Kommt eine S-Bahn aus Leipzig beispielsweise zu spät in Halle an, überträgt sie ihre Verspätung mitunter auch auf andere Fahrten, weil an bestimmten Punkten Züge aufeinander warten müssen. Hinzu kommt eine kurze Wendezeit in Halle-Trotha von nur acht Minuten und ein knapp bemessener Aufenthalt im Hauptbahnhof Halle von zwei bis drei Minuten.
Die Fahrzeiten anders zu legen, sodass mehr Zeit in Trotha und im Hauptbahnhof bleibt, sei laut DB wegen der engen Taktung im Leipziger City-Tunnel nicht möglich. Besonders bei kurzfristigen Gleiswechseln drängen sich viele Fahrgäste durch den Hauptbahnhof Halle.
Morgens an der Straßenbahn-Endhaltestelle Göttinger Bogen in Halle-Neustadt: Die Linie 9 kommt verspätet aus der Innenstadt. Da ihr hier nur vier Minuten zum Wenden bleiben, überträgt sie die Verspätung auf die nächste Fahrt. Aktuelle Fahrplanauskünfte fehlen. An jeder Haltestelle steigen mehr Fahrgäste ein – bis alle drin sind, dauert es. Die Verspätung steigt. Es sind harte Zeiten für Pendler in und um Halle. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember zeigen sich einige von ihnen zunehmend unzufrieden.
Straßenbahn in Halle-Neustadt: weniger Fahrten für mehr Fahrgäste
Auch auf den Straßenbahnlinien in Halle-Neustadt sind Fahrgäste überwiegend unzufrieden. „Ich finde es eine Katastrophe zurzeit“, meint eine wartende Frau. Seitdem die Linie 2 nur noch bis zur Schwimmhalle fährt und der Verkehr zum Göttinger Bogen und zur Soltauer Straße ausgedünnt wurde, häufen sich Verspätungen und Ausfälle.