Kiel. Die Architektur einer Stadt prägt nicht nur ihr Erscheinungsbild, sondern auch das Lebensgefühl ihrer Bewohner. Doch nicht alle Bauwerke sind gleichermaßen beliebt. In Kiel und Umgebung gibt es einige Gebäude, die bei den Einwohnern den Wunsch nach einer ästhetischen Aufwertung wecken. Die Kieler Nachrichten haben ihre Leserinnen und Leser befragt, welche Bauwerke in der Region ihrer Meinung nach einer Verschönerung bedürfen.
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Platz 10: Bundesanstalt für Milchforschung Kiel
Die Bundesanstalt für Milchforschung ist aus der im Jahre 1876 in Kiel vom Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftlichen Generalverein gegründeten Milchwirtschaftlichen Versuchsstation hervorgegangen. 1975 wurde der Grundstein für das 14-geschossige Hochhaus gelegt, in das drei der sieben Institute der Bundesanstalt für Milchforschung einziehen sollten. Bis 2004 war die Einrichtung eine eigenständige Forschungsanstalt der Bundesrepublik Deutschland, seitdem ist sie Teil des Max-Rubner-Instituts.
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- Baujahr: 1975
- Adresse: Hermann-Weigmann-Straße 1, 24103 Kiel
Platz 9: Hochhaus in Holm
Das Hochhaus in Holm wurde auf einem ehemaligen Bauernhofgelände erbaut. 1972 gab es in Kiel die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele und es entstanden im Umland Ferienzentren mit einer schlichten Architektur. Damals sollte der Holm doppelt so groß werden. Das Ferienzentrum umfasste 999 Betten auf 18 Etagen. 1980 gab es einen Großbrand. Nach einer Grundsanierung wurden Appartements verkauft, bis auf die oberen vier Etagen, die bis Herbst 2011 als Hotel vermarktet wurden. Dann wurden auch die letzten Appartements einzeln privatisiert.
- Baujahr: 1972
- Adresse: Osterwisch 2, 24217 Schönberg
Platz 8: Fahrstuhl der Gaardener Brücke
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Ursprünglich war der Aufzug nur als Provisorium gedacht. Denn die Brücke, an die er anschließt, war bei ihrer Fertigstellung 2001 unvollendet. Anstelle des Fahrstuhls sollte kurz darauf eine Rampe Richtung Germania-Hafen den Aufgang zur Brücke und die Überquerung des Gaardener Rings und der Straße Takler vereinfachen. Dieser Plan soll seit Jahren realisiert werden – doch die Brücke bleibt unvollendet. Immer wieder sorgt der Aufzug für Unmut – und Schlagzeilen. Kameraüberwachung für Wildpinkler, die von NDR-Oma Rosi mit eindringlicher Stimme abgeschreckt werden, da es immer wieder zu Pinkel-Attacken kommt.
- Baujahr: 2001
- Größe: 8 Meter hoch
- Adresse: Takler/Gaardener Brücke, 24143 Kiel
Platz 7: Parkcenter Neumünster
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Das mittlerweile leerstehende Parkcenter in Neumünster ist nun wirklich keine Augenweide. 1976 wurde es als hochmodernes Einkaufszentrum mit etwa 14.000 Quadratmeter mit Tiefgarage eröffnet. Seit 2023 steht das Gebäude leer. 2024 wurde es von der Stadt Neumünster erworben, um die Suche nach Investoren voranzubringen und den städtebaulichen Missstand zu überwinden. Die Stadt sucht einen Investor, der alles kauft, abreißt oder saniert und dann Wohnungen, am liebsten auch ein Hotel, baut. Die Polizei benutzt es regelmäßig für Übungen.
- Baujahr: 1976
- Adresse: Ecke Christianstraße und Parkstraße (gegenüber der Anscharkirche), 24534 Neumünster
Platz 6: Marine-Ehrenmal Laboe
Bevor das Marine-Ehrenmal Laboe gebaut wurde, stand dort von 1902 bis 1920 eine Wehranlage der Marine. Sie sollte den damaligen Reichskriegshafen Kiel im Ersten Weltkrieg vor Angriffen schützen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Panzerturm zerstört. 1929 wurde es nach fast siebenjähriger Bauzeit eingeweiht. Seit 1954 ist es eine Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen und zugleich ein Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren. Architektonisch zählt es zum Expressionismus. Der Turm ist 85 Meter hoch und hat zwei Aufzüge oder 341 Stufen, die zu einer Aussichtsplattform führen.
