Eine Frau hat einen Löffel mit Proteinpulver als Nahrungsergänzungsmittel in der Hand. (Symbolbild)


Wenn der Süßstoff Sucralose stark erhitzt wird, können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Das zeigt eine Auswertung. © picture alliance / M.i.S.

1 Min Lesezeit

Der Süßstoff Sucralose, der auch in einigen Proteinpulvern enthalten ist, kann beim starken Erhitzen gesundheitsschädlich sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) im Jahr 2019, die die aktuelle Studienlage zur Stabilität des Stoffes untersucht hat. Das Bundesinstitut gibt einen vorsichtigen Warnhinweis: Wird Sucralose auf Temperaturen über 120 Grad Celsius erhitzt, können gesundheitsschädliche und sogar krebserregende Verbindungen entstehen, heißt es.

Ab einer Temperatur von über 120 Grad Celsius, zersetzt sich Sucralose schrittweise und spaltet Chlor ab. Mit steigender Temperatur schreitet dieser Prozess weiter fort. Solche Temperaturen werden etwa beim Backen oder Kochen von sucralosehaltigen Produkten erreicht, heißt es vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Sucralose: Beim starken Erhitzen entstehen gesundheitsschädliche Stoffe

Für eine abschließende Risikobewertung würden aktuell jedoch noch Daten fehlen. Unklar sei laut dem Bundesinstitut einerseits, welche toxischen Reaktionsprodukte sich im Detail bilden und andererseits, in welchen Mengen sie entstehen, wenn man Sucralose-haltige Lebensmittel auf Temperaturen über 120 °C erhitzt.

Bis zu einer abschließenden Risikobewertung empfehle das BfR jedoch, Sucralose-haltige Lebensmittel nicht stark zu erhitzen, wie beispielsweise beim Backen, Frittieren und Braten.

Prof. Hans Hauner, Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München hält dagegen: Niemand, der ab und zu Backwaren mit Sucralose verzehre, brauche sich Sorgen zu machen. Er wird in einem Artikel zum Thema Sucralose der „Apotheken Umschau“ zitiert. Es komme bei einem potenziellen Gesundheitsrisiko auch auf die Menge an, erklärt er weiter.