Donald Trumps Liebe zum Gold ist gut bekannt. Egal ob seine Luxuswohnung im New Yorker Trump Tower oder sein Anwesen in Mar-a-Lago: Alles ist mit dem Lieblings-Edelmetall des US-Präsidenten überzogen. Sogar das bescheidene Weiße Haus hat Trump seit seinem Amtsantritt zu vor Gold strotzenden Prunkräumen umgestalten lassen. Doch auf die Einweihung einer riesigen Trump-Goldstatue muss er sich wohl noch gedulden, wie die „New York Times“ berichtet.

„Don Collosus“ heißt die rund 4,5 Meter große Statue, die ihre rechte Faust in die Höhe reckt und an Donald Trumps Pose nach dem Attentatsversuch auf ihn 2024 erinnern soll. Dabei ist nicht etwa Trump selbst der Auftraggeber von „Don Collosus“, sondern eine Gruppe von Investoren von Kryptowährungen.

Wie die „New York Times“ berichtet, ließen sie die 300.000 Dollar teure Statue von einem Bildhauer als Würdigung Donald Trumps anfertigen. Doch bislang bleibt die aus Bronze gegossene und mit einer dicken Schicht Blattgold überzogene Statue beim Künstler – denn es gibt Streit über die Bezahlung.

Der US-Präsident erhöht den Druck auf Teheran. (Archivbild)

Trump-Goldstatue soll wohl an Austragungsort von G20-Gipfel aufgestellt werden

So behauptet der Erschaffer der Statue, Alan Cottrill, dass die Krypto-Investoren seine geschützten Bilder der Statue zur Werbung ihres Memecoins verwendet hätten. Nun verlangt er von den Auftraggebern 75.000 Dollar für die Rechte an seinem geistigen Eigentum. Laut der Times behauptet er, die Auftraggeber schuldeten ihm insgesamt 90.000 Dollar von einer Pauschalsumme von 150.000 Dollar, die er für die Rechte an der Statue erhalten sollte. Bis er das Geld hat, plant er, die Statue nicht herauszurücken, die noch in seinem Atelier im US-Bundesstaat Ohio liegt. Die Investoren weigern sich widerum bislang, die Summe zu zahlen.

Dabei ist in Trumps Golfclub in Miami bereits ein Sockel aus Stahl und Beton für die Statue gebaut worden, auf dem sie dann eine stolze Höhe von 6,7 Metern erreichen würde. Im Dezember sollen sich auf dem Gelände die Staatschefs der G20-Staaten zum jährlichen Gipfel treffen. Sollte die Statue bis dahin eingeweiht sein, würde ihnen das goldene Trump-Ebenbild kaum entgehen.

Nach Informationen der „New York Times“ habe einer der Organisatoren des Projekts seinen Mitarbeitern bereits mitgeteilt, dass Präsident Donald Trump der Enthüllung der Statue beiwohnen werde. „Sieht fantastisch aus“, schrieb Trump demnach im Dezember an ihn. Doch damit könnte es noch länger dauern als bisher gedacht.

Goldstatue: Bildhauer sollte Trump dünner und ohne „Truthahn-Hals“ darstellen

Auch hätten sich die Auftraggeber vom Künstler kleine „Anpassungen“ gewünscht. „Ich hatte ihn sehr lebensecht dargestellt“, zitiert die „New York Times“ Cottrill. „Die Krypto-Experten meinten, ich müsse den Hals etwas schlanker machen. Ich müsse ihn etwas dünner gestalten.“

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Die Krypto-Investoren hätten die Aufmerksamkeit um die Statue wohl vor allem genutzt, um ihren Memecoin „$PATRIOT“ zu bewerben. Ein Memecoin ist eine Kryptowährung, die ihren Wert durch Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erhält. Im Gegensatz zu klassischen Kryptowährungen wie Bitcoin hat sie oft keinen klaren technischen Nutzen. Mit der Statue wollten sie sich wohl auch Donald Trumps Gunst erkaufen, der als Unterstützer der Deregulierung von Kryptowährungen gilt. Dem Präsidenten und seiner Familie werden ebenfalls undurchsichtige Geschäfte und Bereicherung mit dem Konzept vorgeworfen.

Laut der „New York Times“ habe das Weiße Haus stets beteuert, weder an dem Krypto-Projekt noch an der damit verbundenen Statuenerrichtung beteiligt zu sein. Die Trump-Regierung war jedoch an der Planung des diesjährigen G20-Gipfels beteiligt – einschließlich der Wahl des Trump-eigenen Resorts als Veranstaltungsort im vergangenen September.