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Antwerpen – Der Chef des britischen Chemiekonzerns Ineos, Jim Ratcliffe, hat beim Treffen europäischer Industrievertreter mit Politikern in Antwerpen vor drastischen Folgen für die Chemiebranche gewarnt. Ratcliffe eindringlich: „Die Industrie ist derzeit dabei herunterzufahren. Ohne eine Chemieindustrie können wir keine Krankenhäuser betreiben, wir können keine Menschen ernähren und wir können uns nicht verteidigen – das ist entscheidend für die nationale Sicherheit.“ Ineos beschäftigt auch in Deutschland Tausende Mitarbeiter.

In den vergangenen zwei Jahren hätten in Europas Chemiebranche 101 Standorte dichtgemacht. 25 Millionen Tonnen Produktionskapazität seien verloren gegangen, über 75.000 Arbeitsplätze gestrichen worden. Ratcliffe stellt den Klimaschutz-Effekt der EU-Politik in Frage. Sie treibe die weltweiten Emissionen sogar nach oben.

„Europa hat Emissionen exportiert“

Ratcliffes Vorwurf: „Europa hat Emissionen nicht gesenkt, sondern es hat sie exportiert. Produktion wurde in die USA und nach China verlagert, wo die Kohlenstoffintensität viel höher ist.“ Energie koste auf dem europäischen Kontinent viermal so viel wie in den USA. Hohe CO2-Abgaben und fehlender Handelsschutz schrecken Investoren ab. Sein Fazit: „Europas Chemieindustrie kann diese Bedingungen nicht überleben.“

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Racliffes Unternehmen Ineos hat bereits mehrere Standorte geschlossen. 2025 verkündete der Konzern das Aus für zwei Werke in Rheinberg (NRW). Der Konzern produziert Chemikalien für Medikamente, Handys, Agrarprodukte und Autoteile. Das Unternehmen hat in Köln mehr als 2500 Beschäftigte.