(mrö) Die geplante Fusion der Volksbank Krefeld mit der Volksbank Düsseldorf Neuss soll am 26. September 2026 technisch abgeschlossen sein. Das berichtete der Vorstandsvorsitzende des Krefelder Hauses, Stefan Rinsch. In gut drei Wochen soll auch feststehen, welchen Namen das neu gebildete Kreditinstitut tragen wird. Der neue Name steht als Tagesordnungspunkt auf der Aufsichtsratssitzung Ende Februar. Das künftige Geschäftsgebiet würde vom Bergischen Land bis an die niederländische Grenze reichen. Ein wesentlicher Treiber der geplanten Fusion ist die schwierige Lage des Düsseldorfer Kreditinstituts.

In den vergangenen Jahren geriet die Volksbank Düsseldorf Neuss in Turbulenzen, nachdem ein spektakulärer Betrugsfall über Konten der Bank mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro bekannt geworden war. Der Fall führte zu personellen Wechseln in der Führungsetage; zudem musste die Sicherungseinrichtung des genossenschaftlichen Verbands unterstützen.

Die Fusion mit dem wirtschaftlich stärkeren Partner aus Krefeld – dessen Bilanzsumme kletterte in 2025 um 8,6 Prozent auf mehr als 2,7 Milliarden Euro – soll dazu beitragen, Vertrauen zurückzugewinnen und die Zukunftsfähigkeit zu sichern. Noch müssen die Vertreterversammlungen beider Banken den Fusionsplänen mit Dreiviertelmehrheit zustimmen; dies ist spätestens für Juli vorgesehen. Bei einem entsprechenden Votum würde im August der Eintrag beim Registergericht beantragt. Vertreter der Bankenaufsicht Bafin haben die Volksbank Düsseldorf Neuss nach Angaben Rinschs vor wenigen Tagen verlassen. „Sie konnten unserem Konzept sehr gut folgen“, berichtete er. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant.

Aktuell wird die Fusion in rund 20 Projektgruppen vorbereitet, um Arbeitsweisen und Prozesse zu vereinheitlichen – vom Privatkundenbanking über Compliance-Regelungen bis zu den Leistungen des Kunden-Servicecenters. Sollte es zur Fusion kommen, sollen auch die Serviceangebote angeglichen werden. Laut Rinsch bietet das Krefelder Service-Center bereits heute längere Beratungszeiten und zusätzliche Erreichbarkeit per Chat. Das soll künftig einheitlicher Standard werden.