Nach Jahrzehnten

Wegen Umsatzeinbußen: Kult-Kiosk in Burtscheid ist dicht

05.02.2026 – 10:30 UhrLesedauer: 2 Min.

"Knubbens Häusgen" in Burtscheid: Der Kiosk galt als Treffpunkt für Anwohner, jetzt ist er geschlossen.Vergrößern des Bildes

„Knubbens Häusgen“ in Burtscheid: Der Kiosk galt als Treffpunkt für Anwohner, jetzt ist er geschlossen. (Quelle: Privat)

Der Betreiber von „Knubbens Häusgen“ zieht die Reißleine. Er begründet dies unter anderem mit erheblichen Einbußen durch die Sonntagsschließungen von Kiosken in Aachen.

Der Kult-Kiosk „Knubbens Häusgen“ im Aachener Stadtteil Burtscheid ist geschlossen. Laut der „Aachener Zeitung“ begründet Kasim Aras von der Betreiberfamilie den Schritt unter anderem mit erheblichen Umsatzeinbußen durch die von der Stadt angeordneten Sonntagsschließungen von Kiosken. Das Ordnungsamt hatte im Herbst 2024 damit begonnen, gegen an Sonn- und Feiertagen geöffnete Kioske in Aachen vorzugehen und beruft sich dabei auf das Ladenöffnungsgesetz NRW.

Bereits vor vier Wochen habe der Ausverkauf begonnen – jetzt ist der Kiosk an der Bushaltestelle Burtscheid, direkt gegenüber vom Ferbers-Parkcafé, dicht. Der Name „Knubbens Häusgen“ sei auf das Milchbüdchen einer Frau Knubben zurückzuführen, das ab den 60er Jahren dort stand, so die Lokalzeitung. Über die Jahre wechselten die Betreiber, der ikonische Name des Kiosks blieb allerdings.

Aras begründet die Schließung gegenüber der „Aachener Zeitung“ außerdem mit zunehmenden Problemen mit der Außengastronomie. Der Kiosk galt als Treffpunkt für Menschen in Burtscheid, neben dem Häuschen standen Bänke, an denen man auf ein Getränk verweilen konnte. Die Stadt habe bemängelt, dass es für die Gäste im Kiosk keine eigene Toilette gibt und ihnen deswegen „das Leben schwer gemacht“, so Aras. Dabei stehe gegenüber ein Toilettenhäuschen.

Sein Bruder Nazim Aras geht noch weiter. Auf Facebook spricht er von „etwa 40.000 Euro“ an Strafen, die er in den vergangenen zwei Jahren an die Stadt gezahlt habe – „weil die Rentnergruppe mal ein Bier getrunken hat“ und er keine Ausschankgenehmigung habe, sagt er.

Die Eigentümer des Häuschens, die Familie Jakobs aus Heinsberg, sagte der „Aachener Zeitung“, dass dort in Zukunft wieder ein Kiosk einziehen solle. Gespräche mit potenziellen Betreibern liefen bereits.