„Darf nur einen Sieger geben“
Später Doppelschlag: Aachen verspielt Sieg im Westschlager
Aktualisiert am 08.02.2026 – 21:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Komplett geschockt: Petros Bagkalianis und Lars Gindorf. (Quelle: Imago/Natacha Freisen)
Lange Zeit sieht Alemannia Aachen im Duell mit Rot-Weiss Essen wie der sichere Sieger aus. Doch dann schlägt Dickson Abiama doppelt zu.
Alemannia Aachen hat im Westschlager der 3. Liga einen fast schon sicher geglaubten Heimsieg noch verspielt. Die Alemannia kam am Sonntagnachmittag gegen Aufstiegskandidat Rot-Weiss Essen trotz zwischenzeitlicher 3:1-Führung nicht über ein 3:3-Unentschieden hinaus. Mika Schroers traf doppelt für die Gastgeber und legte den dritten Treffer von Pierre Nadjombe auf. Für RWE erzielten Kaito Mizuta und Doppelpacker Dickson Abiama die Treffer.
Aachens Trainer Mersad Selimbegović zeigte sich nach dem Spiel sichtlich geknickt, aber zugleich auch kämpferisch. „Wenn man die Leistung betrachtet, darf es nur einen Sieger geben“, sagte er im Interview mit Magenta Sport. „Es ist bitter, aber es geht weiter. Wir verkraften das auch.“ Der Weg seiner Mannschaft stimme. Auch wenn die Alemannia es verpasste, sich im Abstiegskampf etwas Luft zu verschaffen. Aktuell beträgt der Vorsprung auf Platz 17 nur drei Zähler.
Bereits nach fünf Minuten durften die Fans auf dem Tivoli jubeln. Nach einem doppelten Doppelpass mit Lars Gindorf schloss Schroers aus kurzer Distanz zur Führung ab. Essen brauchte ein wenig, um sich vom frühen Schock zu erholen. In der 22. Minute zeigte dann Mizuta seine Klasse. Nach einem langen Einwurf klärten die Aachener nur unzureichend. Der Japaner nahm den Ball aus 16 Metern volley und jagte ihn an Fotis Pseftis im Alemannia-Kasten vorbei ins Tor.
In der Folge ging es Schlag auf Schlag. Nachdem Gindorf die erneute Führung zunächst noch verpasst hatte und an RWE-Keeper Felix Wienand gescheitert war (26.), machte es Nadjombe in der 35. Minute besser. Dessen Schuss aus spitzem Winkel wurde von Michael Schultz noch abgefälscht. Für den 22-jährigen Leihspieler von Zweitligist 1. FC Magdeburg war es der erste Treffer in der 3. Liga.
Auch im zweiten Durchgang erwischten die Hausherren den besseren Start. Bereits 16 Sekunden nach Wiederanpfiff tauchte Schroers nach einem Steilpass von Gindorf frei vor Wienand auf und schnürte den Doppelpack. Fünf Minuten vor dem Ende verkürzte Abiama in seinem ersten Spiel für RWE mit einem Flachschuss aus 18 Metern, vier Minuten später sorgte er nach einem Freistoß mit seinem zweiten Streich für kollektive Schockstarre auf dem Tivoli.
„Ich bin sehr froh, dass ich der Mannschaft gleich mit Toren helfen konnte. Ich bin sehr, sehr glücklich“, sagte Abiama nach der Partie. Der Angreifer war erst unter der Woche am letzten Transfertag vom 1. FC Kaiserslautern aus der 2. Bundesliga per Leihe nach Essen gewechselt. Dafür brach er ein Versprechen, das er 1860 München im Sommer gegeben hatte. „Es war wichtig, dass wir zumindest ein Unentschieden geholt haben.“
