Gut riechen, wer will das nicht? Ob man dazu unbedingt ein Parfüm braucht, sei dahingestellt. In der Regel ist es ja so, dass man die Duftnoten, die man bei anderen so schätzt, auf der eigenen Haut nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr mit der Nase wahrnimmt. In jedem Fall wächst der Markt – nicht zuletzt beflügelt durch immer mehr junge Männer, die eine Sammelleidenschaft für besondere Düfte haben und bereit sind, stattliche Summen dafür auszugeben. Neben alteingesessenen Parfümerien wie Albrecht und Kobberger finden sie in Frankfurt ein exklusives Angebot auch in den Markengeschäften, die Dufthersteller wie Diptyque und Xerjoff selbst betreiben. Zuletzt hat auch die Kette Douglas, die bei den Premiummarken vorn mit dabei ist, ihr Filialnetz ausgebaut.

Neu in der Runde ist Skins. So heißt der Parfüm- und Kosmetikhändler aus den Niederlanden, der seit 25 Jahren auf Premium- und Nischenmarken spezialisiert ist, unter diesen bekanntere Namen wie Aesop, Diptyque oder Maison Francis Kurkdjian, aber auch Newcomer wie 19-69 oder Furtuna Skin, eine Naturkosmetikmarke aus Sizilien. Bisher vor allem online und mit rund 20 Boutiquen in den Niederlanden, Belgien und Südafrika aktiv, will das Unternehmen jetzt in Deutschland wachsen. Im Dezember wurden in Hamburg und Frankfurt die ersten Geschäfte eröffnet, weitere sind geplant.

Hingucker: Flakons von Penhaligon'sHingucker: Flakons von Penhaligon’sAnjou Vartmann

Die Filiale an der Frankfurter Kaiserstraße besteht – in direkter Nachbarschaft zu Douglas – aus einem langen, relativ schmalen Raum, der elegant und angenehm reduziert eingerichtet ist. Im Schaufenster steht ein frischer Blumenstrauß. Parfümflakons, Haar- und Körperpflegeartikel stehen hier in beleuchteten Regalen an der Wand. Hautpflege (Dr. Barbara Sturm, Susanne Kaufmann) und die dekorative Kosmetik (Laura Mercier,  Westman Atelier) befindet sich im hinteren Teil des Ladengeschäfts. Eine Cafébar ist zugleich auch Kassentheke. Langstielige Gläser deuten darauf hin, dass hier auch mal ein Einkauf mit etwas Prickelndem gefeiert wird.

Ins Auge springen etwa die Fläschchen von Penhaligon’s aus London, einem königlichen Hoflieferanten, dessen Geschichte weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Auf den Flakons stecken unterschiedliche goldfarbene Tierköpfe als Kappenverschluss, sie sollen für den jeweiligen Charakter der Eaux de Parfum stehen. Der Preis (275 Euro je 75 Milliliter) steht wie bei den anderen Artikeln sehr klein gedruckt auf dem Etikett. Positiv sind die Informationstafeln zu den jeweiligen Marken herauszustellen. Allerdings ließen sich diese noch besser formulieren: mit mehr Angaben zu den Marken und weniger PR-Floskeln.

Zu den Bestsellern gehören laut Magdalena Sawade, die das deutsche Retail-Geschäft von Skins leitet und regelmäßig in Frankfurt vorbeischaut, die Ikonen von Maison Francis Kurkdjian, unter diesen der Duft Baccarat Rouge 540 (365 Euro je 70 Milliliter), eine Hommage an die Kristallmanufaktur Baccarat zu deren 250. Geburtstag. Die Zahl 540 steht hier für die Gradzahl, bei der sich Kristallglas rot färbt. Von Extrait de Parfum spricht man laut Sawade in diesem Fall, weil der Duftölanteil höher ist als bei Eau de Parfum.

Auf Wunsch bekommen Kunden ein kleines Duftprobeset mit nach Hause. Gebucht werden können an der Kaiserstraße auch Services wie Abend- und Braut-Make-up.

Skins, Kaiserstraße 3, Frankfurt; montags bis samstags 10 bis 19 Uhr.