
AUDIO: VfL-Frauen spielen dank Aufholjagd noch Remis gegen Turin (1 Min)
Playoff-Hinspiel
Stand: 12.02.2026 20:50 Uhr
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben im Hinspiel der Champions-League-Playoffs eine Niederlage in letzter Sekunde abgwendet. Das Team von Trainer Stephan Lerch holte trotz eines zwischenzeitlichen 0:2-Rückstands am Donnerstagabend zu Hause gegen Juventus Turin noch ein 2:2 (0:1).
Sarai Linder jagte den Ball mit der letzten Aktion des Spiels vom linken Strafraumeck in den rechten Winkel (90.+5). Ein Traumtor, das für den VfL im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League zudem zu einem goldenen Treffer werden könnte. Die Spielerinnen fielen sich um den Hals, an der Seitenlinie ballte Coach Lerch die Fäuste. Es war das Happy End einer späten Aufholjagd, die Janina Minge mit einem verwandelten Strafstoß eingeläutet hatte (82.). „Dass wir so stark zurückkommen, fühlt sich wie ein Sieg für uns an“, sagte Linder im ARD-Interview.
Denn danach, dass es in Wolfsburg an diesem Abend noch zu ekstatischen Jubelszenen kommen könnte, hatte es lange Zeit nicht ausgesehen. Ana Capeta per Kopf (7.) und Amalie Vangsgaard mit einem aus VfL-Sicht unglücklich abgefälschten Schuss (61.) erzielten die Tore für den italienischen Doublesieger. Die engagierten „Wölfinnen“ hingegen hatten wenig Fortune, vor allem aber fehlte ihnen in der Offensive über weite Strecken der Partie die letzte Genauigkeit und Geradlinigkeit.
Dank der beiden späten Treffer ist das Rückspiel am nächsten Donnerstag in Turin nun aber „völlig offen“, wie Linder sagte. Vor dem Showdown ums Viertelfinale geht es für die „Wölfinnen“ in der Bundesliga am Sonntag allerdings noch gegen die abstiegsbedrohte SGS Essen (14 Uhr, im NDR Livecenter).
Video:
„Gefühlt wie ein Sieg“: Wolfsburgs Linder glücklich über spätes Remis (2 Min)
Ana Capeta belohnt Turins gute Anfangsphase
Der Start lief absolut nach dem Gusto der Gäste, die ihre gute Anfangsphase zur frühen Führung nutzten. Capeta köpfte eine Ecke von der rechten Seite am ersten Pfosten auf das Wolfsburger Tor. Sowohl Torhüterin Stina Johannes als auch Minge konnten den Einschlag nicht mehr verhindern, sodass der nur 1,62 Meter große Winterneuzugang Juves seinen ersten Treffer für den italienischen Doublesieger bejubeln konnte (7.).
Das Lerch-Team zeigte sich aber nicht beeindruckt vom schnellen Rückstand und hatte durch Vivienne Endemann (11.) und einen abgerutschten Flankenball von Svenja Huth, der auf der Latte landete (16.), erste Gelegenheiten. Auffällig immer wieder: Endemann, die starke Ballgewinne hatte, im letzten Drittel sowohl bei Pässen als auch Schüssen aber zu ungenau agierte (23. und 27.).

Die Wolfsburgerinnen gerieten gegen Juventus Turin früh in Rückstand.
Damit wurde die 24-Jährige ein wenig zum Sinnbild der ersten 45 Minuten des VfL, der zwar couragiert, aber fahrig agierte – und in der 39. Minute Glück hatte, dass es mit dem 0:1-Rückstand in die Kabinen ging. Ähnlich wie bei Huth klatschte eine Flanke von Lea Wälti auf die Latte.
Vangsgaard abgefälscht ins Tor
Johannes verhinderte kurz nach Wiederbeginn zunächst, dass Durchgang zwei so begann wie der erste: mit einem Kopfballtreffer Capetas. Mit den Fingerspitzen lenkte sie den Ball über das Tor (50.). Die „Wölfinnen“ brauchten ein wenig, um ihrerseits wieder vor den Kasten der Gäste zu kommen: Minge ging nach einem Freistoß volles Risiko, ihr schöner Dropkick aber landete am Außennetz (60.).
Und dann wurde es bitter: Capeta legte zwar zunächst stark auf Vangsgaard im Strafraum ab. Deren eigentlich harmloser Abschluss aus spitzem Winkel wurde von Innenverteidigerin Caitlin Dijkstra allerdings so unglücklich abgefälscht, dass er sich über Johannes hinweg ins linke Eck senkte – 0:2 (61.).
Minge verwandelt Strafstoß, Linder trifft traumhaft
Der zweite Treffer war ein Nackenschlag für das Lerch-Team, das einige Minuten brauchte, um sich davon zu erholen. Endemann (73.) und Linder (78.) hatten wieder erste Annäherungen, bevor der VfL in der Endphase einen Strafstoß zugesprochen bekam. In einer unübersichtlichen Situation nach einer Ecke war einer Juve-Spielerin der Ball auf den Arm geflogen.
Schiedsrichterin Alina Pesu (Rumänien), die die Szene zunächst hatte weiterlaufen lassen, wurde vom VAR darauf aufmerksam gemacht und entschied nach Beschau der Bilder auf Elfmeter. Minge verwandelte sicher (82.). Dennoch sah es trotz des unermüdlichen Anrennens nach einer Niederlage der Niedersächsinnen aus. Bis Linder nach einer Ecke an den Ball kam, schoss und traf…