Fragen & Antworten

Standdatum: 3. Februar 2026.

Autorinnen und Autoren:
Kalina Bunk und
Marike Deitschun

Eine Frau reguliert in einer Wohnung die Heizung (Symbolbild)

Es ist kalt, es wird mehr geheizt – das lässt die Füllstände der Gasspeicher sinken. (Symbolbild)

Bild: dpa | Christin Klose

Der langanhaltende kalte Winter hat Auswirkungen auf den Gasverbrauch. Beunruhigt sein muss man deswegen derzeit aber nicht, sagt die SWB – und gibt Tipps zum Energiesparen.

Müssen sich Verbraucher in Bremen Sorgen machen?

Nein, heißt es von der SWB. Zwar sei im Januar 2026 der Gasverbrauch in Bremen und Bremerhaven im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15 Prozent gestiegen. Die Verbraucher müssen sich aber keine Sorgen machen, sagt SWB-Sprecher Jean-Paul Berndt auf Anfrage von buten un binnen: „Die Gasversorgung ist gesichert“. Demnach steht genug Erdgas für die laufende Heizperiode zur Verfügung, auch dank der LNG-Importe.

Bundesweit gibt es keine Speicher zur individuellen Versorgung einzelner Städte oder Kommunen. Die benötigten Mengen werden laut SWB also nicht direkt aus einzelnen Speichern bezogen, sondern über die Energiebörse eingekauft. Eigene Gasspeicher betreibt die SWB folglich nicht.

Auch die Bundesnetzagentur hält die Gasversorgung aktuell für stabil. Die Füllstände der deutschen Gasspeicher liegen bei gut 32 Prozent. Somit wurde die gesetzliche Füllstandsvorgabe von 30 Prozent zum 1. Februar knapp eingehalten.

Grafik demonstriert die Gasspeicherfüllstände 2021, 2025 und 2026 im Vergleich

Bild: Bundesnetzagentur

Woher kommt das Gas genau?

Die für das Land Bremen benötigten Gasmengen werden laut SWB an verschiedenen Handelsplätzen eingekauft. Das Erdgas gelangt durch das europäische Verbundnetz nach Deutschland und dann nach Bremen und Bremerhaven. Es stammt überwiegend aus europäischen Ländern wie Norwegen, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und Österreich. Darüber hinaus gewinnt der Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus Übersee seit längerem an Bedeutung.

Müssen sich Kundinnen und Kunden auf steigende Gaspreise einstellen?

Die SWB hatte den Gaspreis zum Jahresbeginn gesenkt. Der aktuelle Gasverbrauch hat dem Unternehmen zufolge keinen Einfluss auf kurzfristige Preisentwicklungen.

Wie kann man Gas sparen?

Das kann man beispielsweise durch effizientes Heizen. Jedes Grad weniger reduziert laut SWB die Heizkosten um etwa sechs Prozent. Heizungen sollten zudem – wenn nötig – regelmäßig entlüftet werden und nicht zugestellt werden. Auch beim Warmwasserverbrauch lässt sich Gas einsparen – zum Beispiel, wenn man duscht anstatt zu baden und beim Einseifen das Wasser abstellt. Darüber hinaus wird beim Lüften empfohlen, lieber stoßzulüften anstatt das Fenster länger „auf Kipp“ geöffnet zu lassen.

Wie bewerten Branchenverbände die Vorsorge für den Winter?

Die Initiative „Energien Speichern“ sowie die Gas- und Wasserstoffwirtschaft halten die Vorsorge für unzureichend. Der Staat gebe zwar Füllstandvorgaben vor, wälze ​das wirtschaftliche Risiko aber auf die Speicherbetreiber und Händler ‌ab. Zudem sei von der Möglichkeit, über staatliche Instrumente höhere Füllstände sicherzustellen, kein Gebrauch gemacht worden.

Auch die Bundestagsfraktion der Grünen wirft der Bundesregierung vor, schlecht vorgesorgt zu haben. Die Situation könne schnell akut für die Menschen in Deutschland werden. Es sei nötig, Gas zu sparen.

Wie lange bleibt es jetzt eigentlich noch so kalt?

Das ist nicht ganz klar. Der Deutsche Wetterdienst kann derzeit „kein eindeutiges Szenario“ vorhersagen. Die Meteorologen sehen Anzeichen für einen sogenannten Polarwirbelsplit ab Mitte Februar. Das könnte weitere Kaltluft nach Mitteleuropa bringen, was den Gasverbrauch stark ansteigen lassen könnte. Eine Kältewelle ab Ende Februar hält der DWD zwar für etwas wahrscheinlicher als statistisch üblich, aber „auf keinen Fall“ für sicher.

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Quelle: dpa | Christin Klose