Galerie mit 24 Bildern: Iotunn – Ultima Ratio Fest 2025 in Geiselwind

Dass die Redaktionslieblinge IOTUNN auch live allererste Sahne sind, wurde in unserer Konzertberichte-Sektion schon mehrfach dokumentiert (Summer Breeze 2023, Summer Breeze 2025, Ultima Ratio Fest 2025). Wenig überraschend also, dass sie den beiden saustarken Studioscheiben „Access All Worlds“ und „Kinship“ nun ein Live-Dokument folgen lassen, das bereits im Juni 2023 auf dem dänischen „Copenhell“ mitgeschnitten wurde. Und obwohl der Release von „Kinship“ zu diesem Zeitpunkt noch mehr als ein Jahr in der Zukunft liegen sollte, fand sich mit „Mistland“ bereits ein Stück unseres Soundcheck-Siegers vom Dezember 2024 auf der insgesamt fünf Songs umfassenden Setlist.

IOTUNN mögen es episch

Nur fünf Songs? Haben wir also in Wirklichkeit nur eine EP vor uns? Keineswegs, wie der geneigte (und fiktive) Fan den (ebenso fiktiven) Ahnungslosen beruhigt, während er angesichts solch saudummer rhetorischer Fragen des (zum allgemeinen Ungemach alles andere als fiktiven) Autoren dieser Zeilen unüberhörbar mit den Augen rollt. IOTUNN mögen es eben episch und überziehen die ohnehin bereits überlangen Stücke nochmal um ein rundes Fünftel, was in einer durchschnittlichen Spielzeit von knapp 11 Minuten resultiert. Über eine solche Dauer hinweg die zum Schneiden dichte Atmosphäre aufrechtzuerhalten, ohne dass der Spannungsbogen nur ein einziges Mal durchzuhängen beginnt, ist ein echtes Kunststück. Womit sich unweigerlich die (natürlich abermals rhetorische) Frage stellt: Gelingt IOTUNN dieses?

Anstatt an dieser Stelle nur das obligatorische „Klaro“ niederzuschreiben, lässt der (sich abermals besonders clever fühlende) Autor eine weitere rhetorische Frage folgen: Warum überzeugt ihr euch nicht einfach selbst davon? Natürlich gibt es „Waves Over Copenhell“ bei den etablierten Streaming-Anbietern (oder auch auf Bandcamp) zu hören – und auf dem YouTube-Kanal von IOTUNNs Label Metal Blade darüber hinaus auch zu sehen. Vielleicht solltet ihr euch den Liveauftritt also einfach selbst anhören/angucken, anstatt dieses Review zu lesen?

Genug gepöbelt, auf zur Wertung!

Wer sich von den Pöbeleien des (leider noch immer quicklebendigen) Autoren dieser Zeilen noch immer nicht hat abschrecken lassen, wartet möglicherweise noch auf dessen Urteil. Und natürlich fällt dieses (unter Auslassung zahlreicher Gelegenheiten für weitere rhetorische Fragen) ausgesprochen positiv aus, denn IOTUNN haben mit ihrem originellen Mix aus Prog und Melo-Death nicht nur ausnahmslos grandiose Kompositionen geschaffen, sie bieten diese auch auf eine Weise dar, die den songwriterischen Kern gar roh und unverpudelt zelebriert und doch um spannende neue Details bereichert. So darf auch jeder Liebhaber der Studioversionen von der Intensität der einzelnen Live-Stücke mitgerissen sein, die in ihrer Gesamtheit gänzlich neue kosmische Dimensionen erreichen. Zur feuchtfröhlichen Festival-Sause laden IOTUNN hingegen nicht ein. Ihre Musik lädt vielmehr zum andächtigen Mitwippen ein und wurde dabei doch von den „Copenhell“-Besuchern nicht weniger intensiv abgefeiert.

Bleibt zu guter Letzt also eigentlich nur noch eine ungeduldige Frage sehnsüchtig (und ausnahmsweise überhaupt nicht rhetorisch) offen:

Wann drittes Album?