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Mobbing? Aachenerin will Brunnen abreißen lassen

06.02.2026 – 08:01 UhrLesedauer: 2 Min.

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Türelüre-Lißje-Brunnen (Archivbild): Der Brunnen steht seit vielen Jahrzehnten an der Klappergasse. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Erich Teister/imago)

Einem bekannten Aachener Kunstwerk soll es an den Kragen gehen. Zumindest, wenn es nach dem Antrag einer Anwohnerin geht. Sie sieht in dem Motiv einen Fall von Mobbing.

Am kommenden Dienstag, 10. Februar, tagt das Bürgerforum in der Nadelfabrik. Tagesordnungspunkt 4 auf der Liste lautet dann: „Abbau des Türelüre-Lißje-Brunnens; hier: Bürger*innenantrag nach § 24 GO NRW“. Offenbar hat also eine Aachener Bürgerin den Antrag zum Abriss des Kunstwerkes eingereicht.

Wie die „Aachener Zeitung“ am Donnerstag (5. Februar) berichtet, sei die Antragstellerin eine städtische Angestellte, die für den Geschäftsbereich Straßenunterhaltung und Brückenbau zuständig sei. Ihrer Meinung nach zeige der Brunnen aus dem Jahr 1967 eine verniedlichende Darstellung von sexualisiertem Mobbing. Drei Jungen umringen auf dem Brunnensockel ein Mädchen, das auf einem Stein hockt und sich einnässt, weil sie am Toilettengang gehindert wird.

In der Verwaltungsvorlage für das Bürgerforum gebe es eine ganze Reihe von Stellungnahmen verschiedener Akteure, so die „Aachener Zeitung“. Unter anderem stimme die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen der Antragstellerin zu, ebenso eine Stadtplanerin und die „Kommission Kunst im öffentlichen Raum“, die statt eines Abrisses die Installation erläuternder Tafeln empfehle. Auch OB Michael Ziemons spreche sich laut „Aachener Zeitung“ für eine Erklärung via Infotafeln aus.

Die Entscheidung, ob der Brunnen abgerissen wird, trifft das Bürgerforum nicht; der Antrag wird Thema in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte. Die Diskussion am kommenden Dienstag im Bürgerforum dürfte aber lautstark werden. In der Facebook-Gruppe „I love Oche“ wird die Angelegenheit schon jetzt heftig diskutiert. Die meisten User, die dort kommentieren, sind allerdings für den Verbleib des Brunnens. „In Brüssel steht et Manneken Pis, das fröhlich den Pillemann in Händen hält, lospullert und tausende Menschen fotografieren es täglich. Niemand stellt da so einen hirnverbrannten Antrag. Wie bekloppt muss man eigentlich sein???“, schreibt eine Userin.