Paderborn. Als Calvin Brackelmann am Dienstag im Training zum Kopfball hochstieg, war das mehr als nur eine ganz gewöhnliche Randnotiz. Schließlich bedeutete genau diese Aktion für den Innenverteidiger des SC Paderborn einen kleinen Schritt zurück in die Normalität eines Fußballprofis.
So stand der 25-Jährige nach seiner Gehirnerschütterung, die er sich bei seinem schweren Sturz auf den Nacken in Kiel zugezogen hatte, erstmals wieder mit der Mannschaft auf dem Platz. In den Tagen zuvor hatte er noch individuell trainiert.
„Wir gucken mal, wie er es verkraftet“, sagte Trainer Ralf Kettemann. „Er hat heute auch einen Kopfball gemacht. Aber das wollen wir erst Ende der Woche weiter steigern. Jetzt geht es erst einmal darum, zu gucken: Wie verkraftet er das Fußballtraining an sich.“
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SC Paderborn 07
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Für Brackelmann kommt das Bochum-Spiel wohl zu früh
Ob Calvin Brackelmann schon ein Kandidat für das Ligaspiel am Sonntag (13.30 Uhr) beim VfL Bochum ist, ließ der SCP-Coach offen. Tendenziell jedoch eher nicht.
Der 39-jährige Cheftrainer erklärte: „Jetzt habe ich ihn heute erst einmal gesehen. Ich finde, er hat gut trainiert. Er hat ja vorher auch schon viel machen können. Es ist ja nicht so, dass er zwei Wochen lang im Bett lag und krank war. Deswegen müssen wir gucken. Wahrscheinlich aber eher nicht. Aber wir sind zumindest schon mal froh, dass er wieder Sport mit uns gemacht hat.“
Während sich die Situation in der Defensive also entspannt – Mattes Hansen darf nach seiner Gelb-Rot-Sperre auch wieder eingesetzt werden –, gibt es im Offensivbereich zumindest ein Fragezeichen. Filip Bilbija, mit acht Treffern treffsicherster Paderborner, ist weiterhin krank. Der 25-Jährige hatte sich bereits vor dem Spiel bei Fortuna Düsseldorf abgemeldet und fehlte am Sonntag auch gegen Nürnberg.
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„Er ist weniger im Bett. Es geht ihm schon etwas besser. Ich habe am Montag mit ihm telefoniert. Er hört sich nach wie vor nicht ganz gut an. Wir hoffen, dass er in Richtung Freitag wieder auf dem Platz steht“, erklärte Kettemann.
Neben Bilbija befinden sich weiterhin Marcel Hoffmeier (Kreuzbandriss) und Anton Bäuerle (Knöchelbruch) nicht im Mannschaftstraining.
Am Dienstag brach außerdem Florian Pruhs die Einheit vorzeitig ab. Der dritte Torhüter, der vor allem für die Regionalliga-Mannschaft des SCP im Einsatz ist, klagte über muskuläre Probleme. „Er hat es ein wenig mit dem Oberschenkel. Aber das war eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte Kettemann. Weitere personelle Sorgen hat der SCP darüber hinaus jedoch nicht.
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Lasse Eickel darf weiter beim SC Paderborn vorspielen
Weiter positiv präsentiert sich hingegen Nachwuchstalent Lasse Eickel. Der U17-Nationalspieler, der im November mit Deutschland bei der WM in Katar spielte, trainiert bereits die zweite Woche in Folge bei den Profis mit. Zuletzt hatte Kettemann eine Kaderberufung gegen Nürnberg nicht ausgeschlossen. Dazu kam es zwar nicht, doch der Eindruck des 17-Jährigen scheint nachhaltig zu sein.
Eickel, Sohn des früheren U19-Trainers Sascha Eickel (2009/10), der mittlerweile sportlicher Leiter von Borussia Mönchengladbach II ist, zeigt sich weiterhin treffsicher im Training. Dass er erneut dabei ist, versteht Kettemann als Anerkennung: „Erstmal auf Zeit. Das, was er macht, gefällt uns.“
Stürmer Lasse Eickel (rechts) durfte im November für die Deutsche U17 bei der WM in Katar ran. Aktuell mischt er munter im Profitraining des SC Paderborn mit.
| © picture alliance / Pressefoto Ulmer
Am Sonntag wartet nun mit dem VfL Bochum jener Gegner, gegen den in der Hinrunde eine besondere Serie ihren Anfang nahm. Mit dem 1:0 am 5. Spieltag startete der SCP seine historische Acht-Siege-Serie – acht Erfolge in Folge, mehr hatte es für Paderborn in der 2. Bundesliga bislang noch nie gegeben.
Alle SCP-Nachrichten im Überblick: Der News-Blog rund um den SC Paderborn
Vom SC Paderborn sind nicht erneut acht Siege in Serie zu erwarten
Die Erinnerungen daran werden vor dem Wiedersehen zwangsläufig wieder wachgerufen. Erwartungsdruck entsteht für Kettemann daraus jedoch nicht. Denn: „Man muss sich nicht daran messen lassen. Wer jetzt acht Siege von uns erwartet und uns daran misst, der versteht die Situation nicht, der versteht den Lauf nicht. Wir sind Paderborn. Wir haben die meisten Spiele dieser Serie mit einem Tor Unterschied gewonnen und das hat einen Grund. Weil wir eben nicht mal eben einen Edin Dzeko geholt haben. Das muss man schon einordnen.“
Ganz ohne neuen Lauf wird es im engen Aufstiegsrennen allerdings kaum gehen. Das weiß auch der Trainer. „Mit der Punkteausbeute, die wir aktuell haben, wird es nicht reichen. Wir haben jetzt zwei von vier Spielen in der Rückrunde gewonnen.“
