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Dresden – Ein abgelehnter Asylbewerber (25) aus Tunesien bricht nachts in eine Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaats Sachsen ein und soll dort versucht haben, eine schlafende Frau (26) aus Venezuela zu vergewaltigen. Jetzt steht er dafür vor Gericht.

Zwei Justizbeamte bewachen Lotfi J. (25) am Amtsgericht. 18 Tage nach der Tat war er von der Polizei geschnappt worden. Staatsanwalt Tim Blaeser (30) verliest die Anklage. Es geht um einen sexuellen Übergriff, sexuelle Nötigung unter Ausnutzung des Überraschungsmomentes und schweren Hausfriedensbruch. Im Juli 2025 war er laut Staatsanwaltschaft gegen 1 Uhr über den Zaun der Asylunterkunft geklettert und durch ein offenes Fenster in ein Gebäude eingestiegen. Hier schlief ein Paar aus Venezuela.

Staatsanwalt: Tunesier legte sich zu Opfer ins Bett

Laut Anklage soll sich der Tunesier ausgezogen, sich hinter die Frau gelegt und sie versucht haben zu vergewaltigen. Bei der Tat soll der Tunesier einen spitzen Gegenstand dabei gehabt haben. Die Frau schaffte es, ihren schlafenden Partner zu wecken. Bizarr: Als der Venezolaner den nackten Tunesier vertreiben will, soll ihn der Angeklagte auf die Schulter geküsst haben – dann flüchtet der Mann.

J. berichtet, er hätte den letzten Zug zu seiner Asylunterkunft verpasst. „Ahmad aus Syrien“ hätte ihn eingeladen, in der Erstaufnahme in Dresden zu schlafen. Als Richterin Petra Heinze (56) mehr zu „Ahmad“ wissen will, kennt er ihn dann doch nicht so gut.

Über diesen Zaun kletterte er in die Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaats Sachsen

Über diesen Zaun kletterte Lotfi J. in die Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaats Sachsen

Foto: Dirk Sukow

Socke überführte Einbrecher

Er hätte sich in der Tür geirrt, habe sich sofort entschuldigt. „Ich war betrunken“, sagt er vor Gericht und jammert, die Tat nicht begangen zu haben. „Ich mache solche Sachen eigentlich nicht. Das ist nicht mein Stil. Ich bin gut erzogen.“ Am Tatort wurde eine Socke gefunden. Laut DNA-Gutachten gehört sie dem Tunesier.

Mehr zum ThemaTatverdächtiger ist ausreisepflichtig

Lotfi J. war nach BILD-Informationen am 14. Dezember 2024 nach Deutschland gekommen. „Nach erfolglosem Asylverfahren ist er vollziehbar ausreisepflichtig“, so Ingolf Ulrich (60) von der Landesdirektion Sachsen. Freiwillig gehen will der Tunesier aber nicht. „Für die warme Unterkunft bedanke ich mich sehr“, sagt er im Gericht. Das Sozialamt zahle ihm monatlich 450 Euro. „Davon schicke ich die Hälfte nach Tunesien“, so der Angeklagte. Der Prozess wird fortgesetzt.