte Auflage der Techno-Demo „Rave the Planet“ statt. Das diesjährige Motto der Veranstaltung lautet „Imagine Love“ . Erwartet werden erneut Hunderttausende Teilnehmer. Im vergangenen Jahr wurde das Event zum „Rave im Regen“ – das Morgenpost-Protokoll dazu lesen Sie hier.
Erfahren Sie an dieser Stelle alles über die Neuauflage der legendären Berliner Loveparade, ihre Geschichte, Tickets, die Route, Anreise-Tipps und weitere Empfehlungen – sowie die Gründe für den Neustart als „Rave the Planet“.
Die schönsten Bilder von „Rave The Planet“ 2025
„Rave the Planet“: Tickets für Floats – Warnung vor Betrügern
Die Loveparade-Neuauflage ist wie in den Vorjahren kostenfrei. Tickets müssen nicht gekauft werden. Wer mitfeiern will, kann sich in die Parade einreihen.
Wer hingegen auf den Floats mitfahren möchte, kann Tickets auf der Website der Veranstalter (ravetheplanet.com) erwerben. Dabei werden zum Teil hohe Preise bis zu 150 Euro aufgerufen. In de Vorjahren hatten die Macher vor Ticketbetrügern gewarnt – die Infos dazu lesen Sie hier.

Hunderttausende werden im August bei der fünften Auflage von „Rave the Planet“ in Berlin erwartet.
© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Route: Floats pendeln zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule
Die Route von „Rave the Planet“ ist gegenüber den Vorjahren unverändert. Erneut pendeln die Floats auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Der Bereich westlich der Siegessäule wird aufgrund einer Baustelle nicht befahren. Eine Parade durch die City ist nicht vorgesehen. Auch eine zentrale Bühne vor der Siegessäule gibt es nicht.
Bei der Premiere von „Rave the Planet“ im Jahr 2022 waren die Teilnehmer noch durch die westliche Berliner Innenstadt gezogen. Doch schon im darauffolgenden Jahr war dies aufgrund von Sicherheitsbedenken gestoppt worden.

Die Route der „Rave the Planet“-Parade.
© Berliner Morgenpost Infografik | C. Schlippes
Das müssen Teilnehmer der Open-Air-Party wissen
- Bei großem Andrang werden die nahen S- und U-Bahnhöfe gesperrt. Dies betrifft vor allem den S-Bahnhof Brandenburger Tor und den U-Bahnhof Bundestag. Der Veranstalter empfiehlt die Anreise über den Bahnhof Zoo, den Hauptbahnhof oder die S-Bahnhöfe Bellevue, Friedrichstraße und Potsdamer Platz
- Bei Überfüllung kann die Polizei den Zugang zum Veranstaltungsbereich zeitweise einschränken
- Der Veranstalter weist darauf hin, dass Glasflaschen und scharfe Gegenstände auf der Parade verboten sind. Aus Umweltschutzgründen gelten auch Plastik-Konfetti und Folienballons zu den NoGos. Pyrotechnik oder Drohnen sind ebenfalls untersagt
- Das Erklettern von Straßenlaternen oder Ampeln ist strikt untersagt, nachdem ein „Rave the Planet“-Teilnehmer im Jahr 2023 von einem Ampelmast gefallen war, sich dabei schwer verletzte und mehrere Wochen im Koma lag
- Außerdem unerwünscht: das Mitbringen und Präsentieren von Nationalflaggen. Der Veranstalter schreibt dazu: „Für diesen einen Tag möchten wir alles Trennende und alle menschgemachten Grenzen hinter uns lassen. Back to the roots – We Are One Family“
- In der Vergangenheit kam es auf der Parade zu vereinzelten Straftaten wie Körperverletzungen, sexueller Belästigung, Drogendelikten und Sachbeschädigung. Zu nennenswerten Vorfällen kam es aus polizeilicher Sicht aber nicht, der Veranstalter sprach in den Vorjahren von einem „vollen Erfolg“

Die Party-Demo findet wie jedes Jahr zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule statt.
© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
„Rave the Planet“ 2026 in Berlin: keine klassische Party
Die Veranstalter betonen: Bei „Rave the Planet handelt es sich nicht um eine klassische Party – sondern um eine kulturpolitische Demonstration. Tanz und elektronische Musik sollen als Ausdruck für Frieden, Vielfalt, Solidarität und Gemeinschaft dienen.
Die Parade versteht sich als Nachfolge der legendären Loveparade: Sie will Berliner Club- und Rave-Kultur mit politischem Bewusstsein verbinden und elektronischer Musik im öffentlichen Raum eine Bühne bieten — nicht als Kommerzveranstaltung, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Haltung.
„Rave The Planet“: Warum der neue Name für die Loveparade?
Die Namensrechte für die Loveparade lagen bei dem Unternehmer Rainer Schaller, der ab 2006 mit seiner Firma Lopavent die Parade ausgerichtet hatte. Schaller war im November 2022 bei einem Flugzeugunglück in Costa Rica ums Leben gekommen.
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Der Neustart von Dr. Motte am Ursprungsort Berlin fand 2022 unter dem neuen Namen „Rave The Planet“ statt. Die Veranstalter schrieben damals auf ihrer Website dazu: „Damit greifen wir die Ur-Vision der Loveparade auf, dass irgendwann überall auf dem Planeten Paraden stattfinden und alle Menschen gleichzeitig in Frieden tanzen.

Dr. Motte (Matthias Roeingh).
© Archiv | Reto Klar
Wie ist die Loveparade ursprünglich entstanden? Ursprung & Geschichte
Die Loveparade war 1989 von Dr. Motte (bürgerlich: Matthias Roeingh) in Berlin ins Leben gerufen worden. Damals tanzten 150 Technofans unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ auf dem Kurfürstendamm. Später wurde daraus ein Millionenspektakel. In den Jahren 1989 bis 2006 fand die Parade in Berlin statt und zwischen 2007 und 2010 an wechselnden Orten im Ruhrgebiet.

Die Gedenkstätte des Loveparade-Unglücks.
© FUNKE Foto Services | Olaf Fuhrmann
Seit dem verheerenden Unglück in Duisburg 2010 gibt es die Loveparade nicht mehr. Als größeres Techno-Fest gab es in Berlin unter anderem den „Zug der Liebe“, die Teilnehmerzahl reichte aber nie an die Loveparade heran. Hier finden Sie weitere Informationen zur Geschichte der Loveparade.

Loveparade-Katastrophe in Duisburg: Was genau passierte 2010?
Bei der letzten offiziellen Loveparade 2010 auf dem Gelände des alten Duisburger Güterbahnhofs entstand eine Massenpanik im Tunnel und auf der Rampe zum Festivalgelände. 21 Besucher starben, mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden verletzt. Nach dem Unglück fanden keine weiteren Veranstaltungen unter dem Namen Loveparade statt.
bee