Kiel. Es ist ein unrühmlicher erster Platz: Die Pavillons am Alten Markt in Kiel sind von den Leserinnen und Lesern der Kieler Nachrichten zu den Gebäuden mit dem größten Verschönerungsbedarf in der Stadt gewählt worden. Doch: Besteht eine realistische Chance, dass die Pavillons schöner werden?
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Als die Stadt Kiel im Juni 2024 die Pavillons am Alten Markt zurückkaufte, war die Hoffnung auf Veränderung groß. Endlich könnte das Eingangstor zur Altstadt die dringend benötigte Aufwertung bekommen. Schließlich hat die Stadt als neue Eigentümerin im Sinne der Innenstadtentwicklung größeres Interesse als die Vorbesitzerin, die Grundstücksgesellschaft Handelshof Alter Markt mbh, den Platz am Ende der oberen Holstenstraße umzugestalten.
Bis 2030 keine Umgestaltung der Pavillons
Doch passiert ist seit dem Kauf im Sommer 2024 nichts. Und daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Abgesehen von notwendigen Reparaturen an den Gebäuden und der Haustechnik bleiben die sechs Pavillons unangetastet.
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Der Grund: Die Pachtverträge mit den Mietern laufen bis 2030. „Veränderungen an der denkmalgeschützten Gebäudehülle sind aktuell während der Bestandsphase bis 2030 nicht geplant“, teilt die Stadt auf Anfrage der Kieler Nachrichten mit.
Pavillons stehen unter Denkmalschutz
Erst mit dem Auslaufen der Mietverträge sollen die Pavillons saniert und aufgewertet werden. „Wir arbeiten bereits an einem Konzept“, berichtet Kiels Baudezernentin Doris Grondke. „Es gibt erste Pläne, die aber noch nicht spruchreif sind.“
Es gibt erste Pläne, die aber noch nicht spruchreif sind.
Doris Grondke
Baudezernentin von Kiel
Die Herausforderung: Die zu den Olympischen Spielen 1972 erbauten Pavillons stehen seit 2022 unter Denkmalschutz. Diese historische Einstufung verhindert nicht nur den von vielen gewünschten Abriss. Auch einem Umbau sind Grenzen gesetzt. Die Gestaltungsform muss weitgehend erhalten bleiben. An der grundlegenden Architektur wird sich wenig ändern.
Noorlys zieht als neuer Mieter an den Alten Markt
Ab 2031 soll nicht nur eine Umgestaltung beginnen. Auch die Mieterstruktur am Alten Markt könnte sich ändern. Als Vermieterin kann die Stadt Einfluss auf die Zusammensetzung von Händlern und Restaurantbetreibern nehmen. Veränderungen sind angedacht, ein Radikalschnitt sei aber nicht vorgesehen, teilte Oliver Horn, Leiter der Kieler Immobilienwirtschaft, bereits im April 2025 mit. „Auf langfristige Sicht würden wir uns mehr Geschäfte und weniger Gastronomie am Alten Markt wünschen.“
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Einen neuen Mieter soll es noch im Laufe des Jahres geben. Von den zwölf Geschäftsflächen sind derzeit elf verpachtet. In die einzigen leer stehenden Räumlichkeiten wird nach Informationen der Kieler Nachrichten die Kieler Bekleidungskette Noorlys ziehen. Bis Anfang 2025 war in dem Pavillon die Bäckerei Back-Factory Mieter. Die Fläche ist bereits entkernt worden. Sobald der Innenumbau abgeschlossen ist, kann die Fläche bezogen werden.
Bereits vor 2030 soll der Alte Markt in Teilen umgestaltet werden. Der Platz soll ein einheitlicheres Erscheinungsbild erhalten. Dies gilt in erster Linie für Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsqualität. Die ursprünglich für 2025 angekündigten Anpassungen haben jedoch bislang nicht stattgefunden. Zu den Gründen äußert sich die Stadt nicht. Auch einen genauen Zeitplan für die Platzaufwertung nennt sie nicht.
KN