- Baujahr: 1929
- Größe: 85 Meter hoch
- Adresse: Strandstraße 92, 24235 Laboe
Platz 5: Olympiagebäude in Schilksee
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Das Olympiazentrum in Kiels nördlichstem Stadtteil versprüht noch immer den Charme der frühen 70er Jahre. Das Olympiazentrum Schilksee war der Austragungsort der Segelwettkämpfe während der Olympischen Spiele 1972 und ist seit 1988 Teil des Olympiastützpunkts Hamburg/Schleswig-Holstein. An der Stelle des Olympiazentrums befand sich bereits vor dessen Errichtung ein Hafen für Yachten und Fischer. Baubeginn war 1969. Der Riegelbau hatte 1972 das Olympische Dorf beherbergt. Heute sind hier Wohnungen für Eigentümer oder Urlauber.
- Baujahr: 1969
- Adresse: Soling 38, 24159 Kiel
Platz 4: Alte Kinderklinik UKSH Kiel
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Begründet wurde die Kinderklinik 1906, damals unter dem Namen „Gesellschaft Heinrich-Kinder Hospital“, von Irene, Prinzessin Heinrich von Preußen, weil Prinz Heinrich von Preußen erkrankte. Damals gab es noch keine Einrichtung in Kiel, die sich um erkrankte Kinder kümmern konnte. In den Kriegsjahren wurden viele der Gebäude auf dem Campus durch Bombenangriffe völlig zerstört. Sofort nach dem Kriegsende begann der Wiederaufbau. Das Gebäude wurde 1978 eröffnet. Heute haben sich drei eigenständige Kliniken herausgebildet, die jeweils für eine Spezialdisziplin stehen.
- Baujahr: 1978
- Adresse: Schwanenweg 20, 24105 Kiel
Platz 3: Bahnhof Neumünster
Der Bahnhof Neumünster schafft es im Leser-Ranking auf Platz 3 der Gebäude in Kiel und Umgebung mit dem größten Verschönerungsbedarf. 1844 wurde der Bahnhof an der ersten Bahnstrecke Schleswig-Holsteins von Altona nach Kiel von der dänischen Krone errichtet und nach ihrem König „Christian VIII. Ostseebahn“ benannt. Alle Anlagen wurden kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges nahezu vollständig zerstört. Das Empfangsgebäude aus der Anfangszeit wurde 1974 abgerissen und durch einen modernen Bau ersetzt. 2009 wurde der Bahnhof modernisiert und saniert. Er hat sechs Bahngleise und bedient neben Lübeck die meisten Eisenbahnstrecken in Schleswig-Holstein.
- Baujahr: 1844
- Adresse: Konrad-Adenauer-Platz 2, 24534 Neumünster
Platz 2: Kieler Schloss
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Sein Name klingt pompös und nach einer Sehenswürdigkeit. Aber manch einer fragt sich, wo Kiel denn ein Schloss habe. Mit der Stadtgründung Kiels 1242 wurde auf dem Standort des heutigen Schlosses eine Burg errichtet. Auf Anlass von Herzog Friedrich, dem Gründer des Hauses Gottorf, wurde die Burg 1502 abgerissen, und ein Schloss errichtet. Bis zum 18. Jahrhundert diente das Schloss als Nebenresidenz des Herzogtums Gottorf und war Witwensitz von Herzoginnen. Im Zweiten Weltkrieg wurde es bei einem Luftangriff zerstört und brannte 1944 bis auf die Grundmauern nieder. Lediglich der sogenannte Rantzaubau, der ehemalige Westflügel, blieb stehen. 1961 wurde der Grundstein für den Wiederaufbau gelegt. Heute ist es ein Kulturzentrum mit einem Konzerthaus im Neubau, das im Januar 2026 jüngst wiedereröffnet wurde.
- Baujahr: 1961
- Adresse: Dänische Straße 44, 24103 Kiel
Platz 1: Pavillons am Alten Markt Kiel
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Die KN-Leserinnen und KN-Leser haben entschieden: Die Gewinner, oder in diesem Falle vielleicht besser Verlierer in unserem Ranking, sind die Pavillons am Alten Markt.
Der Alte Markt ist der historische Mittelpunkt der Kieler Altstadt. Um den Platz haben sich Gastronomiebetriebe und Geschäfte in Pavillons angesiedelt. Sie wurden zu den Olympischen Spielen 1972 errichtet und sind denkmalgeschützt. Die Stadt Kiel hat die Pavillons 2024 zurückgekauft.
- Baujahr: 1972
- Adresse: Alter Markt 16-17, 24103 Kiel
KN