Hamburg – Sie ließ sich nie etwas anmerken und war zweieinhalb Jahre lang perfekt wie immer. Erst jetzt wird klar, wie sehr Sylvie Meis (47) der Einbruch in ihre Privatwohnung im Stadtteil Eppendorf erschüttert hat und wie sie damit umgeht.
Die Moderatorin (z. B. „Love Island“) sagte am Freitag im Prozess gegen Einbrecher Ermal M. (42) aus. Er hatte die Tat gestanden. Sylvie Meis sprach ihn direkt an: „Ich bin kein Mensch, der mit Hass lebt. Ich habe verstanden, dass Sie eine Entscheidung getroffen haben, die Sie sehr bereuen und mit der Ihre Kinder ihren Vater verlieren. Ich hoffe, dass Sie irgendwann wieder für Ihre Kinder da sein können.“

Der angeklagte Ermal M. im Gerichtssaal, sein Anwalt hält ihm zum Schutz vor Fotos ein paar Zettel vors Gesicht
Foto: Martin Brinckmann
Einbrecher bat Sylvie Meis um Verzeihung
Ermal M. hatte die Moderatorin zuvor im Gericht um Verzeihung gebeten. Er war im Juli 2023 über ein Oberlicht in ihre Wohnung eingestiegen und hatte Sylvies Schatz – ihr Ankleidezimmer – geplündert: 22 Hermès-Taschen, vier Chanel, eine Louis Vuitton, eine Bulgari, eine Yves Saint Laurent, eine Céline, dazu diversen Modeschmuck. Dafür verurteilte das Landgericht den Albaner zu vier Jahren Gefängnis. Außerdem soll er 15.000 Euro zahlen, so viel hatte er für seine Tatbeteiligung angeblich bekommen.

Louis Vuitton, Chanel, Hermès. Diese edlen Stücke waren nur ein kleiner Teil der Handtaschensammlung
Foto: privat
Den materiellen Schaden ersetzte Sylvies Versicherung: 530.000 Euro. Doch der Schock wirkt bei ihr bis heute nach: „Für mich war meine Wohnung der einzige Ort, wo ich das Gefühl hatte: Hier bin ich sicher. Hier bin ich nicht die öffentliche Sylvie Meis. Das alles war ein Einbruch in mein Leben. Ich habe danach bestimmt ein Jahr nicht durchgeschlafen und sehr viel geweint. Ich war immer ein sehr offener Mensch, nicht ängstlich. Das ist komplett weg. Ich bin seitdem schreckhaft geworden, kontrolliere meine Schränke, schließe Türen auch in der Wohnung ab.“
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Zu diesem Schock kommt für Sylvie der Verlust ihrer Handtaschen, der sie besonders schmerzt. Ihre Sammlung, das machte Sylvie vor Gericht deutlich, war ihr kleines Glück: „Ich habe dafür hart gearbeitet. Manche Männer kaufen sich Autos oder Uhren. Ich liebe Mode. Ich habe 2005 mit der Sammlung angefangen. Auf meine erste Hermès habe ich ein Jahr gewartet. Für mich hatten die Taschen einen emotionalen Wert, neben dem finanziellen. Die Taschen kann man so nicht mehr kaufen.“

Sylvie Meis trug bei ihrem Termin im Gericht einen pflaumenfarbenen Hosenanzug, dazu eine farblich passende kleine YSL-Handtasche
Foto: Martin Brinckmann
Ermal M. ist in Österreich mehrfach einschlägig vorbestraft, eine DNA-Spur in Sylvies Wohnung überführte ihn. Das Gericht ging davon aus, dass der Einbruch genau geplant wurde und die Täter Sylvies Ibiza-Urlaub abwarteten. Sie hatte bis dahin um ihre Taschensammlung nie ein Geheimnis gemacht, sich gern damit ablichten lassen. Jetzt sagt sie: „Ich werde meinen Schrank niemals mehr so fotografieren.“
Die wenigen Taschen, die ihr geblieben sind, lagern jetzt woanders. Alle Oberlichter der Wohnung in Hamburg wurden mit Gittern und zusätzlichen Alarmanlagen gesichert. „Das ist meine Wohnung. Ich liebe diese Wohnung. Und ich lasse mich durch so was nicht vertreiben“, sagt Sylvie entschlossen.