Eines der größten Grafschafter Industrieprojekte der vergangenen Monate ist fast abgeschlossen: Seit Kurzem produziert die Neubohrung Adorf Z20 südlich des Heideweges in Georgsdorf Erdgas für das lokale Netz. Über den Produktionsstart der benachbarten Adorf Z19 auf demselben Betriebsplatz konnten sich die rund 200 Neptune Energy-Mitarbeiter in der Region bereits Ende Dezember freuen.
Das Rohstoffunternehmen mit lokaler Produktionszentrale in Meppen investierte rund 73 Millionen Euro in den Bau des Bohrplatzes, das Niederbringen der beiden Bohrungen sowie die Errichtung der zugehörigen Erdgasaufbereitungsanlage. Beide Bohrungen verlaufen im Untergrund in einer Kurve, sind rund 3500 tief und mehr als 4000 Meter lang. Die Aufbereitungsanlage am Standort kann bis zu 25.000 Kubikmeter Erdgas pro Stunde verarbeiten. Bereits im Herbst 2024 begannen die ersten Arbeiten für das Projekt.
Michael Funke, verantwortlich für die Neptune Energy-Produktion in der Grafschaft Bentheim und im Emsland, bringt zum Ausdruck, was er bereits beim Neujahrsempfang der Gemeinde Georgsdorf im Januar sagte: „Mir ist es vor allem wichtig, Danke zu sagen – insbesondere bei unseren Nachbarinnen und Nachbarn für ihr Verständnis und ihr Interesse. Uns ist bewusst, dass es vor allem während der Testarbeiten Ende vergangenen Jahres zu Licht- und Lärmbelästigungen kam.“ Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region lobte Funke: „Auf unserer Baustelle haben viele lokale Fachunternehmen, gerade auch aus der Grafschaft Bentheim und dem Emsland, richtig angepackt und mit uns an einem Strang gezogen. Daher bin ich besonders froh, dass wir mit diesem Projekt auch einen Beitrag zur lokalen Wertschöpfung leisten konnten.“
Das Projektteam plant, in den nächsten Monaten mit den mittlerweile sechs existierenden Adorf-Bohrungen in der Lagerstätte Karbon rund 300.000 Haushalte versorgen zu können. „Direkt aus Hoogstede und Georgsdorf anstatt durch emissionsintensivere Importrouten“, betont Funke. Ganz fertig seien die Arbeiten am Heideweg jedoch noch nicht. „In den nächsten Monaten werden wir vor Ort hin und wieder aktiv sein, bevor wir vollständig in den regulären Betrieb übergehen. Auf alles, was wir erreicht haben, können wir aber jetzt schon stolz sein.“