Bismarck-Denkmal
Jasmin Schülke /
2. Februar 2026, 15.00 Uhr
Update, 2. Februar: Was soll mit dem Bismarck-Denkmal passieren? Zur Podiumsdiskussion über den Umgang mit dem gestürzten Bismarck-Denkmal in Frankfurt-Höchst am 26. Januar bezieht die CDU-Fraktion im Römer nun Stellung und verurteilt den Sturz des Denkmals als eine vorsätzliche Sachbeschädigung. „Wer Denkmäler ansägt und umstürzt, setzt sich bewusst über Recht und Gesetz hinweg. Das hat mit demokratischer Debatte nichts zu tun. Geschichte wird nicht mit der Flex aufgearbeitet“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Nils Kößler. „Bildersturm ist kein Beitrag zur Erinnerungskultur, sondern ein Angriff auf sie.“
Die CDU-Fraktion spricht sich dafür aus, das Denkmal an seinem angestammten Platz in der Rudolf-Schäfer-Anlage wieder aufzustellen. „Es ist unstrittig, dass das politische Erbe Otto von Bismarcks kontrovers diskutiert werden muss. Genau deshalb soll das Denkmal künftig durch einen kommentierenden, historisch-kritischen Hinweis ergänzt werden. Ambivalenzen gehören zur Geschichte. Eine demokratische Stadtgesellschaft muss sie aushalten und erklären – nicht zerstören“, so Kößler. Für die aktuellen Haushaltsberatungen hat die CDU-Fraktion dazu einen Antrag eingebracht, der 10 000 Euro für Reinigung, Instandsetzung und Wiederaufstellung des Denkmals vorsieht.
Laut Kulturamt war die Debatte in Höchst der Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen zum Umgang mit umstrittenen Denkmälern sowie Namen von Straßen und Plätzen. Was die Bismarck-Statue betrifft, wird zu beobachten sein, ob die Vermutung einiger im Publikum stimmt, dass die Stadt eher dazu tendiere, Bismarck im Museum ruhen zu lassen, als ihn wieder auf seinen angestammten Platz in der Rudolf-Schäfer-Anlage zu stellen, meldet die Frankfurter Neue Presse.
JOURNAL FRANKFURT: Es ist nun fast ein Jahr her, dass die Bismarck-Statue in Frankfurt-Höchst von Aktivisten der sogenannten „Antikolonialen Bewegung“ vom Sockel gestürzt wurde. Was ist mit dem Denkmal passiert?
Ina Hartwig: Das Denkmal wurde unmittelbar nach dem Sturz gesichert und in ein städtisches Depot gebracht, um weitere Beschädigungen auszuschließen.
Wo befindet es sich genau?
In einem Depot der städtischen Museen für entsprechende Kunstgegenstände.
Wird es denn wieder am alten Standort aufgestellt?
Die städtische Kommission für Erinnerungskultur hat sich vor einigen Wochen dazu beraten und schlägt zunächst eine öffentliche Diskussion vor, bevor über den weiteren Umgang mit dem Denkmal entschieden wird. Ende September gab es bereits einen öffentlichen Aufschlag zu diesem Thema mit einer Diskussions- und Vortragsveranstaltung des Kultur- und Museumsvereins Bolongaro e.V. mit Andreas Fahrmeir von der Goethe-Universität.
Und wie geht es weiter?
Voraussichtlich im Januar lädt das in Beteiligungsprozessen durch das Format „Stadtlabor“ sehr erfahrene Historische Museum zu einer Veranstaltung in Höchst, die die Grundlage für eine politische Entscheidung zur Zukunft des Denkmals schaffen soll.
Wie ist die zeitliche Planung dazu?
Die zeitliche Perspektive hängt vom Ergebnis der durch das Historische Museum organisierten Veranstaltung ab.
Welche Kosten sind durch die Beschädigung entstanden?
Die Statue wurde durch den Sturz stark beschädigt, es kann derzeit noch nicht beziffert werden, was eine Reinigung, Sanierung und Wiederaufstellung an Kosten mit sich bringen würde. Es kommt auch darauf an, wie weiter mit ihr umgegangen wird, welche Kosten entstehen.

Jasmin Schülke
Studium der Publizistik und Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Oktober 2021 Chefredakteurin beim Journal Frankfurt.