In der Landeshauptstadt wird Verwechslung oder Betrug bei Mülltonnen technisch ein Riegel vorgeschoben. Rund 17.000 Hausmülltonnen und etwa 12.900 Papiertonnen erhalten dafür einen elektronischen Chip, den sogenannten Transponder. Von der Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) werde im Auftrag der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS) ein entsprechendes Identifikationssystem für sämtliche Restabfall- und Papierbehälter eingeführt, heißt es am Freitag in einer Pressemitteilung.

Nur registrierte Abfallbehälter werden geleert

Die neue Technik soll die Behältererfassung vereinfachen, Verwechslungen ausschließen und für mehr Übersicht sorgen. Parallel würden auch die Sammelfahrzeuge technisch ausgerüstet, sodass beim Leerungsvorgang der Chip an den Tonnen vom Müllfahrzeug ausgelesen werden kann. Nur registrierte Abfallbehälter würden geleert, unzulässige oder nicht angemeldete Behälter blieben stehen.

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Das Projekt soll laut SDS bis zu den Osterferien Anfang April abgeschlossen sein. Die Biotonnen in Schwerin verfügten bereits seit etwa zehn Jahren über eine entsprechende Chip-Technik und seien daher nicht Teil der aktuellen Maßnahme.

„Mithilfe der Transponder-Chips ist jederzeit nachvollziehbar, ob und wann ein Abfallbehälter geleert wurde. Bei Nachfragen zur Entsorgung kann diese direkt nachvollzogen werden. Das erhöht unsere Servicequalität“, erläutert SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek. Das neue System diene ausschließlich dem Behältermanagement und habe keine Auswirkungen auf die bisherige Gebührenerhebung, sondern sorge für Transparenz und Verlässlichkeit.

Haushalte müssen aktiv werden

Auch für die SAS biete das neue System zahlreiche Vorteile. Durch die Transponder könne die Leerung jedes Abfallbehälters in Echtzeit in das System des Unternehmens übertragen werden. Das erleichtere die Optimierung in den logistischen Abläufen und die Tourenplanung.

„Damit die Umrüstung reibungslos funktioniert, sind nur wenige, klar strukturierte Schritte erforderlich“, verspricht die SDS. In der zweiten und dritten Februar-Woche erhalten alle an die Abfallentsorgung angeschlossenen Schweriner Haushalte einen Brief mit ausführlichen Informationen zur Umrüstung. Dem Schreiben liegen Adressaufkleber bei, auf dem Standort, Abfallart und Behältergröße bereits vermerkt sind.

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Diese Etiketten sollen bis zu dem im Schreiben genannten Termin gut sichtbar auf den Deckel des jeweiligen Restabfall- oder Papierbehälters geklebt werden. Zu dem angegebenen Ausrüstungstermin sind die mit dem Etikett versehenen Behälter „gut sichtbar und öffentlich zugänglich“ an der Grundstücksgrenze bereitzustellen.

Nachrüstung der Tonnen dauert etwa vier Wochen

Ein beauftragtes Montageteam bringt nach SDS-Angaben Ende Februar/Anfang März seitlich ein Behälteretikett an und montiert den Transponder an der Griffleiste. Die Nachrüstung aller Tonnen der Stadt dauert insgesamt etwa vier Wochen.

„Der Aufwand der Umrüstung ist minimal, der Nutzen dafür umso größer“, sagt SAS-Geschäftsführer Andreas Lange. „Nach der Montage läuft alles automatisch.“ Im Anschluss würden mögliche Abweichungen geprüft und bearbeitet. Dazu zählten unter anderem ein abweichendes Behältervolumen, mehr Behälter vor Ort als veranlagt oder fehlende Gefäße, die zum Ausrüstungstermin nicht bereitgestellt wurden. Ab 1. Juni werden dann nur noch Restabfall- und Papierbehälter entleert, die auf das Chip-System umgerüstet worden sind.