Münster wird vorerst keinen Regionalliga-Fußball sehen

von red · Gestern, 18:30 Uhr · 0 Leser

Nur für Risikospiele weicht der SC Preußen Münster II (in Grün) in das Stadion der Profis aus, wie hier gegen die SG Wattenscheid 09. Dauerhaft planen die Verantwortlichen für einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga damit noch nicht.Nur für Risikospiele weicht der SC Preußen Münster II (in Grün) in das Stadion der Profis aus, wie hier gegen die SG Wattenscheid 09. Dauerhaft planen die Verantwortlichen für einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga damit noch nicht. – Foto: Maik Matheus | SGW09

Der SC Preußen Münster II und der 1. FC Gievenbeck haben wie im Vorjahr bekanntgegeben, dass sie die Regionalliga-Lizenz nicht beantragen werden. Während die Adlerträger zur Spitzengruppe gehören und beste Chancen hätten, rangiert Gievenbeck im Gegensatz zur vergangenen Saison dieses Mal bereits zehn Punkte hinter den Aufstiegsplätzen und hätte sportlich gesehen höchstens minimale Chancen.

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Es hapert wie in Dortmund u. a. an der Infrastruktur. Neben dem einen großen Profi-Verein SC Preußen Münster mit dem knapp 13.000 Zuschauer fassenden LVM-Preußen-Stadion gibt es in der über 300.000-Einwohner-Großstadt keine Spielstätte, um professionellen Fußball auszutragen. Der Gievenbecker Sportpark lässt dies aktuell nicht zu.

Gievenbecks Geschäftsführer Stefan Grädler sagt gegenüber der Lokalpresse „Westfälische Nachrichten“: „Sportlich müssten wir sicher noch besser vorbereitet sein, aber infrastrukturell hat sich auch nichts getan. Die Stadt ist da sehr defensiv.“

Für den SC Preußen Münster wäre es die Herausforderung, die 2. Mannschaft ebenfalls im LVM-Preußen-Stadion spielen zu lassen. So praktiziert es Zweitliga-Rivale SC Paderborn 07 mit seiner Home-Deluxe-Arena (Fassungsvermögen: 15.000 Zuschauer). Doch ob dies der Naturrasen der Preußen aushält, der früher im Winter schon oft schlapp gemacht, ist fraglich.

Allgemein möchten die Münsteraner, die erst im Sommer 2024 nach über 30 Jahren in die 2. Bundesliga zurückgekehrt waren, die Strukturen erst weiter verbessern, bevor man die 2. Mannschaft in die 4. Liga hebt.

„In dieser Phase unserer Entwicklung im Verein käme dieser Schritt zu früh. Perspektivisch schließen wir das allerdings in keinster Weise aus“, erklärt Münster Geschäftsführer Ole Kittner.

U23-Coach Kieran Schulze-Marmeling unterstützt den Weg: „Ich sitze bei solchen Entscheidungen ja mit am Tisch und sage selbst immer, dass wir organisch wachsen müssen. Klar hätten die Jungs Bock darauf gehabt aufzusteigen, aber mit der Motivation haben wir das immer auch so gut hinbekommen.“

Sportlich dürfte es für die Adlerträger in der Rückrunde eh wesentlich schwerer werden. 16-Tore-Mann Marvin Schulz (21) wurde an Regionalligist SV Sandhausen ausgeliehen und Defensiv-Mann Melih Sayin (22) wurde an Regionalligist Sportfreunde Siegen abgegeben. Auch die mehrfachen Profi-Leihgaben Leon Tasov (Regionalliga Nord, SV Meppen) und Jakob Korte (Regionalliga West, FC Gütersloh) laufen auf Leihbasis in der Rückrunde in der 4. Liga auf.

Mit dem TuS Hiltrup hat Münster erstmals drei Oberligisten. Der Aufsteiger konzentriert sich aber voll und ganz auf den Klassenerhalt im westfälischen Amateuroberhaus. Der Vorsprung beträgt aktuell nur zwei Punkte.