In dieser Woche kehrt mit „Return to Silent Hill“ das legendäre Horror-Game-Franchise von Konami zurück auf die große Leinwand. Wir durften uns den neuen Film bereits vorab anschauen und verraten euch, ob sich der Gang ins Kino lohnt.

„Was? Dafür bist du wirklich extra hierhergefahren?!“ – Mit diesen Worten hat uns eine Kollegin zur Pressevorführung der kommenden Videospiel-Verfilmung „Return to Silent Hill“ bedacht. Wenig verwunderlich, immerhin wurde die inzwischen dritte Filmadaption von Konamis legendärer Psychohorror-Spielereihe in den USA von Kritikern bereits mit teils vernichtenden Bewertungen bedacht.

Und das, obwohl mit Christophe Gans („Pakt der Wölfe“) jener Regisseur zurückgekehrt ist, der den bei Fans bis heute sehr beliebten ersten „Silent Hill“-Kinofilm inszeniert hatte. Wie uns der Horrorfilm, den wir in der englischen Originalfassung gesehen haben, gefallen hat und ob euch hier tatsächlich schon der womöglich schlechteste Film des Jahres 2026 erwartet, verraten wir euch in unserer Filmkritik.

Rückkehr nach Silent Hill

Für den neuen Horrorfilm haben sich die Verantwortlichen um Gans das Videospiel-Meisterwerk „Silent Hill 2“ als Vorbild auserkoren. Das Spiel, welches ursprünglich 2001 erschienen und 2024 mit einem Remake bedacht worden ist, gilt bis heute als eines der besten Horrorspiele aller Zeiten. Damit entschieden sich die Macher für einen neuen Ansatz. Die ersten zwei Filme erzählten noch eigenständige Geschichten.

Wie in der Games-Vorlage steht James Sunderland im Mittelpunkt. Wir lernen ihn an einem Tiefpunkt in seinem Leben kennen: Nach dem Tod seiner Frau scheint er seinen Lebenswillen verloren zu haben und ertrinkt seinen Kummer in Alkohol. Eines Tages erreicht ihn jedoch ein mysteriöser Brief, aus dem hervorgeht, dass seine Frau doch noch am Leben sein könnte – ein Schock für unseren Helden!

Daraufhin begibt er sich auf den Weg zu jener Stadt, in deren Nähe sie sich einst kennengelernt hatten: Silent Hill. Dort soll er sie an „ihrem Ort“ aufsuchen. Schon kurz nach seiner Ankunft in der Stadt, die in einen dichten Nebel gehüllt ist, ereignen sich merkwürdige Dinge. Erst steht er einem grotesk aussehenden Monster gegenüber und wenig später findet er sich in einer alptraumhaften Parallelwelt wieder.

An vielen Stellen orientiert sich Christophe Gans sehr nah an der Videospiel-Vorlage – insbesondere im ersten Akt des Films. Wie James sich in einer heruntergekommenen Toilette im Spiegel betrachtet oder auf einem Friedhof eine junge Frau namens Angela trifft, sind direkt dem Spiel entliehen. Je weiter der Film voranschreitet, desto mehr treten jedoch die Probleme von „Return to Silent Hill“ zutage.

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Handwerkliche Mängel

Besonders auf filmhandwerklicher Ebene funktioniert die Videospiel-Verfilmung kaum. Ersichtlich wird dies beispielsweise beim Einsatz von Flashbacks. Hiermit erleben wir immer wieder, wie sich James und seine Frau Mary kennengelernt und letztendlich ineinander verliebt haben. Doch auch Einblicke in ihre Konflikte und Marys dunkle Vergangenheit können wir so erhaschen. Richtig eingesetzt, können Flashbacks das Interesse des Zuschauers wecken.

Im neuen „Silent Hill“-Kinofilm brechen sie jedoch regelmäßig in ungünstigen Momenten die Atmosphäre. Generell ist das Pacing (Erzähltempo) sehr sprunghaft, wirkt zwischenzeitlich fast schon gehetzt und schickt James im Eiltempo von A nach B, ohne weitere Stationen langsam aufzubauen.

Darüber hinaus sind die Dialoge im Großteil der Fälle nicht gerade sonderlich gut oder natürlich geschrieben. Die Charaktere erklären viel zu viel, teils offensichtliche Zusammenhänge, und lassen es so kaum zu, dass sich der Zuschauer selbst seine eigenen Gedanken machen könnte. Im direkten Vergleich dazu legt das Spiel „Silent Hill 2“ einen enormen Wert auf Symbolismus und subtiles Writing. Es traut es den Spielerinnen und Spielern zu, selbstständig Zusammenhänge zu erkennen und daraus wiederum eigene Schlüsse zu ziehen.

Des Weiteren ist auch der Look von „Return to Silent Hill“ insgesamt nicht unbedingt ästhetisch ansprechend. Es ist klar zu erkennen, dass viele Szenen vor einem Greenscreen gedreht worden sind und an vielen Stellen wirkt es so, als wären digitale Spezialeffekte nicht fertig gerendert worden. Daraus resultiert ein visueller Stil, der nur selten Horroratmosphäre aufkommen lässt. Dies ist besonders deshalb schade, da Gans in seinem ersten „Silent Hill“-Film noch sehr stark auf handgemachte Special Effects gesetzt hatte, die auch heute noch überraschend gut aussehen.

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Dem Videospiel-Original unwürdig

Wir könnten nun noch weiter gegen „Return to Silent Hill“ austeilen, denn es gibt durchaus noch weitere Kritikpunkte. Das Schauspiel ist zum Beispiel bestenfalls mittelmäßig und gerade die beiden Hauptdarsteller, Jeremy Irvine („Gefährten“) als James Sunderland und Hannah Anderson („The Purge – Die Säuberung“) als dessen Ehefrau Mary, geben keine sonderlich gute Figur ab. Sie haben keine echte Chemie, worunter speziell die romantischen Szenen zwischen ihren Charakteren leiden.

Von einigen schlechten Perücken und falschen Bärten fangen wir lieber gar nicht erst an. Selbiges gilt für ein paar mäßig effektive Jump-Scares, die nicht so richtig zu einem „Silent Hill“ passen wollen. Kurzum: Der neueste Versuch, Konamis legendäres Horror-Franchise auf die große Leinwand zu hieven, ist seiner Vorlage in nahezu jeder erdenklichen Hinsicht unwürdig. Mit einem besseren Verständnis für das, was das Game zu so einer besonders eindringlichen und erinnerungswürdigen Erfahrung macht, wäre hier sicherlich bedeutend mehr möglich gewesen.

Aber ist jetzt wirklich alles schlecht an Christophe Gans‘ Rückkehr in jene in dichten Nebel gehüllte Stadt? Nein, den einen oder anderen Lichtblick gab es für uns während der Filmvorführung dann doch. Das Monsterdesign einiger neuer Kreaturen oder die Albtraumwelt an sich sind etwa schaurig schön gelungen. Erstere könnten so auch direkt aus einem der Games stammen. Außerdem ist der Soundtrack, für den „Silent Hill“-Stammkomponist Akira Yamaoka verantwortlich zeichnet, insgesamt gut und sorgt dafür, dass zwischenzeitlich zumindest etwas Atmosphäre aufkommt.

„Return to Silent Hill“ startet am 5. Februar 2026 in den deutschen Kinos.

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