„Stranger Things“ ist noch nicht zu Ende. Mit „Stranger Things: Tales From ‘85“ erscheint noch eine animierte Prequel-Serie. Nach der gerade erfolgten Veröffentlichung des ersten Trailers gibt es aber Aufregung um die Stimmen:

Bereits in Kürze gibt es bei Netflix noch einmal einen großen „Stranger Things“-Nachschlag. Ab dem 23. April 2026 gibt es die Animationsserie „Stranger Things: Tales From ’85 beim Streamingdienst mit dem roten N im Logo. Die Serie erzählt eine neue Geschichte, die im Winter 1985 und damit zwischen der zweiten und der dritten Staffel von „Stranger Things“ angesiedelt ist.

Für Aufregung sorgt aktuell aber nicht der Inhalt, sondern die Synchronisation. Auf dem YouTube-Kanal von Netflix finden sich so zum Beispiel massenhaft negative Kommentare unter dem deutschen Trailer. Da wir uns in diesem Artikel auf die Synchro konzentrieren, verweisen wir euch für weitere Informationen über die Serie selbst auf unseren Beitrag zum Trailer:

Die neue „Stranger Things“-Serie kommt schon in 2 Monaten zu Netflix: Hier ist der deutsche Trailer zu „Stranger Things: Tales From ’85“

Wie der am Anfang des Artikels noch einmal eingebundenen Vorschau zu entnehmen ist und von uns bereits im Trailer-Artikel thematisiert wurde, gibt es neue Stimmen für alle Figuren. Als Elfi hört ihr so nicht Carlotta Josefine Pahl und als Hopper nicht Peter Flechtner. Letzterer zeigt sich davon – ähnlich wie zahlreiche Menschen im Netz – wenig amüsiert.

In einem auf seinen Social-Kanälen, unter anderem auf TikTok, Instagram sowie seinem YouTube-Kanal, veröffentlichten Kurzvideo verliert Flechtner zwar kein Wort, aber seine Mimik beim Anschauen der neuen Passage mit „seiner“ Figur spricht mehr als Bände. Da hält jemand sehr wenig davon, dass Hopper plötzlich eine neue Stimme hat.

Geht es um KI? Das steckt hinter dem Synchronstreit mit Netflix

Noch ist unbekannt, was der Grund für die Änderung ist. Eine Vermutung ist, dass es ein Auswuchs eines aktuellen Streits zwischen Netflix und Teilen der Synchronbranche ist. Netflix besteht laut unseren Informationen darauf, dass Synchronsprecher*innen in ihren Verträgen einer neuen Klausel zustimmen. Damit geben sie das Einverständnis, dass ihre Aufnahmen zu Trainingszwecken einer KI zugeführt werden. Extra bezahlt werden soll das reine Training der KI nicht – erst ein späterer Einsatz. Auch Peter Flechtner, der die deutsche Stammstimme von u. a. Ben Affleck (zuletzt auch in „The Rip“ für Netflix) ist, gehört zu den lautstarken Kritiker*innen gegen KI-Einsatz in der Synchronbranche. Sein TikTok kommentiert er dann auch mit der Beschreibung „Scheiß KI Trainings Klausel“.

Seit Anfang Januar weigern sich einige Synchronsprecher*innen sogar deswegen mit Netflix zu arbeiten. Auch wenn es teilweise anders berichtet wurde, hat das laut unseren Informationen bislang keine Auswirkungen auf veröffentlichte Produktionen. Netflix lässt mit genug Vorlauf synchronisieren. Aktuell laufen wohl auch weiterhin Synchronarbeiten für Netflix – aber ausschließlich mit Sprecher*innen, die nicht Teil des Boykotts sind. Je nachdem, wie lange die Proteste andauern, könnte es aber noch Auswirkungen haben – gerade wenn es darum geht, weitere Staffeln von bereits existierenden Serien zu synchronisieren und man eine Kontinuität bewahren will.

Übrigens: Bereits bei der fünften Staffel der Originalserie „Stranger Things“ wurden einige deutschen Stimmen geändert. Das hatte aber andere Gründe, wie damals auch Hopper-Sprecher Flechtner aufklärte:

Plötzlich andere deutsche Stimmen in „Stranger Things“: Das ist der Grund – laut dem Sprecher von Hopper
Neue Stimmen für „Stranger Things“ – auch im Original!

Ob die neuen Stimmen für „Stranger Things: Tales From ’85“ wirklich ein Ergebnis des aktuellen KI-Streits sind, ist unbekannt. So kann es auch andere Gründe geben – insbesondere da es nicht nur die deutsche Fassung betrifft. Auch in der englischen Originalfassung des Trailers hat man so auf die etablierten Stimmen von Millie Bobby Brown, David Harbour und Co. und damit eine Kontinuität verzichtet. Sehr gut möglich ist also, dass es eine allgemeine Sparmaßnahme ist und man für die kleinere Animationsserie überall günstigere Sprecher*innen (oder sogar KI?) eingesetzt hat.

Wichtig ist zudem, dass eine Trailer-Synchronisation nicht zwingend auch die finale für die Serie sein muss. Es gibt zahlreiche Beispiele, in denen man zwecks Verfügbarkeit, Schnelligkeit oder Kostenersparnis beim Trailer noch eine andere Besetzung als beim finalen Titel gewählt hat. Dass sich Flechtner mit dem kurzen Video aber deutlich gegen die aktuelle Trailer-Synchronisation positioniert, zeigt, dass es zumindest aktuell wohl keine Übereinkunft gibt, dass wir bei der eigentlichen Serie dann doch noch seine Stimme hören.

Hier ist zum Abschluss auch noch einmal der englische Originaltrailer: