„Nicht nachvollziehbar“

Sachsen kritisiert Kürzungen bei Integrationskursen scharf

13.02.2026 – 03:45 UhrLesedauer: 1 Min.

Zertifikate für einen Integrationskurs (Symbolbild): Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hält Einschränkungen bei den Integrationskursen für ein fatales Signal.Vergrößern des Bildes

Zertifikate für einen Integrationskurs (Symbolbild): Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hält Einschränkungen bei den Integrationskursen für ein fatales Signal. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Harte Kritik aus Dresden: Die Sachsens Sozialministerin wirft dem Bundesamt eine nicht nachvollziehbare Entscheidung vor. Welche Folgen die Kürzungen haben könnten.

Die sächsische Sozialministerin Petra Köpping (SPD) übt scharfe Kritik an den geplanten Kürzungen bei Integrationskursen. Die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sei „nicht nachvollziehbar“, sagte Köpping der Nachrichtenagentur dpa in Dresden.

„Damit wird die bisherige gemeinsame Auffassung von Bund und Ländern aufgekündigt, dass Integration maßgeblich von Sprachförderung abhängt“, so die Ministerin. Sie bezeichnet das Vorgehen als fatales Signal.

Integrationskurse seien eine wichtige Voraussetzung für eine aktive Integration in die deutsche Gesellschaft. „Diese Investition zahlt sich langfristig aus. Teilnehmer lernen die Sprache und den deutschen Alltag kennen. Das ist die Grundlage für gute Jobs“, erklärte Köpping.

Mit der Entscheidung würden viele Menschen ausgebremst, die man angesichts des Arbeitskräftemangels dringend brauche – etwa in der Pflege. „Das ist kurzfristig gedacht. Ich gehe davon aus, dass dieses Vorgehen bei der im März und April stattfindenden Integrationsministerkonferenz ein zentrales Thema wird.“

Das Bamf hatte angekündigt, die Einsparungen träfen vor allem Asylbewerber, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, EU-Bürger und Menschen, die mit einer Duldung in Deutschland leben. In einem Schreiben der Behörde heißt es, anders als bisher sollten Ausländer ohne gesetzlichen Anspruch nicht zur kostenfreien Teilnahme an einem Kurs zugelassen werden, wenn freie Plätze vorhanden seien. Vielmehr wolle man Möglichkeiten des Zugangs fortan „stärker an den verfügbaren Mitteln im Bundeshaushalt“ ausrichten.