Antoine Griezmann bejubelt den eigenen Treffer gegen den FC Barceona

Stand: 12.02.2026 23:17 Uhr

Atletico Madrid steht bereits nach dem Hinspiel mit einem Bein im Finale der Copa del Rey. Weil der Klub dem FC Barcelona beim 4:0 (4:0) eine in dessen Klubgeschichte einmalige Halbzeit beschert hat.


Sebastian Hochrainer

Am Tag zuvor war Hansi Flick noch ein kleiner Sieg gegen den Erzrivalen gelungen. Auf die Tatsache, dass Barca einen leichten Weg ins Halbfinale hatte und Atletico der erste Erstligist auf diesem sei, antwortete der ehemalige DFB-Coach trocken: „Fragen Sie mal bei Real Madrid nach.“ Der Clasico-Kontrahent war im Pokal bei Zweitligist Albacete Balompiè ausgeschieden. Die spanische „AS“ schrieb danach von einem „Desaster, das in die Geschichte eingehen wird“.

Garcia-Eigentor als Anfang des Schlamassels

Ein solches war dann allerdings auch Barcelonas erste Halbzeit im Halbfinal-Hinspiel bei Reals Lokalrivale. Das Flick-Team stand von Beginn an vollkommen neben sich, passend dazu leistete sich Torhüter Joan Garcia ein Slapstick-Eigentor, als ihm ein Rückpass unter dem Fuß durchrutschte (6. Minute). Zuvor hatte der Keeper noch für seine schläfrigen Kollegen gegen Giuliano Simeone retten müssen (3.).

Was schon schlimm begonnen hatte, wurde aber tatsächlich zunehmend schlimmer. Antoine Griezmann legte nach einem Konter zum 2:0 nach (14.), Winter-Neuzugang Ademola Lookman erhöhte nach einer ähnlichen Situation zum 3:0 (33.), nachdem Nahuel Molina bereits die große Chance auf den dritten Treffer ausgelassen hatte (23.). Kurz vor der Pause machte Julian Alvarez mit seinem Tor das 45-Minuten-Debakel des Flick-Teams perfekt (45.+2).

0:4 zur Halbzeit? Gab es bei Barca noch nie

Und damit hat Barca unrühmliche Historie geschrieben, denn es ist nicht dokumentiert, dass die Katalanen jemals in einem Pflichtspiel mit 0:4 zurückgelegen hatten. Wie Real war der Tabellenführer der spanischen Liga also auch auf dem Weg zu einem „Desaster, das in die Geschichte eingehen wird“. Der große Unterschied: Die Mannschaft um Stürmer Robert Lewandowski hatte noch drei Halbzeiten (das Rückspiel findet am 3. März statt) Zeit, um dieses korrigieren.

Allerdings gelang das zumindest an diesem Abend nicht. Zwar sorgte Pau Cubarsi für einen Hoffnungsschimmer, sechs Minuten, nachdem der Abwehrspieler den Ball nach einer Freistoßvariante über die Linie gedrückt hatte, wurde der Treffer jedoch wegen einer sehr knappen Abseitssituation und nach ewigem VAR-Check einkassiert (52.). Ansonsten geschah in der Partie nicht mehr viel, weil sich Atletico mit der denkwürdigen ersten Hälfte auch offensiv begnügte.

Einen traurigen Schlusspunkt eines traurigen Abends gab es für die Gäste allerdings trotzdem noch. Eric Garcia reagierte nach einem zu kurzen Zuspiel zu spät, foulte Alex Baena als letzter Mann und flog mit der Roten Karte vom Platz (83.) – die Entscheidung fiel ebenfalls nach Ansicht der Videobilder. Es passte zu Barcas historischer Klatsche.